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Gerüchte: Treibt ein Bär in Inzell umher?

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Foto: pixabay

Inzell – Ist das jetzt schon das große Sommerloch-Tier? Ein möglicher Problembär in den Chiemgauer Bergen? Das Gerücht, dass sich im Inzeller Raum ein Bär herumtreibe und möglicherweise sogar Tiere gerissen habe, hatte sich am Donnerstag im Internet verbreitet.


Im Landratsamt winkt man ab. »Es gibt keinerlei Hinweise auf die Sichtung eines Bären«, wie Sprecher Michael Reithmeier auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts mitteilte. Gleiches gelte auch für die Nachbarlandkreise.

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Ist das ganze also ein B(M)ärchen? Bisher sieht es so aus, vor allem da es keine seriösen Quellen, etwa Aufnahmen von Wildkameras, gibt, die auf einen Bär in der Region hinweisen. Selbst bei gerissenen Tieren ist, wie derzeit im Gebiet zwischen den Sellrain- und dem Inntal der Fall, ein DNA-Nachweis nötig, um den Riss durch einen Bären zu bestätigen.

In Tirol hat sich dies dann übrigens doch nicht bestätigt. »Bei den vier toten Schafen, die im Gemeindegebiet von Oberperfuss untersucht wurden, konnte ein Wolf nachgewiesen werden. Das zeigen die ersten genetischen Untersuchungen«, gab Martin Janovsky, Beauftragter des Landes Tirol für große Beutegreifer am Mittwoch bekannt. Lediglich im Pitztal und dem Außerfern konnte ein Bär als Verursacher von gerissenen Tieren nachgewiesen werden. Vom Inntal nach Inzell hat es der Bär also bisher wohl nicht geschafft.

Und sollte es tatsächlich einmal soweit sein? Theoretisch gäbe es folgende Vorgehensweise: Sollte ein Bär im Landkreis gesichtet oder über eine Fotofalle bzw. genetische Probe nachgewiesen werden, würde umgehend die Abteilung »Wildtiermanagement und große Beutegreifer« am Landesamt für Umwelt in Hof eingeschaltet werden, wie Reithmeier mitteilt.

»Gleichzeitig würden wir die bestellten Kontaktpersonen des 'Netzwerks Große Beutegreifer' im Landkreis kontaktieren.« Es handelt sich hierbei um ausgewiesene Fachleute mit einem großen Erfahrungsschatz. Das Landesamt für Umwelt ist bayernweit für dieses Thema zuständig und würde das gesamte Vorgehen steuern und begleiten. Das Landratsamt ist dabei nur Mittler von Informationen und hat keine Entscheidungszuständigkeit. vew