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Die langjährige Ortsbäuerin Helga Kamml (Zweite von links) wurde mit ihrem Mann Georg nach langer Tätigkeit von der stellvertretenden Kreisbäuerin Christine Schuhegger und dem Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands, Matthäus Michlbauer (rechts) verabschiedet. (Foto: Wegscheider)

Fünf neue Ortsbäuerinnen in Inzell gewählt

Inzell – Seit 20 Jahren ist Helga Kamml Ortsbäuerin in Inzell und sagt nun Servus. »Es war eine lange, aber auch schöne Zeit und wir haben viel gemeinsam unternommen. Doch jetzt ist es Zeit, mein Amt an Jüngere abzugeben«, ist die Bäuerin vom Wallnerhof überzeugt.


Ebenso nicht mehr zur Wahl stellte sich ihr Mann Georg Kamml, der zuletzt Ortsobmann in Inzell war, bei der Versammlung im Gasthof Adlgaß

Helga Kamml ließ ihre Amtszeit über zwei Jahrzehnte nochmal Revue passieren und berichtete von vielen Unternehmungen bis auf die letzten zwei Jahre, an denen das in diesem Umfang schlichtweg nicht mehr möglich war. Lustige Ausflüge gab es immer mit den Hammerer Bäuerinnen und auch bei den jährlichen Lichtmesskranzln mit den Röckiweibern und dem Frauenbund wurde keineswegs Trübsal geblasen. Auf dem Plan standen auch immer die Gebietsversammlungen und die Altennachmittage im Pfarrheim. Ein fester Bestandteil als Aufgabe der Bäuerinnen ist jedes Jahr das Erntedankfest mit dem Schmücken der Kirche und dem Binden der Erntekrone.

»Als ich vor 20 Jahren angefangen habe, gab es im Ort noch 50 Milchbauern und heute sind es nur noch 20. Zwölf davon Biobauern und acht konventionelle Landwirte«, so Kamml. Allein diese Zahlen zeigten den Stellenwert der Landwirtschaft.

Bei den Neuwahlen gab es als Ortbäuerin keine klassische Nachfolgerin für Kamml. Ein Team aus fünf Bäuerinnen übernimmt gleichbedeutend dieses Amt: Andrea Holzner, Conny Kecht, Nicole Dufter, Marianne Eicher und Mathild Holzner werden sich die Aufgaben teilen. Zum neuen Ortsobmann wurde Peter Maier gewählt, sein Stellvertreter wurde Bernhard Holzner. Als Beisitzer fungieren für die nächsten fünf Jahre Franz Reiter, Manfred Bauregger und Stefan Steinbacher (Unterau).

Im Anschluss informierte der Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Matthäus Michlbauer, über das Diskussionspapier »Landwirtschaft 2040« mit Themen wie Ernährungssicherung, Artenschutz, Energiewende und Digitalisierung, die die Menschen weltweit beschäftigen. »Das macht auch vor uns Bäuerinnen und Bauern nicht Halt«, war er überzeugt. Die bayerische Land- und Forstwirtschaft könne aktiv zur Lösung vieler gesamtgesellschaftlicher Probleme beitragen. Michlbauer ging auch auf die wichtigsten Aufgaben des BBV aus Sicht der Mitglieder ein, und welche Auswirkungen der Ukrainekrieg auf die Lebensmittelproduktion haben könne. Bürgermeister Hans Egger nannte den Bauernstand einen wichtigen Bestandteil der Gemeinde und lobte alle, die ihre Aufgabe so ernst nehmen. Auch die Zustimmung zur Loipe würdigte er.

»Wir werden von vielen gelobt wegen unserem guten Loipennetz und wir werden versuchen, schon frühzeitig mit einem Quad zu präparieren, um den Einheimischen die Möglichkeit zu bieten, baldmöglichst mit dem Langlaufen zu beginnen. Schon vorab ein herzlicher Dank an die Grundbesitzer«.

Egger lobte zudem die bäuerlichen Vermieter. »Ferien auf dem Bauernhof« hätten Inzell einen guten Ruf eingebracht. Bauern seien vor allem auch Landschaftspfleger, die sich um die Natur kümmern. Er sehe es sehr positiv, dass Inzell die meisten Milchkühe südlich der Autobahn habe. »Macht weiter so, es tut unserem Ort gut«.

Bei der Weiterentwicklung des Flächennutzungsplans sollten die Landwirte einbezogen werden, ebenso wie beim Wochenmarkt, bei dem man den Landwirten die Möglichkeit geben will, sich einzubinden. Egger dankte der alten Vorstandschaft für die geleistete Arbeit und wünschte den neuen Verantwortlichen eine gute Hand. »Wir haben seitens der Gemeinde immer ein offenes Ohr für euch«.

hw