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Emotionaler Abschied aus Inzell

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Inzell: Pfarrer Zehetmair feierte letzten Gottesdienst – Er geht nach Prien
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Seinen letzten Gottesdienst in der Gemeinde Inzell feierte Ruhestandspfarrer Andreas Zehetmair mit den Gläubigen. Sein neuer Tätigkeitsbereich ist Prien.

Inzell – Pfarrer im Ruhestand Andreas Zehetmair feierte seinen letzten Gottesdienst in der Gemeinde Inzell. Nach fast sechs Jahren in der Pfarrei Inzell/Weißbach verkündete er seinen Abschied in Richtung Prien.


Man merkte dem Geistlichen an, dass er gerne hier tätig war, wo er viele Aufgaben übernommen hat. Auch bei seiner letzten Feier der Eucharistie wurde nochmal deutlich, mit welcher Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit er Inhalte der Heiligen Schrift wiedergibt. Seine klaren Worte sind bei vielen Christen gut angekommen. Für die musikalische Gestaltung bei diesem besonderen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael war Ines Preinfalk verantwortlich.

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»Wer sich an Vorschriften hält, der kann nichts verkehrt machen«. Mit dieser kritischen Anmerkung begann Zehetmair den Gottesdienst. In der Lesung, die vom langjährigen Kirchenpfleger Ewald Schmauß vorgetragen wurde, vergleicht Jesaja das Volk Gottes mit einem Weinberg, der nur faule Beeren hervorbringt. Anstatt Gott, der ihnen immer treu zur Seite steht, in den Mittelpunkt zu stellen, orientieren sich viele Gläubige viel zu sehr an starren Gesetzen und Vorschriften.

Das 2.Vatikanische Konzil vor 60 Jahren steht für den Aufbruch und die Modernisierung der Kirche. Pfarrer Zehetmair fragte, warum sie nicht den Mut für mehr Veränderungen hat? Die Welt bleibe nicht stehen und deshalb »sollten wir uns als Kirche mit der Lebenswelt der Menschen heute auseinandersetzen«. Zehentmair sieht die Gefahr der Stagnation. Der Glaube und das Leben würden weit auseinanderklaffen.

»Der Glaube darf nicht zu einer leeren Fassade verkommen«, forderte Zehentmair. »Eine lebendige Kirche ist keine festgefahrene Institution. Der biblische Gott geht mit unserer menschlichen Entwicklung mit.« Es dürften keine Strukturen im Vordergrund stehen. Die Kirche müsse vielmehr ein Weinstock mit süßen Trauben sein, der keine sauren Beeren hervorbringt. Letztlich sei die Ehre Gottes der lebendige Mensch.

Zehetmair bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und betonte, dass er gerne hier in Inzell gearbeitet habe. Dieser selbst gewählte Schritt an die neue Wirkungsstätte sei für ihn nicht leicht. »Ihr habt mich so angenommen, wie ich bin und ich habe viel Unterstützung und Vertrauen erfahren dürfen. Ich wünsche Ihnen allen Gottes Segen und viel Kraft für die Zukunft«.

Für den 3. Bürgermeister Richard Hütter, war es aus persönlichen Gründen eine Herzensangelegenheit, sich von Pfarrer Zehetmair zu verabschieden. »Andreas Du hast uns durch Deine seelsorgerischen Fähigkeiten viel Kraft gegeben und speziell unserer Familie bist Du ein guter Freund geworden. Schade, dass Du nun gehst. Das ist ein großer Verlust für unsere Kirchengemeinde«. Hütter stellte auch Zehetmairs Predigten heraus, die mit klaren und auch kritischen Worten immer ehrlichen und aufrichtigen Inhalt vermittelten.

Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, Albert Hütter, dankte mit seinem Vorstandsteam Pfarrer Andreas Zehetmair für seine Arbeit in den letzten knapp sechs Jahren. Hervorgehoben wurden die bedingungslose und zeitintensive Unterstützung während der pfarrerlosen Zeit, die sehr einfühlsame Trauerbegleitung, der herzliche Umgang mit den Kindern und die wertschätzende Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen. Als besonderem Dank bekam Zehetmair vom Pfarrgemeinderat einen Korb mit Inzeller Schmankerln.

Der Geistliche schien sehr gerührt und gab den Dank dafür zurück. Lang anhaltender Applaus ließ Zehetmair erkennen, wie gut er von den Inzeller Christen aufgenommen wurde und wie sehr der Abschied nun schmerzt. hw