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Eishalle in Inzell wird ganzjährig als Veranstaltungshalle nutzbar

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Inzell Eishalle Max Aicher Arena
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Die Verbindung zwischen dem Eingangs- und Kassenbereich und der Max-Aicher-Arena soll ein fester Verbindungsbau werden, sodass in Zukunft Veranstaltungen anderer Art in der Eishalle durchgeführt werden können. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Peter Pospischil von der Energie-Agentur Südostbayern berichtete in der Inzeller Gemeinderatsitzung über die Ergebnisse aus dem abgelaufenen Jahr. Dabei wurden die größeren Gebäude der Gemeinde wie die Max-Aicher-Arena, der Badepark oder auch die Schule sowie der Energieverbrauch in Beherbergungsbetrieben genau unter die Lupe genommen. Darüber hinaus wurde diskutiert, ob die Eishalle künftig ganzjährig für Veranstaltungen zur Verfügung stehen soll.


»Die Max-Aicher-Arena (MAA) gilt aus energetischer Sicht schon als besonderes Gebäude«, so Pospischil. Das Energiecoaching Plus ist ein vom Freistaat Bayern gefördertes Projekt. Der Bearbeitungszeitraum pro Kommune liegt zwischen drei und sechs Monaten, je nachdem, welche Gebäude zu untersuchen sind. In der MAA stand zunächst die Analyse der Lastgangdaten (Strom, Hydraulik) im Vordergrund. Einige Bauteile waren deutlich überproportioniert, Thermostatventile zum Teil für alle Besucher zugänglich – das sei nicht sinnvoll. Bürgermeister Hans Egger unterstrich dies. »Trotz neuer Bauteile sind manche Pumpen überdimensioniert. Viel unnötige Energie ging dadurch verloren«, hieß es. Egger lobte die gute Arbeit und die erfreulichen Ergebnisse, die zur Einsparung beitragen werden.

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Sepp Rieder (SPD) wollte wissen, ob die Untersuchungen beim Badepark mit dem Planungsbüro durchgeführt wurden. Pospischil erklärte, die Unterlagen konnten eingesehen werden, aber es gab keine gemeinsamen Sitzungen. Allerdings sehe die neue Planung nicht schlecht aus.

Michi Lorenz (CSU) fragte nach dem energetischen Zustand der Max-Aicher-Arena. Diese sei laut Pospischil technisch auf einem guten Stand, allerdings sei die Planung damals übers Ziel hinausgeschossen. Die Technik sei keineswegs veraltet, müsse jedoch miteinander gut harmonieren.

Markus Maiers (CSU) Interesse galt der Turnhalle, worauf der Energieberater betonte, dass die Steuerung von der Lüftungsanlage bedarfsgerecht geführt werden sollte. »Machbares wurde gemacht. Die Halle selbst hat allerdings Grenzen im Optimierungsbereich.«

Die Gemeinde Inzell ist unter anderem an der Inzeller Touristik, der Chiemgaukarte Betriebsgesellschaft Ruhpolding-Inzell, am Chiemgau Tourismus und an der Stromversorgung Inzell beteiligt. Deshalb muss die Kommune jährlich einen Bericht über alle Beteiligungen an Unternehmen in einer Rechtsform des Privatrechts, an denen sie mindestens fünf Prozent der Anteile hält, erstellen.

Die Inzeller Touristik wurde 1996 beim Amtsgericht Traunstein eingetragen. Die GmbH übernahm touristische Aufgaben des Verkehrsvereins Inzell und der Gemeinde, die am gezeichneten Kapital seit 2012 mit 55 000 Euro (mit 100 Prozent) beteiligt ist. Zuvor war die Gemeinde mit 70 Prozent am gezeichneten Kapital beteiligt. Die restlichen 30 Prozent wurden zu je 10 Prozent von Verkehrsverein, Gewerbeverein Inzell und Wirteverein gehalten. Sie sind jetzt Mitglieder im Beirat.

Das Budget des Chiemgau Tourismus beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Der Landkreis Traunstein ist mit 67,12 Prozent beteiligt. Die übrigen 32,88 Prozent werden von den beteiligten Gemeinden getragen. Von den 299 Stimmen fallen 100 Stimmen auf den Landkreis und 199 Stimmen auf die Gemeinden. Deren Beteiligung bemisst sich nach Übernachtungen (»Ortsumlage«) und dem rechnerischen Anteil am Kreiszuschuss (»Ortsanteil an der Kreisumlage«).

Die Stromversorgung Inzell wurde 1921 gegründet. Zweck der Genossenschaft ist die Förderung des Erwerbs und der Wirtschaft der Mitglieder durch gemeinschaftlichen Geschäftsbetrieb. Die Gemeinde Inzell ist Gründungsmitglied. Die SVI versorgt Inzell, Weißbach und Wagenau. 2017 lag das Anteilsvermögen der Genossenschaft bei 39 165. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Georg Kamml als Vorsitzendem, geschäftsführender Vorstand ist Wilhelm Eicher und Dipl.-Ing. (FH) Josef Gschwendtner. Die Mitglieder des Aufsichtsrats sind Michael Geisreiter (Vorsitzender), Martin Holzner und Herbert Schmauß.

Die Max-Aicher-Arena soll zur Veranstaltungshalle werden. Hierzu ist unter anderem ein Verbindungsbau zwischen Eingang und Eishalle notwendig. Der Plan für die Nutzungsänderung soll ans Landratsamt weitergeleitet werden, wobei es um Details geht. Die Bestuhlungspläne sind abgestimmt mit dem Planungsbüro, dem Landratsamt und dem Brandschutzbeauftragten. Bauherr ist die Gemeinde. Der derzeitige Verbindungsbau wurde als Provisorium gebaut, das sich gut bewährt hat und soll nun durch eine Dauerlösung ersetzt werden. Die Nutzungsänderung ist erforderlich, um Veranstaltungen außerhalb des Eissports ohne Sondergenehmigung möglich zu machen. Der Gemeinderat war einstimmig für eine ganzjährige Nutzung.

Christian Mailhammer (CSU) fragte nach einer böllerfreien Silvesternacht, ähnlich wie in Ramsau bei Berchtesgaden. Eine Spendenaktion mit Bayern 1 könnte hier eine gute Aktion sein. Bürgermeister Egger versprach, dass sich die Gemeinde dieser Sache annehmen werde. Abschließend stimmte das Gremium dafür, der Michael-Haydn-Gesellschaft 500 Euro pro Jahr für Publikationen für die nächsten drei Jahre zur Verfügung zu stellen. hw