Drei musikalische Generationen: Adventslied aus Bozen mit dem Inzeller Familiengesang aufgezeichnet

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Der Familiengesang Dufter/Koch. (Foto: Bauregger)

Inzell – In der Advents- und Weihnachtszeit besucht der neue Volksmusikpfleger des Bezirks Oberbayern, Leonhard Meixner, jede Woche eine Familie, die gemeinsam singt und musiziert. So kam er auch zur Familie Koch/Dufter nach Inzell und zeichnete mit ihr das Hirtenlied »Frisch auf und frisch nieder«. Das Lied wurde erstmals um 1800 in Bozen erwähnt und ist heute im gesamten Alpenraum verbreitet. Das Video kann unter anderem auf der Homepage des Bezirks Oberbayern aufgerufen werden. Mit dem Projekt möchte das Zentrum für Volksmusik, Literatur und Popularmusik des Bezirks Oberbayern allen Interessierten Adventslieder frei Haus liefern.


Der Familiengesang setzt sich aus drei Generationen zusammen und besteht aus Anni Dufter, deren Tochter Elisabeth, dem Schwiegersohn Hubert Koch. Seit etwa fünf Jahren singt auch Enkel Korbinian Koch mit. Er ist nun mit 26 Jahren der Jüngste des Quartetts, Oma Anni mit 76 Jahren ist die Älteste. Ernst Schusser hat dies für den Korbinian offenbar einmal als »SMS-Singen« definiert, womit er scherzhaft meinte: »Singen mit Senioren«. Für die passende Begleitung sorgen Elisabeth an der Gitarre und Hubert an der Steirerziach auch gleich selber.

Angefangen hat alles vor etwa zehn Jahren als Dreigesang. Allerdings sang Anni vorher bereits mehr als 40 Jahre lang im Inzeller Kirchenchor und jahrelang im Inzeller Volksliederchor. Auch Elisabeth und Hubert gehörten einige Jahre zu diesem Klangkörper. Ein Engelamt in der Inzeller Pfarrkirche war der erste Auftritt als Dreigesang. Wie Elisabeth erzählt, probte das Trio jahrelang eigentlich nur auf diese Gelegenheit hin. Unter dem Jahr wurde höchstens mal auf der Alm geprobt und im kleinen Kreis gesungen, auf der Anni im Sommer Sennerin war. Später gestaltete die Gesangsgruppe hie und da auch die Vinzenzi-Gottesdienste für die Inzeller Holzknechte mit.

Mehr wurden die Gelegenheiten erst, seit Korbinian dazugestoßen ist. Allerdings sind es nicht Auftritte bei großen Singen oder Musikantentreffen, sondern eher solche im Ort und der näheren Umgebung. Dazu gehören inzwischen Maiandachten, Beerdigungen, Erntedankgottesdienste und Vereinsfeiern, Auftritte bei der Bad Reichenhaller Stallweihnacht oder einfach »gmiatliche Oimgangl'n« im Freundeskreis. Ein besonderes Erlebnis war für das Quartett die Teilnahme am Alpenländischen Musikwettbewerb in Innsbruck 2018 und die Einladung dorthin ein Jahr später zum zweitägigen Musizieren und Singen »Aufghorcht« im ORF-Landesstudio Tirol und in der Innsbrucker Innenstadt.

Was Elisabeth besonders freut, ist auch die Tatsache, dass es bei den verschiedensten Anlässen auch möglich ist, etwa im Gitarrenduo mit der Schwieger-tochter plus Kontrabaßbegleitung von Korbinian aufzuspielen und Hubert mit Korbinian, als Bläserduo, ein weiteres Klangerlebnis bieten können, wenn's passt. Eine solche Vielfalt kann sicher nicht jede Gruppierung bieten.

Im letzten Jahr hat der Familiengesang, mit Unterstützung von befreundeten Volksmusikanten, eine CD aufgenommen. Allerdings ist diese nur als Dokumentation und als Geschenk für den Freundeskreis gedacht und ist im Handel nicht erhältlich.

wb