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»Corona-Helden« machen Urlaub in Inzell

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Bussi für ihren Helden: Krankenpflegerin und damit »Corona-Heldin« Rebecca König (links) durfte mit ihrem Sohn Jakob kostenlos eine Woche Urlaub »Beim Drucker« in Inzell machen. Die Bewerbung reichte ihre Schwester Jasmin Presley ein, deren Mann Alexander ein entfernter Verwandter von Elvis Presley ist.

Inzell – Etwas ganz Besonderes haben sich die Inzeller Vermieter mit der Inzeller Touristik GmbH (ITG) einfallen lassen. Die Aktion »Inzeller Gastgeber laden Corona-Helden ein« startete kurz vor Ostern und hat sehr großen Anklang gefunden. Die Initiatoren meinten, dass aufgrund des Herunterfahren des öffentlichen Lebens viele Berufssparten stark überlastet waren und oft bis an ihre Grenzen gehen mussten. Die Zahl der Pflegefälle wurde viel mehr, und so kamen Inzeller Vermieter auf die Idee, anderen Gutes zu tun.


60 Quartiergeber aus dem Ferienort Inzell hatten sich bereit erklärt, »Corona-Helden« samt Begleitperson einen Freiaufenthalt von sieben Nächten im Zimmer oder in der Ferienwohnung zur Verfügung zu stellen. Die Tourist-Information Inzell koordinierte die Aktion dann. Die Begeisterungswelle war riesig: knapp 1800 Bewerbungen gingen in Inzell bei der ITG ein.

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Ein kleines »Gremium«, bestehend aus Inzells Bürgermeister Hans Egger, einigen Quartiergebern und drei Mitarbeitern der Tourist-Information Inzell ermittelten nach intensiver Prüfung der Bewerbungen. Letztlich blieben 102 Gewinner übrig – nur einige Corona-Helden stellvertretend für Viele. Die Auserwählten wurden von der ITG informiert und koordinierten anschließend ihren Urlaub selbst mit dem jeweiligen Vermieter.

Rebecca König verbrachte ihren Aufenthalt mit ihren Sohn Jakob »Beim Drucker« in der Ferienwohnung von Familie Molz. Die Woche war ausgefüllt mit Unternehmungen vom Besuch der Max-Aicher-Arena über den Rauschberg, den Märchenpark und den Bergwalderlebnispfad bis zum Mammutmuseum und dem Chiemsee.

König arbeitet als Krankenpflegerin in Neustadt am Kulm und berichtete vom erheblichen Mehraufwand während der Coronazeit: »Der Anforderungen im Pflegedienst sind stark angewachsen. Gerade in der Stadt war der Zeitaufwand doch enorm. Wir mussten mehr von Haus zu Haus fahren, die Leute pflegen und uns um den täglichen Bedarf kümmern. Hinzu kamen die ganzen Hygienevorschriften, auf die man achten musste. Ich habe x-mal am Tag die Handschuhe gewechselt, das fängt beim Brotschmieren für die Patienten an und hört bei den sanitären Arbeiten auf«, berichtete sie.

Das Bewerbungsschreiben schickte ihre Schwester Jasmin Presley nach Inzell. »Ich hab gesehen, wie viel meine Schwester während der Coronazeit zu tun hatte. Sie war ja ständig am Arbeiten und da hab ich mir gedacht, sie hätte eine Belohnung verdient. Umso schöner ist es, dass es geklappt hat mit dem Urlaub in Inzell.« Jasmin Presley und ihr Mann Alexander haben die Schwester nach Inzell begleitet und machen gemeinsam Urlaub. Die beiden sind übrigens weitschichtig mit Elvis Presley verwandt. Alexanders Vater war bei der US-Army in Grafenwöhr stationiert und Sohn und Frau leben seitdem in der Oberpfalz.

Die Aktion »Corona-Helden in Inzell« ist sehr gut angekommen. Es gab viel Freude und Dank weit über den Ort hinaus. Mit den Bewerbungen und dem großen Zuspruch der Gäste stieg auch das Interesse bei den Medien an dieser frühzeitigen, wenn nicht sogar ersten Initiative dieser Art. Der Freiaufenthalt von sieben Nächten für »Corona-Helden« bewirkte unter anderem, dass ein Hotelbesitzer im Ort sein Haus mit 30 Zimmern für eine Woche zur freien Verfügung stellte.

Die ganze Idee rief nicht nur große Dankbarkeit der »Corona-Helden« selbst während der wohlverdienten »Erholungszeit« in Inzell und Umgebung hervor. Auch die Reaktionen am Ort waren sehr positiv und wurden im Bayerischen Rundfunk übertragen. Ein Beitrag in der Abendschau handelte von einer Hebamme, die mit Freund nach Inzell kommen durfte. Genau in dieser Woche erlebte sie die Geburt eines Alpakas mit – auch wenn sie dabei nicht groß eingreifen musste, ein bewegender Moment für sie.

Vielleicht finden sich ja nach der großartigen Idee auch Nachahmer außerhalb Inzells. hw