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Blasmusik bunt wie Herbstlaub

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Inzell: Musik- und Jugendkapelle begeistern beim »Konzertletzt« im Festsaal
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Rosemarie Hinterseer und Regina Koch (rechts) begeisterten mit dem Flügelhorn. (Foto: Bauregger)

Inzell – Mit Spielfreude und einem ausdrucksstarken Vortrag begeisterten die Musikkapelle Inzell und die Jugendkapelle Gäste und Einheimische beim letzten Konzert der Sommersaison im Inzeller Festsaal mit gediegener Blasmusik. Geschickt hatte dafür der Leiter beider Kapellen, Albert Galimnzanov, ein ansprechendes und unterhaltendes Programm zusammengestellt, welches den Zuhörern vielfarbig, orchestrale und solistische Klangerlebnisse aus den unterschiedlichsten Genres bescherte – fast wie buntes Herbstlaub.


Den Auftakt machten die Mädchen und Buben der Jugendkapelle, die Galimnzanov nunmehr in der zweiten Saison unter seine Fittiche nahm und einen beachtenswerten Klangkörper daraus geformt hat. Amüsant und selbstbewusst sagten die Mitglieder Stücke wie »Acht Bläsersätze Deutscher Meister«, »Vivo«, den »Sternschnuppenwalzer« oder einen Ohrwurm aus »Fluch der Karibik« nicht nur selber an, sondern zeigten sich auch sicher bei rhythmisch und melodisch schwierigen oder solistisch geprägten Passagen.

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Eine große Wertschätzung erfuhren die jungen Musiker schließlich dadurch, dass sie den »Marsch de Garde« oder die amerikanische Ouvertüre »Ashland Park« zusammen mit der großen Kapelle vortragen durften. Ein letztes Mal kam der Nachwuchs mit sogenannten Boomwhackers auf die Bühne. Das sind diatonisch gestimmte Kunststoffröhren, die rhythmisch zur Hintergrundmusik auf Stuhllehnen geschlagen werden. Eine ungewöhnliche aber pfiffige Einlage, die ihre Wirkung beim Publikum nicht verfehlte und mit großem Applaus bedacht wurde.

Danach übernahm Korbinian Koch das Zepter und führte in einer amüsanten, witzigen und auflockernden Art und Weise durch das weitere Programm. Dieses stand ganz im Zeichen der solistischen Blasmusik. Eröffnet wurde der bunte Reigen mit der sauber, wendig und dynamisch vorgetragenen Ouvertüre »Manuela«, bei der sich Rosemarie Hinterseer am Flügelhorn ein erstes Mal beweisen durfte. Mit sicherem Ton und bestechender Harmonie brachten Bürgermeister Hans Egger und sein Sohn Martin bei der Polka »Solistentraum« ihre Tenorhörner zum Erklingen.

Mit weichem, tragenden Flügelhornton, sauber gestimmt und synchron, intonierten Rosemarie Hinterseer und Regina Koch ihre Soloparts in der »Gritlov-Polka« souverän. Eine weitere, pfiffig-belebende Klangfarbe brachten Stefan Schnee, Franz Restner jun. und Andreas Berger auf ihren B-Klarinetten und dem Stück »Klarinettenperlen« ins Spiel, in dem sie durch einen sauberen Dreiklang und eine makellos gespielte Kadenz zu glänzen wussten.

Ohne Scheu und mit sicherem Ton bewegte sich Rosemarie Hinterseer ein drittes Mal solistisch durch das anspruchsvolle Stück für Trompete und Orchester »Die Post im Walde«. Zu einer »Begegnung« zwischen Blasorchester und Alphörnern kam es gleich im Anschluss, als Sebastian Wellinger, Martin Maier und Michael Haßlberger zu ihrem Solopart im gleichnamigen Stück ansetzten. Im sauberen, kräftig und dynamisch vorgetragenen Dreiklang meisterten die drei Alphornbläser ihre Solopassagen in dem traditionell, aber auch rhythmisch modern gesetzten Konzertwerk souverän.

Mit dem Marsch »Euphoria« des noch jungen Komponisten Martin Scharnagel und dem Traditionsmarsch »Salut a Luxemburg« beendete die Musikkapelle den offiziellen Teil. Dass sie mit ihrer ansprechenden wie stimulierenden Musik und der Spielfreude die Zuhörer sozusagen euphorisiert hatte, merkten die Musiker am begeisterten Applaus. Kurzentschlossen hängte die Kapelle an den offiziellen Teil ein Wunschkonzert an, in dessen Verlauf die Konzertbesucher noch eine Stunde lang Gelegenheit hatten, ihre Blasmusikträume Wirklichkeit werden zu lassen. wb