Von Fernwärme über Windeln und Hochwasserschutz bis Bikepark

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An der Staffenstraße wird angeblich viel zu schnell gefahren. Der Marktgemeinderat wird nun überlegen, in welcher Form diese Straße in der 30-er Zone weiter verkehrsberuhigt werden kann. (Foto: T. Eder)

Grassau – Zahlreiche E-Mails waren bereits vor der digitalen Bürgerversammlung eingetroffen. Einige Bürger wünschten sich auch künftig eine digitale Bürgerversammlung. Dies wird nun geprüft. Die ersten Themen waren vielfältig:


Sebastian Noichl interessierte, wie Grassau seiner Vorreiterrolle im Klimaschutz gerecht bleiben wolle. Laut Bürgermeister Stefan Kattari sei Grassau bei der Fernwärme seit 2009 vorbildlich. Der Ort werde weiter erschlossen. Zudem beziehe der Markt nur Ökostrom, betreibe viele PV-Anlagen und lasse die Eigenstromnutzung prüfen.

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Beschaffungen in der Verwaltung erfolgten unter Nachhaltigkeitsaspekten. Grassau bemühe sich um ökologische Ausgleichsflächen und habe ein Grundstück in der Kendlmühlfilzen gekauft. Auch im Tourismus gebe es gute Ansätze beim sanften Tourismus.

Fernwärme nicht an der Bahnhofstraße?

Johannes Schaus wunderte sich über die geplante Erweiterung der Fernwärme nach Mietenkam, aber nicht an der Bahnhofstraße. Er fragte, wann die Fernwärme im südlichen Ortsgebiet ausgebaut werde. Laut Kattari ist die Fernwärme bis zur Mietenkamer Straße verlegt. Ob der Mitterfeldweg angebunden werden kann, hänge von der Zahl der Anschließer ab.

Warum in Zeiten der Lichtverschmutzung der Rottauer Kirchturm beleuchtet werden muss, fragte Markus Huber. Den Grund wusste Kattari nicht, aber Licht spiele eine große Rolle. Als Kompromiss könne er sich eine zeitlich begrenzte Beleuchtung vorstellen.

Viel zu schnell gefahren werde laut Hans und Brigitte Blüml an der Staffenstraße. Tempo 30 werde nicht eingehalten, obwohl es ein hoch frequentierter Schulweg sei und einen Spielplatz gebe. Sie fragten nach Barrieren oder der Widmung als Spielstraße. Kattari sagte, Barrieren erschwerten den Winterdienst. Er könne sich aber eine Spielstraße vorstellen. Zudem werde nach Abschluss der Schulsanierung der Birkenweg umgestaltet. Tempomessungen zeigten wenige Überschreitungen.

Nach einem Fernwärmeanschluss an der Kampenwandstraße fragte Anja Hegenauer und bat um Verzicht auf die Fremdenverkehrsabgabe für 2020. Laut Kattari erklärte, auch wenn die »Wärmeversorgung Grassau« keinen Gewinn erwirtschaften müsse, dürften Verluste nicht überwiegen. Somit hänge auch hier ein Anschluss von der Teilnehmerzahl ab. Die Fremdenverkehrsabgabe müsse man aus rechtlichen Gründen erheben.

Sorgen bereitete Johanna Hammerdinger der Ausbau der 5G-Technik. Anfragen gebe es, so Kattari. Eine 5G-freie Gemeinde sei rechtlich nicht möglich. Die Gemeinde könne planungsrechtlich eingreifen und Bereiche nennen, wo ein Ausbau möglich ist. Die Strahlenbelastung sei am stärksten am Mobilgerät, besonders, »wenn der Empfang besonders schlecht ist«. Sendeanlagen seien dort zu bauen, wo die Nutzung besonders hoch sei. Auch gebe es Bürger, die Strahlungsschäden befürchten und jene, die beklagen, dass das Netz schlecht ist.

Fünf Fragen stellte Ursula Kraus. So sollte ein Drehknauf am Kinderspielplatz Mietenkam installiert werden, damit kleine Kinder das Tor nicht selbstständig öffnen können. Auch fragte sie, warum an Spielplätzen alle Sitzbänke abgebaut wurden. Dies sei eine Reaktion auf die Coronalage, so Kattari. Zudem würden die Bänke derzeit im Bauhof neu gestrichen.

Windelsäcke reichen nicht aus

Kraus sagte, in einigen Gemeinden könnten an den Wertstoffhöfen Windeln entsorgt werden. Der von der Gemeinde bereitgestellte Gutschein über 24 Müllsäcke reiche nicht. Ob eine Abgabe beim Wertstoffhof praktikabel ist, bezweifelte Kattari. In der Familienstelle werde dazu beraten. Weiter fragte sie nach einem Verkehrsspiegel auf Höhe der Einmündung Kirchenweg/Tschermser Straße. Dies werde geprüft, so Kattari.

Schließlich schlug sie vor, neben der Loipe eine Spur für Winterspaziergänge anzulegen. »Schnee darf fallen, aber nicht aufs Turnhallendach«, so Kattari dazu. Da das Loipenspurgerät mit Marquartstein geteilt werde, könnte der zusätzliche Wanderweg ein zeitliches Problem darstellen. Dennoch solle das geprüft werden.

Helmut Bielenski verwies auf die ausgefallene Beleuchtung des Mietenkamer Dorfplatzes. Das sei deutlich aufwändiger, als man es sich vorstellt, so Kattari. Die neue Beleuchtung werde rund 20.000 Euro kosten. Wie künftig mit Hochwasser umgegangene werde, interessierte Richard Bämayr. Hier müsse unterschieden werden, ob es sich um ein 100-jährliches Hochwasser der Tiroler Achen handle oder um Ereignisse mit Starkregen. Ein Dammbruch an der Ache werde wohl nach der Verstärkung der Deiche nicht mehr vorkommen, so Kattari. Bei Starkregen komme das Wasser auch von anderen Seiten. Einige Hochwassermaßnahmen stünden bevor.

So lägen Planvarianten für das Hochwasserschutzgebiet Tennbodenbach vor, die etliche Flächen von Landwirten betreffen. Bevor aber das Wasserwirtschaftsamt nicht mit den Landwirten geredet habe, berate auch der Marktgemeinderat nicht darüber, so Kattari. Die Geigelsteinstraße sei ein besonders betroffenes Gebiet. Hier würden kurzfristig Abhilfemaßnahmen erfolgen.

Besonders an der Hackenstraße viel Wasser

Der Gemeinderat habe zudem beschlossen, eine hydraulische Berechnung des Abwassernetzes zu veranlassen. Auch ein Rückhaltebecken sei denkbar. Ein besonderes Problem gebe es an der Hackenstraße, da hier sehr viel Wasser zusammenkomme. Kattari sah eine Grabenräumung als eine Maßnahme an.

Die digitale Übertragung könnte auch auf Marktgemeinderatssitzungen ausgeweitet werden, meinte Andreas Pfautsch. Die Öffentlichkeit in den Sitzungen sei nach seinem Dafürhalten, so Kattari, in ausreichendem Maß hergestellt. Dennoch würden die Räte hierzu befragt.

Familie Bader fragte, ob ein Gehweg von der Kaiserblick- zur Bahnhofstraße erstellt werde. Dies bejahte Kattari, wobei der Weg erst mit dem neuen Kindergarten gebaut werde. Familie Dieck regte an, künftig die Bürgerversammlung digital zu übertragen. Ihm, Kattari, sei es lieber, wenn er sehen könne, ob der Bürger mit Entwicklung und Antworten einverstanden ist. Als Ergänzung sei dies zu überlegen. Nach dem aktuellen Stand zum Hochwasserschutz Tennbodenbach fragte Lukas Poppe. Zur Aufhebung der Veränderungssperre könne er, nichts sagen, so Kattari dazu. Er erklärte, dass das vorläufig festgesetzte Überschwemmungsgebiet neu berechnet und daraufhin verändert wurde.

Dies habe dazu geführt, das Teile des Siedlungsgebiets künftig nicht mehr im berechneten Überschwemmungsgebiet liegen. Früher reichte das Überschwemmungsgebiet bis zur Bergstraße, jetzt nur mehr bis zum Bereich Holzhammer. Wann die Verordnung zum Überschwemmungsbereich aufgehoben werde, könne er nicht sagen.

Klaus Bleischwitz fragte, ob der schmale Weg Richtung Untermoosbacher Weg erweitert werden könne. Laut Kattari werde dies geprüft. Auch informierte Kattari über die Ehrenamtsstelle im Rathaus.

Christian Kohlberger interessierte, ob an der Einfahrt Steinwinkl-/Mietenkamer Straße ein Verkehrsspiegel Richtung Ortsmitte angebracht werden könne. Laut Kattari werde dies geprüft.

Noch diesen Monat Ortstermin für Bikepark

Wie lange der Bau des Bikepark Rottaus dauert, wollte Michael Schmaus wissen. Er soll möglichst schnell umgesetzt werden, antwortete Kattari. Hierfür gebe es noch diesen Monat einen Ortstermin. Bikepark sei, so Kattari vielleicht zu hoch gegriffen, es werde vielmehr ein Pumptrack.

Anschließend würdigte Kattari seine Mitarbeiter. Dass in Grassau so viele Projekte funktionieren, sei Leistung der Kollegen in der Verwaltung. Er wünschte zum Abschluss, dass alle gut und gesund durch die Pandemie kommen und eine schöne Adventszeit. tb


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