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Groß ist die Freude: (von links) Zweite Bürgermeisterin Daniela Ludwig organisierte die Übergangskrippe. Bürgermeister Stefan Kattari begrüßte die Erzieherinnen Venja Hain und Sabrina Krieg. Maßgeblich an der Umsetzung beteiligt waren auch Kämmerer Tobias Gasteiger und Sachgebietsleiterin Kindergärten Marina Pfaffinger. (Foto: Eder)

Übergangskrippe geht in Betrieb – Markt baute Räume der Tourist-Info um

Grassau – In Rekordzeit schuf der Markt Grassau eine Übergangskrippe für zwölf Kinder zwischen einem und drei Jahren. Bis zur Fertigstellung des neuen Kindergartens nicht ganz in einem Jahr ist die Gruppe im alten Pfarrhof, dem Gebäude der Tourist-Information, untergebracht. Bürgermeister Stefan Kattari und zweite Bürgermeisterin Daniela Ludwig inspizierten die Räumlichkeiten.


Ludwig hatte das Heft für die Umsetzung der Übergangskrippe in die Hand genommen. Gerade als Bürgermeister Kattari im Urlaub war, häuften sich im Sommer die Anmeldungen der Kinder, die dringend einen Krippenplatz benötigten. Für die zuständige Sachbearbeiterin im Rathaus, Marina Pfaffinger war klar, dass nun Handlungsbedarf bestehe. Zweite Bürgermeisterin Ludwig, unterstützt von Tobias Gasteiger, dem Kämmerer der Gemeinde, und Marina Pfaffinger, die Sachgebietsleiterin Kindergärten im Rathaus, machten sich sofort auf die Suche nach passenden Räumlichkeiten.

Tourist-Info war sehr kooperativ

Wie Daniela Ludwig jetzt erklärte, seien mehrere Liegenschaften besichtigt worden, doch keine habe die Voraussetzungen erfüllt, bis das Gespräch auf den alten Pfarrhof gekommen sei. Die Räume seien ausreichend groß, leicht zu erreichen und mit Toilettenräumen ausgestattet. »Die Tourist-Information war sehr kooperativ und stellte den Raum zur Verfügung und auch die Standesbeamtin war damit einverstanden, Trauungen im Sitzungssaal ein Stockwerk höher übergangsweise stattfinden zu lassen«, erklärte Ludwig. Der Galerieraum diene in den nächsten Monaten als Büro, Lager und Besprechungszimmer.

Anschließend mussten noch die behördlichen Aufgaben wie die brandschutztechnischen Auflagen erledigt und die Diakonie, die die Trägerschaft für den neuen Kindergarten an der Gänsbachstraße übernimmt, mit ins Boot geholt werden. Ludwig zeigte sich begeistert, dass alle so an einem Strang gezogen hätten.

Um die baurechtlichen Voraussetzungen und die Nutzungsänderung kümmerte sich Walter Feigl von der Verwaltung im Rathaus. Zudem konnten die Architekten, die derzeit am neuen Kindergarten arbeiten, für die Planung der Kindermöbel gewonnen werden. Und die Diakonie kümmerte sich um das Personal, so dass nun drei Betreuerinnen ab Januar arbeiten. In wenigen Wochen war die Ausstattung vorhanden.

»Mir hat die Organisation viel Freude bereitet«

»Mir hat die Organisation viel Freude bereitet«, betonte die zweite Bürgermeisterin, die sich zudem über die große Unterstützung und das Vertrauen freute. Marina Pfaffinger hob die idealen, lokalen Bedingungen der Krippe hervor, denn ohne eine Straße queren zu müssen, können die Kinder im nahegelegenen Kurpark spielen. Auch der Spielplatz an der Staffenstraße sei schnell zu erreichen.

Begeistert zeigte sich Bürgermeister Stefan Kattari vom Engagement der Beteiligten. Man sei nun mit Hochdruck daran, den neuen Kindergarten fertigzustellen, damit er im September 2022 in Betrieb gehen kann. Derzeit werden die Fundamente erstellt, die Bodenplatte kommt noch in diesem Winter. Das Gebäude selbst wird aus Holz erstellt. Die Holzknappheit beeinträchtige das Vorhaben nicht, da die Gemeinde auf ihr »Rechtholz« zurückgreifen könne, so der Bürgermeister. Für Kattari liegt eine ideale Situation vor. Zum einen könnten dringend notwendige Krippenplätze angeboten werden und die Krippe könne im September umziehen.

Venja Hain, Leiterin der Krippe und ausgebildete Kindheitspädagogin freut sich auf ihr neues Betätigungsfeld und die Arbeit mit den Kindern. Von Vorteil sei, dass die Kinder, die in wenigen Monaten in den neuen Kindergarten umziehen, ihre Betreuerinnen dann schon kennen und dies die Eingewöhnung erleichtert.

Im großzügigen Gruppenraum ist neben einem Spielhaus, einem Bällebad, Spielsachen auch ein großer Tisch mit passenden multifunktionalen Stühlen vorhanden. Im Nebenraum laden zwölf Kinderbettchen und mehrere Kuschelkörbchen zum Ausruhen ein. Eine kleine Küche und ein Wickelraum ergänzen die Einrichtung. Alle Einrichtungsgegenstände werden in den neuen Kindergarten mitgenommen. Die zwei weiteren Betreuerinnen, Kinderpflegerin Sabrina Krieg, die nachmittags zudem in der offenen Ganztagesschule in der Grund- und Mittelschule beschäftigt ist, und Kinderpflegerin Esther Peter-Wolf freuen sich auf ihre neuen Schützlinge.

Kämmerer Tobias Gasteiger, der immer ein Auge auf die kommunalen Finanzen hat, ist von dieser Lösung ebenfalls begeistert, zumal hier nur eine Investition von 10 000 Euro für eine zusätzliche Tür, kleine Umbaumaßnahmen und die Einhaltung der Brandschutzauflagen notwendig war. »Jede andere Lösung wäre teurer geworden«, erklärt er. Auch die früher einmal angedachte Unterbringung im Obergeschoß des Rot-Kreuz-Gebäudes wäre nicht nur um ein Mehrfaches teurer geworden, sondern aufgrund der Lage im Obergeschoß kaum zu realisieren gewesen.

Auf die öffentlichen Toiletten muss man in den nächsten Monaten verzichten. Eine weitere öffentliche Toilette steht jedoch im Heftergebäude im ersten Stock, sie ist barrierefrei mit dem Aufzug erreichbar.

tb