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Tennishallen-Gelände soll verkauft werden

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Selbst wenn ein Investor die bestehenden Tennishallen abreißen lassen wollte, müsste er laut Bürgermeister Rudi Jantke wieder eine Tennis- oder Sporthalle bauen. Im Grundbuchamt wurde eine Dienstbarkeit eingetragen. (Foto: T. Eder)

Grassau – Die Information, dass das Gelände der Tennishallen in Grassau verkauft werden soll, schlug bei der jüngsten öffentlichen Diskussionsveranstaltung der Freien Wählerschaft und der Unabhängigen Grassauer Liste im Gasthof zur Post ein wie eine Bombe. Es traf vor allem die anwesenden Marktgemeinderäte völlig unvorbereitet. Sie wussten darüber nicht Bescheid.


Durch die Änderung des Bebauungsplans »Grassau-Reifing« West, Mietenkamer Straße, befinden sich die Tennishallen künftig in einem Mischgebiet. Diese Information schockte die Gäste. In einer Immobilienausschreibung wird ein Baugrundstück für Wohn- und Gewerbeflächen mit knapp 6000 Quadratmeter Fläche zu einem Preis von knapp 3 Millionen Euro angepriesen. Die Fläche ist 52 auf 115 Meter groß. Zugesichert wird in der Anzeige, dass die aktuelle Bebauung vor dem Verkauf abgerissen werde. Laut gültigem Bebauungsplan müsse, so das Angebot, die Fläche zu mindestens 30 Prozent gewerblich genutzt werden.

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Ein Besucher betonte, dass die Tennishalle einen wesentlichen Bestandteil im touristischen Angebot am Ort darstelle und wichtig für den Tennisbetrieb in der Gemeinde seien.

Der Marktgemeinderat hatte am 1. August 2017 beschlossen, dass der Änderungsbereich (ehemals Minigolfanlage) auch für die Bestandsgebäude und Grundstück der Tennishallen gilt und eine Grundflächenzahl von 0,56 sowie eine Geschoßflächenzahl von 0,60 festzusetzen sei. Der Planentwurf vom 21. Juli 2017 zur Änderung des Bebauungsplans Nummer 2, Grassau–Reifing, Erweiterung West, für die neu zu bebauenden Grundstücke (Grundstück Minigolfanlage) sowie für Tennishallen wurde einstimmig angenommen. Durch den Satzungsbeschluss vom 26. Juni 2018 ist der Bebauungsplan rechtlich abgesichert.

Entsetzt zeigte sich ein Besucher der Versammlung, dass sich die Mischgebietsausweisung auch über den Bereich der Tennishallen erstreckt. Ob sich die Dienstbarkeit für das Gelände geändert habe, wollte dieser wissen.

Josef Grießenböck und Hans Genghammer, Marktgemeinderäte von der Freien Wählerschaft, sowie die Räte Mehdi Akbari und Dr. Winfried Drost von der Unabhängigen Grassauer Liste zeigten sich entsetzt und verwirrt. Damit hatte keiner der vier Räte gerechnet. Sofort wurde recherchiert und erkannt, dass die Bebauungsplanänderung auch für das Grundstück der Tennishallen gilt.

Jedoch nicht in allen Teilen, wie Bürgermeister Rudi Jantke gestern auf Nachfrage erklärte. Nach seiner Stellungnahme wurde der Bereich der Tennishallen in den Änderungsbereich zwar aufgenommen. Dennoch könne hier keine Wohnbebauung entstehen. »Als die Gemeinde damals das gemeindeeigene Grundstück verkauft hat, wurde extra im Grundbuchamt eine Dienstbarkeit eingetragen, wonach das Gelände nur mit einer Tennis- oder Sporthalle bebaut werden darf«, sagte Jantke. Zudem sei nur eine eingeschoßige Bebauung möglich.

Diese Dienstbarkeit habe nach wie vor Bestand und werde auch nicht aufgehoben. Somit seien die bestehenden Hallen, sollten sie abgerissen werden, wieder nur durch neue Hallen für Tennis oder Sport ersetzbar. Insofern seien die Angaben hinsichtlich Nutzungsarten, wie im Bebauungsplan angegeben, nicht auf das betreffende Grundstück übertragbar. tb