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Tausende Trachtler bevölkerten Rottau

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In ihren feschen Trachten waren die Rottauer Röckefrauen ein echter Blickfang. Am Festzug nahmen alle 23 Vereine des Chiemgau-Alpenverbands teil, 20 von ihnen hatten sogar eine Musikkapelle dabei. (Fotos: Adersberger)

Grassau – Herrliches Sommerwetter mit weißblauem Himmel herrschte am Sonntag beim Gaufest des Chiemgau-Alpenverbands in Rottau. Die tropischen Temperaturen am Nachmittag machten es erforderlich, dass während des Festzugs an mehreren Stellen Wasser verteilt werden musste.


Von den 23 Vereinen im Gau waren 20 mit einer Musikkapelle beim Festzug dabei. Das war eine Rekordbeteiligung.

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Drei Kanonenschläge vor dem morgendlichen Gebetläuten hatten einen großen Tag für Rottau angekündigt, den Festsonntag des 82. Gautrachtenfests des Chiemgau-Alpenverbands. Die Rottauer Trachtler hatten mit viel Arbeit alles sorgfältig vorbereitet und man kann mit Fug und Recht sagen, das ganze Dorf half dabei mit. Und alle wollten bei den Trachtlern und den vielen Besuchern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Häuser waren beflaggt, die Gartenzäune mit weißblauen Bändern geschmückt, die Straßen sauber gekehrt und die Dorfstraße sogar neu geteert.

Schon ab 6 Uhr war die Rottauer Dorfmusi unterwegs, um bei den Vorständen Lisi Hilger, Miche und Anderl Schmid, dem Ehrenvorstand Felix Uth und dem Schirmherrn Bürgermeister Rudi Jantke den Weckruf erschallen zu lassen. Auch Gauvorstand Miche Huber, der in Rottau wohnt, erfreute sich an dem morgendlichen Standerl. Nach dem Fahnengruß des Fähnrichs mit den ankommenden Vereinen zogen diese, angeführt von der Dorfmusi, ins Zelt ein.

In seinen Grußworten bezog sich Gauvorstand Miche Huber auf ein Erlebnis in Südtirol. Auf seine Frage bei einem 200-jährigen Gründungsfest in Südtirol, ob kein Gottesdienst sei, erhielt er die Antwort »Na, weil da geht ja eh koana hi!« Er forderte, bei besonderen Anlässen der Trachtler gehört der Gottesdienst einfach dazu. Auf ihn zu verzichten mit der Begründung, weil da eh keiner hingehe, sei zu einfach, so gehe der Blick für Sinn und Tiefe verloren.

In Rottau war der Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Andreas Horn, ein wichtiger Bestandteil des Gaufesttags; die Messe fand am Kirchplatz statt. Es war ein feierlicher und würdiger Gottesdienst. Mit einem Witz begann Pfarrer Andreas Horn die Predigt und folgerte darin, dass die Religion nicht verschwunden sei, aber viele Leute heute anderen Götzen wie dem Sport oder dem Konsum dienen würden und nicht mehr Christus. Er forderte die Trachtler auf, am Sonntag und im Jahresverlauf den christlichen Glauben zu leben. Die musikalische Umrahmung des Gottesdiensts übernahm die Dorfmusi. Rottauer Bläser spielten eindrucksvolle Weisen.

Nach dem Schlusssegen sprach der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch. Er meinte, wer ein solches Gaufest organisiere, da funktioniere die Gesellschaft noch. Der zweite Vorsitzende des Bayerischen Trachtenverbands, Peter Eicher, bat die Trachtler, dass sie dazu beitragen, dass Bayern Bayern bleibt. Den Rottauer Trachtlern übergab er ein Fahnenband von Ministerpräsident Markus Söder.

Der Festzug bot mit über 4000 Trachtlern einen farbenfrohen Anblick. Großen Beifall spendeten die Zuschauer den Ehrenkutschen, den Festwagen mit ihren verschiedenen Motiven und den Leutwagen mit den alten Leuten und den kleinen Kindern darauf und natürlich auch den Rosserern, die ihre Pferde sauber geputzt und geschmückt hatten. ja


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