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Renate und Gottfried Munkler unterhielten mit ihren Marionetten im Kurpark beim Fest »Ganz in Weiß«. (Foto: Eder)

Sommerfest: »Ganz in Weiß« im Grassauer Kurpark

Grassau – Es war ein ungezwungenes Sommerfest im Kurpark, organisiert vom Kulturleben Grassau mit der Kreativwerkstatt Ben Van in Mietenkam. Aufgerufen wurde zu einem Fest »Ganz in Weiß«, wobei jeder sein Essen, seine Getränke, Tisch und Stühle selbst mitbringen sollte. In geselliger Runde galt es einander kennenzulernen und den Tag zu genießen. Trotz des extrem heißen Wetters und dank der großen schattenspendenden Bäume im Kurpark kamen über 50 Gäste, auch, um sich von den Marionetten der Familie Munkler aus Mietenkam unterhalten zu lassen.


Gemütlich an Tischen mit weißen Tischdecken, gekleidet in sommerlichem weiß, ließen es sich die Kurparkbesucher gut gehen. Ben Vans Idee kam sehr gut an. Zur Freude aller boten die Marionettenbauer der Familie Munkler eine Ausstellung und zeigten ihre handgefertigten Unikate. Zudem mischten sich die Marionetten unter die Feiernden, sangen und tanzten, unterhielten sich mit den Leuten und amüsierten Erwachsene wie Kinder.

Bereits seit 1991 fertigt Renate Munkler in ihrer Freizeit Marionetten an, die dann auf Mittelaltermärkten bespielt wurden. Zum Marionettenbau sei sie durch eine Werbung im Briefkasten gekommen. Sie habe sich dann ein Buch bestellt und als Autodidakt gelernt, Marionetten herzustellen. Die Köpfe, die den Charakter der Figur repräsentieren, werden aus Holzmodelliermasse gefertigt und dann bemalt. Mal blickt die Figur träumerisch in den Himmel, ein anderes Mal direkt auf den Betrachter, einmal wissend, ein anderes Mal überlegt.

Wie Munkler erzählt, sei die Modellierung der Hände und der Fingerstellung anspruchsvoll, die zu der jeweiligen Figur passen muss, wie die knöcherne Hand der Hexe, die anmutigen schönen Hände der Bauchtänzerin oder die feinen Krallen der blauen Maus.

Ist der Korpus fertig, werden Gesichter und Hände bemalt und wird die Kleidung genäht. Lange Zeit braucht sie hierfür, denn es muss alles zusammenpassen. Dabei achtet sie auf jedes noch so kleine Detail, fertigt Schühchen, strickt Strümpfe, knüpft Kettchen, näht Knöpfe an. Bart und Haare dürfen ebenfalls nicht fehlen und auch kleine Accessoires wie Hüte, Brillen, Ringe finden sich an den Figuren.

Renate Munkler erweckt ihre Figuren mit den Schnüren zum Leben. Durch das besondere Spielkreuz sind sie sehr beweglich. Tuchmarionetten, die keine Beine haben, können über den Boden tänzeln und schweben. Andere Marionetten haben bewegliche Beine. Hilfe beim Bauen der Marionetten bekommt sie von ihrem Mann Gottfried, der auch das ergonomische Spielkreuz entwickelt hat. Dieses Spielkreuz eignet sich besonders gut für die offene Spielweise, also die Art des Marionettenspiels, bei der auch der Spieler zu sehen ist.

Gottfried Munkler ist zudem für das Marionettenspiel zuständig. Sobald er eine dieser Figuren in der Hand hält, folgen ihm die Blicke der Kinder und der Erwachsenen. »Es macht Spaß, Kinder wie Erwachsene mit den Figuren zu unterhalten. Im Kurpark lässt er die Marionetten tanzen. Die schöne Bauchtänzerin amüsiert gekonnt, verzückt die Gäste durch ihren Tanz. Der Musikus spielt auf seiner Laute ein Geburtstagsständchen. Die Hexe fragt die Kinder, ob eine Fliegenpilzsuppe schön machen kann und der Drache schwänzelt zwischen den Kindern hindurch. Alle Gäste im Kurpark freuten sich über diese besondere Attraktion und waren begeistert.

tb