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Rudi Jantke blickte auf letzte Wahlperiode zurück

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Grassau: Bürgermeister Rudi Jantke blickte auf letzte Wahlperiode zurück
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Rudi Jantke hatte sich eigentlich einen anderen Abschied gewünscht. Weit entfernt von den Gemeinderäten hielt er bei der Sitzung im Heftersaal einen Rückblick auf die letzte Wahlperiode. (Foto: Eder)

Grassau – »Die letzten zwei Monate hatten wir uns anders vorgestellt und vor allem hätte ich dem neuen Marktgemeinderat und meinem Nachfolger einen anderen Start gewünscht.« Das betonte Rudi Jantke in seiner Abschiedsrede im Marktgemeinderat. 18 Jahre war er Grassauer Bürgermeister.


Die Misere der Corona-Krise sei noch nicht vorbei. Dennoch, so Jantke, sei die schwierige Zeit bisher gut bewältigt worden. So wurde der Notbetrieb der Gemeinde so gestaltet, dass so wenig wie möglich Service-Verluste entstanden seien, obwohl die Verwaltung bisher komplett im Home-Office gearbeitet habe. Auch der Bauhof habe alle Arbeiten bestmöglich erledigt. Verschiedene Entscheidungen wurden auf dem Büroweg mit Einbindung der Verwaltung und des neuen Bürgermeisters getroffen. Lob sprach der bisherige Bürgermeister den Bürgern aus, die sich weitgehend an die Vorgaben gehalten haben. Auch hob er die enorme Hilfsbereitschaft hervor.

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Viel erreicht in den vergangenen sechs Jahren

Auf die letzte Wahlperiode zurückblickend meinte Jantke, es seien wichtige Projekte verwirklicht worden. Als Beispiele nannte er den Neubau des BRK-Hauses mit Familientreff und den anschließenden großen Kinderspielplatz in der Ortsmitte.

Ein Meilenstein sei auch der Bebauungsplan Kaiserblickstraße mit Bau eines neuen, modernen Senioren- und Pflegeheims mit betreutem Wohnen sowie die Ausweisung von Grundstücken für den Einheimischen-Bedarf. Große Entscheidungen wurden zudem im Rahmen des Schulprojekts getroffen. Die Barrierefreiheit wurde erreicht, die Generalsanierung des kompletten Altbestandes werde durchgeführt und auch der Neubau eines Schulgebäudes wird folgen.

Die neue Turnhalle sei bereits errichtet. An der Mietenkamer Straße wurde ein Mischgebiet für Firmen mit hochqualifizierten Ausbildungsplätzen geschaffen. Die Voraussetzungen für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Rottau liegen vor und das Grassauer Feuerwehrgerätehaus wurde bereits erweitert. Die Hubrettungsbühne wurde durch eine Feuerwehrdrehleiter ersetzt. An den barrierefreien Anbau an das Rottauer Pfarrheim beteiligt sich die Gemeinde.

Jantke erinnerte auch an die Umstellung der kompletten Straßenbeleuchtung auf LED. Ein großes Projekt war zudem die Ortsgestaltung von Mietenkam, sowie der Breitbandausbau und auch der Erwerb von Grundstücken, die für die Gemeindeentwicklung von Bedeutung sind. Dabei hob er den Kauf eines Grundstücks im ehemaligen Körting-Gelände mit 7600 Quadratmetern südöstlich des Sportparks, den Erwerb von 9600 Quadratmeter südöstlich des Sportparks und 2500 Quadratmeter an der Gänsbachstraße für den Bau einer neuen Kindertagesstätte hervor.

Jantke bedauerte, dass einige Angelegenheiten während seiner Amtszeit nicht gelöst werden konnten. So konnte der kleine Fußweg von der Haidstaudenstraße ins Ortszentrum nicht umgesetzt werden. Die Gemeinde sei machtlos, wenn ein Eigentümer nicht bereits sei eine kleine Fläche zu veräußern oder zumindest zur Verfügung zu stellen. Bedauerlich sei auch, dass der Dorfladen in Mietenkam wieder ohne Betreiber ist. Es gebe zwar Bewerber, doch aufgrund der Corona-Krise musste die Besichtigung verschoben werden.

Gleichwohl liegen die Hochwasserschutzmaßnahmen am Tennbodenbach auf Eis. Laut Jantke müssen diese so ausgestaltet sein, dass die Flächen vernünftig bewirtschaftet werden können und andererseits die errechnete Hochwassergefahr abgewendet werde. Nach der Ausbaggerung des Tennbodenbachs soll demnächst eine Neuberechnung vorgelegt werden. Intensiv werde den künftigen Marktgemeinderat die Neuplanung des ehemaligen Körting-Geländes beschäftigen. Die Voraussetzungen hierfür haben sich durch die Erstellung eines Rahmenplans und Kauf des Grundstücks verbessert.

»Der Markt Grassau ist sehr gut aufgestellt, mit sanierten Orskernen, in der Daseinsvorsorge mit moderner, sicherer Wasserversorgung und Abwasserentsorgung«, versicherte Jantke. Im Bereich erneuerbare Energien habe die Gemeinde einen weiten Vorsprung und im Bereich Kunst und Kultur seien die ausgezeichnete Musikschule und das Chronikprojekt nur beispielhaft genannt. Auch im Freizeitsektor stehe Grassau mit Sportanlagen, Wanderwegen und Reifinger Badesee gut da. Letztlich habe der Markt Grassau eine so gute finanzielle Ausstattung wie nie zuvor in seiner Geschichte.

Jantke meinte zudem, dass sich mit der Krise auch in der Gemeindepolitik einiges ändern werde. So sei nicht sicher, ob die Einkommensteuerausfälle kompensiert werden können. Allerdings, so Jantke, waren in den vergangenen Jahren auch immer wieder Krisenzeiten zu überwinden und Grassau habe gut daran getan, sich nicht kaputt zu sparen, sondern in Notwendiges, Wichtiges und Sinnvolles zu investieren. Gut sei, dass bereits feste Förderzusagen für die Projekte Feuerwehrhaus und Schule vorliegen.

Geschäftsleiter Peter Enzmann ergänzte die Zusammenfassung mit statistischen Zahlen. So gab es in den zurückliegenden sechs Jahren 96 Sitzungen und 159 Ausschusssitzungen mit insgesamt 926 Beschlüssen. In dieser Zeit wurden 112 Millionen Euro verwaltet. Werde 2020 hinzugerechnet, seien es 138 Millionen Euro. 23 Millionen Euro wurden in den sechs Jahren investiert. Aus Sicht der Verwaltung gab es »fast paradiesische Zustände« und es sei sehr angenehm gewesen zusammenzuarbeiten, so Enzmann. tb