Nutzungsänderung des ehemaligen Seniorenheims

Bildtext einblenden
Nichts erinnert mehr daran, dass dies vor kurzem noch ein Seniorenheim war. Nun sollen in dem Gebäude 17 Appartements und ein mobiler Pflegedienst untergebracht werden.

Grassau – Das Grassauer Seniorenheim ist mittlerweile in die Kaiserblick- Straße umgezogen. Seit geraumer Zeit wird das einst genützte Gebäude im Ortszentrum umgebaut. Nun stellten die Inhaber einen Antrag auf Nutzungsänderung des ehemaligen Heims. Hier sollen jetzt 17 Appartements entstehen. Dem Antrag wurde in der jüngsten Sitzung unter Vorbehalt zugestimmt.


Wie Bürgermeister Stefan Kattari erläuterte, sei der Einbau von 17 Appartements in den ehemaligen Pflegezimmern vorgesehen. Im Erdgeschoß seien Büroräume für einen ambulanten Pflegedienst geplant. »Was uns am meisten beschäftigt, ist die Stellplatzsituation«, betonte er. Nach der Stellplatzverordnung müsse bei Arbeitnehmerwohnheimen ein Stellplatz pro vier Betten nachgewiesen werden. Allerdings wisse man die Zahl der Betten nicht, erklärte Kattari.

Für Büro und Verwaltung müsste zudem pro 40 Quadratmeter Fläche wiederum ein Parkplatz vorgehalten werden. Demzufolge seien allein für das Erdgeschoß fünf Stellplätze nachzuweisen. Insgesamt gibt der Bauwerber nur acht Stellplätze an. »Acht Stellplätze reichen für das Vorhaben jedoch nicht aus«, so Kattari.

Die Stellplätze müssten nicht unbedingt auf dem Grundstück nachgewiesen werden. Möglich seien auch Parkflächen auf einem geeigneten Grundstück in der Nähe, oder aber der Bauherr löst Stellplätze bei der Gemeinde für 5000 Euro ab. Im Stellplatz-Ablösevertrag werde zudem geregelt, dass diese Summe für die Herstellung oder Instandhaltung von Parkflächen sowie Elektroladestationen, für den Radwegebau, Radabstellplätze oder sonstige Maßnahmen, die zur Entlastung der Straßen führen, verwendet werden kann.

Des Weiteren erklärte Kattari, dass der Eigentümer verpflichtet sei, die Appartements nur an Personen, die im Seniorenheim beschäftigt sind, zu vermieten. Ein Pflegedienst im Erdgeschoß und damit eine geschäftliche Aktivität im Ortszentrum sei gut für das Ortsbild, meinte Kattari. Jedoch müsse der Bauwerber die Stellplätze noch nachweisen. Von Verwaltungsseite wurde vorgeschlagen, dass maximal drei Stellplätze von der Gemeinde abgelöst werden können.

Mit einer Stellplatzablöse konnte sich Daniela Ludwig (CSU) nicht anfreunden. Ihrer Ansicht nach müssten 23 Parkplätze, 17 für das Wohnheim und fünf für den Bürobereich, geschaffen werden. Der gemeindliche Hefterparkplatz in der Nähe sei bereits gut belegt und im zentralen Bereich könnten keine Stellplätze abgelöst werden.

Ähnlich sah es Mehdi Akbari (UGL), der zudem überrascht war, dass nun auch Büros geplant seien. Auch Thomas Hofmann (AE) sprach das Parkproblem an, zumal der mobile Pflegedienst dann auch Dienstfahrzeuge habe. Hofmann wusste, dass der Bauwerber in der Nähe ein weiteres Grundstück habe, auf dem die fehlenden Parkflächen entstehen könnten. Laut Werner Haslinger sei es unerheblich, ob nun 5000 oder 10.000 Euro für die Parkplatzablöse gezahlt werde, da die Gemeinde keine Möglichkeit zur Herstellung habe. Dem schlossen sich auch Tom Hagl (CSU) und Thomas Göls (CSU) an. Ein Nachweis von Parkflächen beim neuen Seniorenheim in der Kaiserblick-Straße sei nicht möglich, so Kattari auf die Frage von Sepp Grießenböck, da dieses nicht in der Nähe sei.

Gegen die Nutzungsänderung zur Schaffung von Büroräumen sprach sich Hans Genghammer (FW) aus. Er argumentierte, dass diese Fläche im Sinne von bezahlbarem Wohnraum zur Verfügung stehen sollte.

Franz Pletschacher (BP) ergänzte, dass beim neuen Seniorenheim der ambulante Pflegedienst installiert werden könnte. Das Erdgeschoß im Gebäude im Ortszentrum solle Wohnraum werden. Franz Heuberger (SPD) hingegen erachtete einen ambulanten Pflegedienst zentral im Ort als positiv. Schließlich einigte sich das Gremium einstimmig darauf, dem Antrag auf Nutzungsänderung hinsichtlich der Appartements zu zustimmen, sofern die Parkflächen nachgewiesen werden können. Bei drei Gegenstimmen wurde auch dem ambulanten Pflegedienst zugestimmt.

tb