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»Nicht auf Biegen und Brechen etwas ändern«

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Grassau: Stefan Kattari mag seine neue Arbeit als Bürgermeister
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Seit rund 100 Tagen im Amt: Stefan Kattari. (Foto: Eder)

Grassau – Die ersten rund 100 Tage im Amt sind für Stefan Kattari geschafft. Doch diese fielen bedingt durch die Corona-Krise in keine leichte Zeit, in der Grassaus neuer Bürgermeister mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert wurde. Mit dem Traunsteiner Tagblatt hat er über die Anfangszeit gesprochen.


Wie fühlen Sie sich mit Ihrer neuen Aufgabe als Chef von rund 100 Angestellten?

Nicht wesentlich anders als zuvor, mit einer Ausnahme: Ich bin stolz darauf, dass ich die Verantwortung für so engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen darf. Ob Bauhof, Hauptverwaltung, Musikschule, Tourist-Info, Museum oder bei den Reinigungskräften: An allen Stellen wird mit großem Engagement schnell und gut gearbeitet. Und der Umgang untereinander ist sehr freundlich, oft sogar freundschaftlich. Das sind hohe Qualitäten, die dem Markt Grassau insgesamt zugutekommen.

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Vermissen Sie ihre Arbeit als Museumsleiter?

Ja und nein. Ja, weil ich die Arbeit sehr gerne gemacht habe und noch viele Ideen für das Klaushäusl habe. Nein, weil meine neue Aufgabe, auch wenn sie völlig anders aussieht, wieder sehr schön und erfüllend ist. Und weil es gerade so viel zu tun gibt, dass ich gar nicht so recht zum Vermissen komme.

Sie hatten bereits vorher ein Büro im Rathaus. Wie war der Umzug in das Chefbüro?

Völlig unspektakulär. Ich habe meinen Bürostuhl mitgenommen und mich sehr gefreut, dass die Kolleginnen und Kollegen mein neues Büro zum Amtsantritt sehr herzlich dekoriert haben.

Es ist nicht leicht, einen langjährigen Bürgermeister abzulösen. Haben Sie von Ihrem Vorgänger etwas an Erfahrung mitnehmen können und was werden oder wollen Sie ändern?

Von Rudi Jantke habe ich vieles gelernt, unter anderem, wie eine breite Zusammenarbeit über alle Fraktionsgrenzen hinweg im Marktgemeinderat gut und dauerhaft funktionieren kann. Dies fortzusetzen, sehe ich als eine meiner wichtigsten Aufgaben. Ich muss nicht auf Biegen und Brechen etwas ändern, diese Frage stellt sich mir nicht. Es ändert sich wahrscheinlich ohnehin genug, schon weil ich eine andere Person bin.

Ihre Amtsübernahme fiel in eine schwere Zeit. Hat die Corona-Krise Auswirkungen auf Ihre Arbeit?

Ich merke die Corona-Krise in meiner Arbeit im Rathaus kaum, abgesehen davon, dass wir auf den Gängen Masken tragen, keine Hände schütteln und vorsorglich Kürzungen im Haushalt vorgenommen haben. Was mir fehlt, sind die intensiven Kontakte mit den Bürgerinnen und Bürgern: keine Besuche bei den hohen, runden Geburtstagen, keine Feste, kaum Vereinsveranstaltungen, und auch die Bürgerversammlungen werden in diesem Jahr wohl nicht möglich sein.

Es standen bereits große Projekte an. Welches hatte für Sie bislang die größte Bedeutung?

Die Neuplanung des Gewerbeparks stellt für Grassau eine große Chance dar. Dass es gelungen ist, mit dem neuen Gemeinderat eine einstimmige Entscheidung für den Einstieg in die Planungen zu finden, ist ein sehr hoffnungsfrohes Zeichen. Drei größere Baumaßnahmen stehen zudem in naher Zukunft an: das neue Feuerwehrhaus in Rottau, zwei Mietwohnungshäuser für Einheimische an der Kaiserblickstraße und als größtes Vorhaben die Sanierung und der Teilneubau des Schulgebäudes.

Haben Sie Ihre Entscheidung, das Bürgermeisteramt anzunehmen, schon einmal bereut?

Nein.

Gab es etwas, mit dem Sie nicht gerechnet haben und Ihnen besonders positiv aufgefallen ist?

Mit Staunen und Freude nehme ich wahr, wie anhaltend nett und freundlich die Menschen mit mir umgehen, seit meine Kandidatur im Frühjahr 2019 öffentlich geworden ist. Ich wünsche mir, dass ich wenigstens einen Teil davon in meiner täglichen Arbeit zurückgeben kann.

Tamara Eder