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Den Integrationspreis der Regierung von Oberbayern erhielt der Wirtschaftskurs der9. Klasse der Grund- und Mittelschule Grassau. Den Preis übergaben im Maximiliansaal in München Innenminister Joachim Herrmann (Zweiter von rechts) und Regierungs-präsidentin Maria Els (rechts) an Kursleiterin Mirela Mitrenko und Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari. (Foto: Bergold/Regierung von Oberbayern)

Nachhaltigkeitsprojekt von Grassauer Schülern mit Integrationspreis ausgezeichnet

Grassau – Mit dem Integrationspreis, dotiert mit 500 Euro, hat die Regierung von Oberbayern das Projekt »nach-Halt-igkeit« des Wirtschaftskurses der 9. Klasse der Grund- und Mittelschule Grassau ausgezeichnet. Kursleiterin und Lehrkraft Mirela Mitrenko und Bürgermeister Stefan Kattari nahmen den Preis im Maximiliansaal aus den Händen von Staatsminister Joachim Herrmann und Regierungspräsidentin Maria Els in Empfang.


Den insgesamt 13 Preisträgern sprach Herrmann Dank und Anerkennung aus. Gewandt an die Gewinner sagte er: »Mit Ihren Initiativen und beeindruckenden Engagement tragen Sie dazu bei, dass Menschen, die neu zu uns kommen, sich in unserer Gesellschaft einbringen und willkommen fühlen. Sie sind Vorbilder für uns alle.«

Der Minister hob hierbei auch den unermüdlichen Einsatz unter erschwerten Bedingungen zu Corona-Zeiten hervor. »Unsere Ehrenamtlichen haben alles getan, um das Unterstützungssystem am Laufen zu halten.« Regierungspräsidentin Els schloss sich den lobenden Worten an und ergänzte: »Wir zeichnen Ihr Engagement zugleich stellvertretend für die vielen weiteren Integrationsprojekte in Oberbayern aus, die eindrucksvoll zeigen, wie Integration vor Ort gelingen kann.«

»Während des Lockdowns haben wir versucht, weiterhin mit den Schülern in Kontakt zu bleiben«, erzählte Mirela Mitrenko. »Und da Nachhaltigkeit ohnehin ein großes Thema an der Schule ist, wurde das Projekt gemeinsam entwickelt.« Den Schülern, die zum großen Teil einen Migrationshintergrund haben, sei es wichtig gewesen, dass Dinge im Kreislauf bleiben und nicht einfach weggeworfen werden. Vielmehr sollten Gegenstände aufbereitet und verkauft werden.

Da viele Gegenstände aus dem Schulhaus, bedingt durch die Sanierung, sonst auf dem Müll gelandet wären, boten sich hier bereits die ersten Artikel für das Projekt an. Die Schüler wurden auch zuhause aktiv und suchten dort, natürlich in Rücksprache mit den Eltern, nach noch brauchbaren, zum Verkauf geeigneten Dingen. Die Artikel wurden beschrieben, fotografiert und im Internet auf der Seite der Schule zum Kauf angeboten.

Neben alten Landkarten, die sehr gefragt waren, wurden auch Langbänke aus der alten Turnhalle und weitere Gegenstände aus der Schule angeboten. Hinzu kamen Artikel der Schüler.

Telefonisch konnten die Interessenten die Artikel erwerben. Dies wurde alles während des Lockdowns vorbereitet. Als dann wieder Schule in Präsenz möglich war, bereiteten die Schüler einen Flohmarkt auf dem Schulgelände vor. An einem Julitag konnten dann auch die bereits vorbestellten Artikel abgeholt werden.

Der Flohmarkt war sehr gut besucht – und der Erlös freute die Schüler, die hiervon die Ausgaben tilgten und sich zudem noch einheitliche T-Shirts als äußeres Zeichen der Zusammengehörigkeit zulegten. Auch ein gemeinsames Essen wurde vom Erlös bezahlt.

Vom Zuspruch waren die zehn Schüler aus insgesamt sieben Staaten begeistert. Wichtig sei gewesen, dass sie sich gemeinsam auf den Weg gemacht hätten, Ideen entwickelt und umgesetzt hätten – dass sie gemeinsam angepackt hätten, so die Wirtschaftslehrerin. Herkunft und Sprache der Schüler hätten bei diesem Projekt keine Rolle gespielt.

»Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen«, betonte Mirela Mitrenko. Ein zweiter Teil werde folgen. Hierfür werde auch ein Teil des Preisgeldes verwendet. Im Nachgang sei das gesamte Projekt auf den Prüfstand gestellt worden – und im zweiten Teil solle es weiter perfektioniert werden, so Mitrenko.

»Großartig, was auf die Füße gestellt wurde«, lobte Bürgermeister Stefan Kattari die Schüler und die Lehrerin. Er freute sich, dass das Projekt auf so hoher Ebene Wertschätzung erfahren habe.

tb