Nach dem Auftakt des »Bergmähder-Projekts« werden nun vier weitere Almen erfasst

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Die Huber-Weitwies-Alm ist eine von vier Almen, die aufgelichtet und entbuscht werden sollen. Foto: Höper

Grassau – Beim Ökomodell Achental wurde jetzt der Sachstand im Bayern-NetzNatur-Projekt »Almen und Bergmähder zwischen Hochgern und Achental«. vorgestellt. Dabei informierte Projektmanager Markus Höper über die Vegetationsaufnahmen der Almen und Kartierung der Dauerbeobachtungsflächen.


Um die Nutzungsform »Bergmähder« zu reaktivieren und verloren gegangene Arten zurückzugewinnen, wurde vom Ökomodell Achental mit Christian Tegethoff, dem Almfachberater am Landwirtschaftsamt Rosenheim, das Projekt »Almen und Bergmähder zwischen Hochgern und Achental« ins Leben gerufen.

Als Auftakt wurde im September 2020 eine Fläche am Hochgerngipfel gemulcht und mit einem Freischneider bearbeitet, um den Jahrzehnte alten Grasfilz zu beseitigen. So soll die Fläche künftig mit einem Messerbalken mähbar sein. Der Termin wurde so gelegt, dass kaum Insekten da waren. Der Zweitaufwuchs soll im Spätsommer durch Nachbeweidung mit Rindern der Weitalm genutzt werden.

Durch die Kombination dieser Nutzungen sollen der Fläche die über die letzten Jahrzehnte aufgebauten Nährstoffe entzogen werden, sodass sich konkurrenzschwächere Kräuter und Gräser wieder etablieren können. Durch Verbiss und Tritt der Rinder wird die Bestockung angeregt. So kann sich wieder eine dichte Grasnarbe mit Kräutern und Gräsern entwickeln. Welche Pflanzen- und Tierarten sich wieder ansiedeln, wird von einem Fachbüro dokumentiert.

Eine positive Entwicklung der Biodiversität sei bereits zu erkennen. In den Folgejahren müsse die Fläche im Frühsommer mindestens einmal pro Jahr gemäht und das Mähgut entfernt werden. Weiter geplant ist die zweite Mahd im Spätsommer 2021 und die Entbu-schung am Langen Stein.

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie soll am Beispiel von vier Almflächen und den ehemaligen Bergmähdern am Hochgerngipfel ein Modell zur naturschutzorientierten Beweidung und Mahd entwickelt werden. Vergraste, verfilzte und verbuschte Flächen sollen wiederhergestellt werden, um dem Verlust vieler seltener Pflanzen und Tiere entgegenzuwirken. Aktuell sind die Weitalm (Unterwössen), Neugrabenalm (Unterwössen), Huber Weitwies Alm (Schleching) und Steinbergalm (Schleching) im Antrag aufgeführt.

Auf den vier Almen können nun Maßnahmen beantragt und bis Herbst 2021/Frühjahr-Sommer 2022 umgesetzt werden. Im Anschluss an die Studie sollen weitere Almen und Bergmähder in ein Projekt aufgenommen werden. Bei der Umsetzung spielen die Landwirte im Achental als Landschafts- und Naturschutzpfleger eine zentrale Rolle. Ohne sie würde die Kulturlandschaft nicht so aussehen, wie wir sie kennen und schätzen.

Träger des Projekts »Almen und Bergmähder zwischen Hochgern und Achental« ist das Ökomodell Achental. Gefördert wird es von der Regierung von Oberbayern im Rahmen des »Biodiversitätsprogramms Bayern 2030« und dem Landratsamt Traunstein. Ab nächstem Jahr sollen weitere Projekte auf den Almen und im Tal umgesetzt werden, um die Kulturlandschaft zu erhalten und zu fördern. fb