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»Ich sehe die Zeit auch als Chance«

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Die Kirche in Grassau ist offen. Hier liegen auch die Informationen und Anregungen für die Hausgottesdienste aus. Ab Ostersonntag brennt dann auch das Osterlicht. (Foto: Eder)

Grassau – Im Pfarrverband Grassau tut sich einiges, wenn derzeit nach außen auch nur wenig sichtbar. Mit vielen kleinen Anregungen wird versucht, auch in der Osterzeit Kontakt zu halten. Besonders engagiert zeigt sich Gemeindereferentin Birgit Steinbacher.


Steinbacher, selbst Mutter von drei Kindern, weiß, wie schwierig sich derzeit der Alltag in der Familie gestalten kann. Sie hat für sich und ihre Familie aber einige Möglichkeiten gefunden, wie das Osterfest zu einem ganz besonderen, innigen Fest werden kann und teilt ihre Anregungen. »Ich sehe die Zeit auch als Chance. Man muss und kann einfach viel Zeit miteinander verbringen und das empfinde ich als großes Geschenk. Wann hat man schon einmal so viel Zeit, vielleicht in den großen Ferien, aber da hat man Urlaubs- oder Unternehmungsstress. So darf man sich kreativ etwas für die gemeinsame Zeit einfallen lassen«, sagt sie.

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Am heutigen Gründonnerstag backe sie mit ihren Kindern Fladen. Auch die Geschichte der Fußwaschung werde gemeinsam gelesen und dann nachgespielt. Eine gute Möglichkeit, die Geschichte Jesu mit Kreuzweg und Auferstehung den Kindern nahe zu bringen, sieht sie im bewussten Lesen der Kinderbibel. Gerade in dieser Botschaft vom Sterben und Leben, von der Auferstehung liege etwas ganz Besonderes für diese jetzige Zeit. Man könnte die vergangenen Wochen auch als große Fastenzeit betrachten.

Für das Osterfest rät Steinbacher, dieses ganz bewusst zu feiern. So könnte man die Osterkerze gemeinsam anzünden, die Speisen in einem Körbchen zusammenstellen und auch im Familienkreis segnen. Auch ohne Ostergottesdienst könne das Fest zuhause wunderbar gefeiert werden.

Das Osterfest sei ein Familienfest, doch diese können derzeit nicht beisammen sein. Gerade hierfür hat Birgit Steinbacher auch einen Tipp. Man sollte sich bewusst überlegen, wer die Ostertage vielleicht allein verbringen muss. Ein kleiner Ostergruß vor der Haustüre könne diesen einsamen Menschen eine Freude bereiten. Oder aber auch einmal zum Telefon greifen und liebe Menschen, die man nicht sehen kann, anrufen. Kontakt halten über Telefon oder per E-Mail sei am Gemeinschaftsfest eine tolle Sache.

Ein weiterer Vorschlag der Gemeindereferentin ist, sich selbst einen kleinen Kreuzweg ausdenken und diesen nachzuvollziehen. Tipps und Anregungen hierfür liegen in der Pfarrkirche aus. Übrigens wird auch die Osterkerze in der Kirche brennen. An ihr kann man mitgebrachte Kerzen entzünden und so das Osterlicht mit nach Hause nehmen.

Für den Ostersonntag habe sie sich einen Emmaus-Gang überlegt. Diesen Spaziergang können Eltern mit ihren Kindern gehen und die einzelnen Stationen besuchen. Nähere Informationen liegen ebenfalls in der Kirche aus.

Birgit Steinbacher ist sich bewusst, dass diese Zeit für einige Familien schwer ist. Auch ihre Kinder vermissen die Freunde, fragen ständig nach. Gerade auch für die Kinder gelte es ein besonderes Osterfest zu gestalten.

»Die Aus-Zeiten erweisen sich oft als besondere Orte des Lernens und Erfahrens. Und wo etwas Aus ist, kann anderes Angehen. Das ist ja gerade das Geheimnis von Ostern. Aus und An liegen unmittelbar nebeneinander. Mit dem Tod Jesu am Kreuz stand so vieles vor dem Aus. Und doch fing mit Ostern etwas unglaublich Neues an«, schreibt Pfarrer Andreas Horn in seiner Osterbotschaft. Er macht damit Mut und sieht die Chance auf einen ganz besonderen Neuanfang nach der Krise.

Das Seelsorgeteam ist auch jetzt, wenn auch aus der körperlichen Distanz und vor allem schriftlich für die Kirchengemeinde da. Kreative Ideen für die Gläubigen werden erarbeitet, um über die kontaktlose Zeit hinwegzuhelfen. Zuversicht, dass sich nach dieser Zeit des Abstandhaltens wieder neue Türen öffnen werden, werden aufgezeigt.

Wie Pfarrer Horn betonte, sollte die Zeit auch ganz bewusst zur Reflektion, was wirklich wichtig ist, betrachtet werden. Für Hausgottesdienste habe Diakon Johannes Notter Anregungen zusammengestellt, die ebenfalls aufgelegt werden. Es lohne sich auch, die Homepage des Pfarrverbands zu besuchen. tb