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Hausordnung für den Reifinger Badesee

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Der aufblasbare und sehr beliebte »Eisberg« darf laut Sicherheitskonzept nicht mehr installiert werden. Auch das Holzfloß muss entfernt werden. (Foto: Eder)

Grassau – Die Gemeinde ist zuständig für die Sicherheit am Reifinger Badesee. Aus haftungsrechtlichen Gründen wurde im März die Satzung zur Benutzung des Sees außer Kraft gesetzt. Jetzt beschloss der Marktgemeinderat einhellig eine Hausordnung, die unter anderem die zeitliche Benutzung, aber auch Verhaltensregeln beinhaltet.


Badeunfälle in kommunalen Badegewässern zeigten, welche Ausmaße die kommunale Verantwortung haben kann. Um die Haftung für die Gemeinde so gering wie möglich zu halten und trotzdem einen Badebetrieb zu ermöglichen, muss ein Sicherheitskonzept erstellt werden. Dieses wird derzeit erarbeitet und soll schrittweise umgesetzt werden. Laut Bürgermeister Stefan Kattari sei dies ein mehrstufiger Prozess. Ohne Sicherheitskonzept gebe es drei Möglichkeiten. Zum einen sämtliche Badeeinrichtungen zurückzubauen, Stege und Badefloß zu entfernen oder das Gelände einzuzäunen und einen Bademeister zu beschäftigen. Als dritte Variante stehe die Umsetzung eines Beschilderungskonzepts zur Wahl.

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Badebetrieb ähnlich wie bisher

Die beiden ersten Varianten kommen für ihn nicht in Frage, so Kattari weiter. Im Vordergrund müsse ein Badebetrieb in ähnlicher Form wie bislang stehen, damit Familien ohne Aufwand und Kosten das Badegewässer nutzen können. Im Beschilderungskonzept werde gefordert, an allen vier Eingängen Schilder mit Sicherheitshinweisen und der Hausordnung zu installieren.

Geregelt werden in der Hausordnung unter anderem, dass ein Aufenthalt auf dem Gelände nur von 6 bis 22 Uhr gestattet ist, Pflanzbereiche außerhalb der Liegewiesen nicht betreten und die Wege mit Kleinkrafträdern nicht befahren werden dürfen, Grillen und Party untersagt sind sowie Sport- und Badebekleidung zu tragen ist. Zudem dürfen Hunde zwischen dem 1. Mai und dem 30.September nicht auf dem Gelände sein und müssen in der übrigen Zeit an der Leine geführt wurden. Die Benutzung von Booten und Modellbooten, aber auch von Surfbrettern sei untersagt.

Klaus Noichl (CSU) sprach Stand-Up-Paddels an, die in jüngster Zeit vermehrt zu sehen seien und für Badegäste gefährlich werden können. Entschieden wurde, Stand-Up-Paddels als nicht zulässig mit aufzunehmen. In der Hausordnung werden außerdem das Campen und das Aufstellen von Zelten untersagt. Daniela Ludwig (CSU) verwies auf Camper, die sich auf der angrenzenden Wiese vermehrt aufhalten. Gegen die Camper sei im Grunde nichts einzuwenden, nur frage sie, wo diese ihre Notdurft verrichteten. Das Problem, so Bürgermeister Kattari, sei bekannt. Diese Wiese gehöre aber einem Landwirt und die Gemeinde sei nicht zuständig. Mehrfach wurde dieser aufgefordert, den Zugang abzusperren.

Bei Verstößen kann Anzeige erstattet werden

Olaf Gruß (SPD) fragte, ob die Zufahrt zum Parkplatz in die Hausordnung einbezogen werden könne, dann sei das Campen auch nicht möglich. Laut Klaus Noichl sei der Parkplatz in Reifing zu klein und an heißen Badetagen werde die Zufahrt zugeparkt. Der Rettungsweg sei nicht mehr frei, meinte er. Laut Kattari habe sich der Bauausschuss die Situation angesehen und ein generelles Parkverbot als nicht notwendig erachtet. Hans Genghammer (FW) fragte nach Sanktionsmaßnahmen. Laut Geschäftsführer Peter Enzmann kann bei Verstößen gegen die Hausordnung bei der Polizei Anzeige erstattet werden. Richard Schreiner (SPD) erkundigte sich, was unter dem Verbot von »übermäßigem Alkoholkonsum« zu verstehen sei. Dieses soll verhindern, dass sich Betrunkene am See aufhalten, so der Bürgermeister. Thomas Göls (CSU) schlug vor, zu fixieren, dass sich stark alkoholisierte Personen auf dem Gelände nicht aufhalten dürfen. Dem stimmten die Räte zu.

Laut Sicherheitskonzept gibt es fünf Gefahrenstellen. Zum einen den Nichtschwimmerbereich, der bislang durch eine Bojenkette vom tiefen Bereich getrennt ist. Laut Sicherheitskonzept sollte diese Kette entfernt werden, da im Einzelfall Kinder dort nicht mehr stehen können. Stattdessen sollten Schilder im Wasser aufgestellt werden, die auf Absturz ins Tiefe hinweisen. »Auf die Bojenkette zu verzichten, ist uns aber zu heiß«, meinte Kattari. Auch Richard Schreiner (SPD) fügte an, dass auf diese Kette auf keinen Fall verzichtet werden könne. Die Gefahr, ins tiefe Gewässer an der Abbruchkante zu gelangen, sei größer, als sich an der Kette zu verletzen. Dem schloss sich auch Franz Heuberger (SPD) an.

Für »Eisberg« bräuchte man eine Badeaufsicht

Die zweite Gefahrenstelle sei der Steg. Hier müsse ein Schild angebracht werden, dass ein seitliches Herunterspringen aufgrund der geringen Wassertiefe untersagt sei, erklärte Kattari. Eine weitere Gefahrenquelle sei die Badeinsel, das Badefloß. Auf dieser könnte ein Lagerfeuer entfacht werden. Vorschlag sei, ein kleineres Badefloß anzuschaffen. Ein weiteres Gefahrenschild und eine Ausstiegsmöglichkeit müssen am nord-östlichen Zugang errichtet werden. Die fünfte Gefahrenquelle sei der aufblasbare »Eisberg«. Nach Auskunft der Gutachter dürfe der Eisberg ohne Badeaufsicht nicht mehr installiert werden, erklärte der Rathauschef. Zu prüfen sei, ob es hierfür Alternativen gebe.

Laut dem Vorschlag der Gutachter müsse eine Reihe von Schildern aufgestellt werden: an den vier Eingängen, aber auch an den Stegen, im Nichtschwimmerbereich sowie an weiteren Stellen. So werde aus dem Reifinger Badesee ein »Reifinger Schildersee«, fügte Richard Schreiner an. Das Beschilderungskonzept wurde dann aber einstimmig angenommen. tb