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LAG-Vorsitzender Sepp Reithmeier (von links), Museumsleiterin Anette Grimm, Bürgermeister Stefan Kattari und LAG-Manager Christian Fechter präsentierten die neueste Station in der Römerregion Chiemsee. (Foto: Eder)

Grassauer Station zur »Römerregion Chiemsee« eingeweiht

Grassau – In Grassau wurde nun die vorletzte Station der »Römerregion Chiemsee« eingeweiht – eine Station speziell für Kinder. Am Beginn des Moor-Erlebniswegs, erreichbar über den Weg vom Museum Klaushäusl, steht nun ein großes Bandolino, das Rohstoffe der Römerzeit den fertigen Produkten zuordnen lässt.


Dass die Einweihung der verschiedenen Stationen der Römerregion zeitlich so verteilt ist, stellt für Bürgermeister Stefan Kattari keinen Nachteil dar. Im Gegenteil bleibe das Projekt dadurch spannend. In Grassau sei schnell klar gewesen, dass man sich an dem Leader-Projekt Römerregion Chiemsee beteiligen werde, auch wenn es keinen direkten Nachweis für Römer im Gebiet gebe, trotz des römischen Grabsteins in der Mietenkamer Kirche. Dass die Region jedoch von den Römer geprägt war, könne an anderer Stelle entdeckt werden, so Kattari, und zwar über das Torfprofil, ausgestellt im Museum Salz und Moor in Klaushäusl. Auch die offene Landschaft spricht für eine römische Besiedelung. Die Herausforderung war nun, wie der Grassauer Beitrag zum Projekt aussehen könnte. »Wir versuchen das Landschaftsbild aus früheren Jahrtausenden zu zeigen«, so der Rathauschef. Anette Grimm, Leiterin des Museums Klaushäusl und zugleich Biologin, nahm sich des Themas an.

Zur Römerzeit gab es weder Pommes noch Ketchup, denn Kartoffeln und Tomaten stammen ursprünglich aus Amerika. Mit dem rund 1,50 Meter hohem Bandolino, mit dickem Seil und graphisch ansprechend gestaltet, können Kinder und Erwachsene nun einiges über die Landwirtschaft vor 2000 Jahren lernen, was angebaut und letztlich daraus gefertigt wurde.

Über das Leader-Programm informierte Sepp Reithmeier, Vorsitzender der Leader-Gemeinschaft Chiemgauer Seenplatte (LAG), der auch an die anfänglichen Herausforderungen des Projekts Römerregion erinnerte. Einige Orte haben eine offensichtlich römische Geschichte wie Chieming und Seebruck. Man merkte schnell, dass rund um den Chiemsee die Römer waren. Eine Herausforderung war es, so Reithmeier, die Funde und Hinweise römischer Vergangenheit in den Gemeinden zu verknüpfen. Christian Fechter, Manager der lokalen Arbeitsgruppe, trug die Informationen in die 27 Kommunen der Leader-Gemeinschaft und konnte elf für eine Teilnahme gewinnen. Insgesamt gibt es nun 33 Stationen. »Es ist so viel Potenzial da«, betonte Reithmeier und informierte, dass die erste Stufe des Gesamtprojekts geschafft sei. Es gehe aber weiter und so werden derzeit Gästeführer ausgebildet und die Stationen in einem Buch zusammengefasst.

Anette Grimm stellte unterstützt von Isabell Gasteiger die Mitmachstation für Kinder vor. Mit Hilfe des Seils können die Bilder auf der linken Seite denen auf der rechten zugeordnet werden. Die Auflösung des Rätsels ist auf der Rückseite des Bandolinos zu sehen. Schließlich informierte Kattari noch, dass über die Station hinaus mit einem großen Schild auf die Römerregion hingewiesen wird und auch im Grassauer Kurpark findet sich ein Schild, das prähistorische Wege des Achentals thematisiert.

Tb