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Grassauer Gemeinderat lehnt Abriss des Postgebäudes ab

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Grassau: Gemeinderat lehnt Abriss des Postgebäudes ab
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Der Bestand dieser Postfiliale und der Postagentur sind dem Marktgemeinderat wichtig. Die Abrissanfrage wurde abgelehnt. (Foto: T. Eder)

Grassau – Über 3000 Quadratmeter umfasst das Areal der Postfiliale mit Paketverteilung und Mietshaus. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung lehnte der Rat den Abbruch dieser Gebäude im Ortszentrum geschlossen ab.


Im Zuge der Privatisierung der Post wurde auch dieses Areal mit Postzustellung und Filiale nebst Gebäude mit zwei Mietwohnungen für Postangestellte verkauft, informierte Bürgermeister Rudi Jantke. Zunächst ging das Areal an einen amerikanischen Hedgefonds und wurde später an einen Privatunternehmer in Rosenheim weiterverkauft. Dieser beantragte nun den Abbruch aller Gebäude. Stattdessen möchte dieser vier Wohngebäude mit 24 Wohneinheiten realisieren. Jedes Gebäude soll dabei 14 auf 16 Meter mit sieben Metern Wandhöhe groß und zudem eine Tiefgarage mit 40 Stellplätze sowie acht Außenstellplätzen ergänzt werden.

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Wie der Rathauschef informierte, sei die Fläche im rechtsgültigen Bebauungsplan Grassau-Nord als Fläche für den Gemeinbedarf und ein Mischgebiet als Gebietsart festgelegt. Einerseits stehe hier die »berühmte« Innenverdichtung im Raum, andererseits sei dieser Bereich als Fläche für den Gemeinbedarf fixiert, so Jantke. Er können sich eine Bebauung nur im Rahmen einer Modelllösung vorstellen, wobei die Gemeinde entweder selbst baut oder Wohnungen kauft und an Einheimische weitergibt.

Allerdings habe man großes Interesse am weiteren Bestand der Postfiliale und der Postverteilung, zumal es keine Ausweichmöglichkeit für die Post gebe. Es sei geboten, die Post im Ort zu halten, meinte er. Von der Auflösung von Postagenturen und -filialen sei nicht nur Grassau sondern es seien rund 700 Gemeinden betroffen. Eine Auflösung sei aber nur in Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern möglich. Darüber hinaus, und dies betrifft auch Grassau, müsse die Post ihre Filiale aufrechterhalten. Der Bürgermeister sah keine Notwendigkeit, hieran etwas zu verändern.

Im Anschluss wurde die öffentliche Sitzung kurz unterbrochen und in nichtöffentlicher Sitzung beraten. Ohne weitere Diskussion wurde dann einstimmig entschieden, dem Antrag auf Bebauungsplanänderung mit Abbruch der Bestandsgebäude und Neuausweisung von Baurechten nicht stattzugeben, da damit die Auflösung der bestehenden Postfiliale einhergehen würde. tb

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