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Grassau: Neues Schulgebäude oder doch Umbau der Turnhalle?

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Wird die alte Schulturnhalle in Grassau nun zu Klassenzimmern umgebaut und wird ein neues Schulgebäude entstehen? (Foto: T. Eder)

Grassau – Eine überraschende Wende scheint die geplante Erweiterung und Sanierung der Grassauer Schule zu nehmen. Anstatt – wie geplant – die alte Turnhalle zu Klassenzimmern umzubauen, wäre nun auch ein Neubau denkbar. Derzeit werden Kosten, Zuschüsse und Möglichkeiten ermittelt. Darüber informierte Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Rudi Jantke in der Schulverbandssitzung.


Zum Sachstand »Wasserschaden in der Schule« berichtete Jantke, dass dieser größer als zunächst angenommen sei. Der Schaden werde aber von der Versicherung übernommen. Der Markt Grassau habe sich nun entschieden, die Sanierung des Schulmittelgebäudes, die eigentlich erst in zwei Jahren vorgesehen war, nun gleich anzugehen und hierfür eine Million Euro im Haushalt eingeplant. Es sei nicht sinnvoll, den Schaden nun zu beheben und das Gebäude in zwei Jahren erneut zu sanieren. Die Erstattung der Versicherung werde für die Auslagerung der Klassenzimmer in Schulcontainern verwendet. Die Angebotsabfrage für entsprechende Container laufe derzeit. Parallel hierzu werde der Bauantrag erstellt. Somit könne mit der Sanierung bereits heuer begonnen werden.

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Der Turnhallenneubau mache sehr große Fortschritte, sodass diese zum nächsten Schuljahr in Betrieb gehen könne, so Jantke weiter. Überlegt werde nun, ob die alte Turnhalle – wie ursprünglich vorgesehen – umgebaut und in Klassenzimmer verwandelt werde, oder ob es sinnvoller sei, dieses Gebäude zu entfernen und ein neues Schulgebäude zu bauen. Ein Vorteil eines Neubaus wäre, dass der Pausenhof dadurch größer werden würde. Laut Jantke sei wahrscheinlich auch finanziell gesehen der Unterschied zwischen Neubau und Umbau nicht allzu groß. Nun müssen die Zuschüsse für die neue Lösung eruiert werden. Da die Marktgemeinde Bauträger ist, müsse zunächst der Gemeinderat entscheiden. Ein Neubau könnte optimal für den Schulbetrieb erstellt werden und man müsse sich nicht an vorhandene statische Vorgaben halten, so Jantke. Auch eine außerschulische Nutzung könne besser geregelt werden, da dieses Gebäude von dem weiteren Schulensemble abgetrennt werden kann.

In der Schulverbandssitzung wurde einstimmig der Haushalt des Schulverbands beschlossen. Laut Rudi Jantke besuchen derzeit 260 Schüler die Grundschule und 295 die Mittelschule. Die Schülerzahlen steigen leicht; zum ersten Mal seit Langem konnten vier erste Klassen gebildet werden. Der Verwaltungshaushalt sehe keine großartigen Veränderungen vor. Kaum Änderungen gab es bei den Einnahmen, die Ausgaben stiegen hingegen leicht durch erhöhte Mieten. So musste aufgrund des Turnhallenneubaus die Soccerhalle angemietet werden. Die Ganztagesbetreuung in der Grundschule wurde auf sieben Gruppen erhöht – auch dadurch seien die Ausgaben gestiegen. Der finanzielle Anteil des Schulverbands an diesem Angebot beträgt 36 000 Euro. Ebenfalls trägt der Verband einen Teil der Kosten für die Jugendsozialarbeit an der Grundschule. Gleichwohl ist die Schülerbeförderung für den Verband nicht kostenlos. Die Ausgaben von 107 000 Euro werden mit 68 000 Euro gefördert. Der Rest von 39 000 Euro ist von den Mitgliedsgemeinden aufzubringen. Insgesamt beläuft sich der Verwaltungshaushalt auf 972 000 Euro. Grassau zahlt eine Umlage von 551 000 Euro und die Verbandsmitglieder Staudach-Egerndach 91 000 Euro und Marquartstein 61 400 Euro. Die Verbandsmitglieder, die nur die Mittelschüler nach Grassau schicken, werden ebenfalls herangezogen. Übersee zahlt für 83 Schüler in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn 124 130 Euro, Unterwössen für 14 Schüler 21 000 Euro, Reit im Winkl für acht Schüler knapp 12 000 Euro und Schleching für vier Schüler 6000 Euro in den Verwaltungshaushalt.

Ebenso gesplittet nach Schülerzahlen wird der ungedeckte Bedarf im Bereich der Investitionen im Vermögenshaushalt von 46 300 Euro, wobei Grassau mit 210 Schülern den Löwenanteil von 28 200 Euro übernimmt. Insgesamt umfasst der Vermögenshaushalt ein Volumen von 122 000 Euro. Wie Jantke informierte, werde der Ausbau der Schule mit schnellem Internet im Rahmen des Glasfaser- und Digitalprogramms rund 90 000 Euro kosten. Hierfür erhält die Schule einen Zuschuss von 75 700 Euro; die fehlenden 14 300 Euro übernehmen die Mitgliedsgemeinden. Jeweils zwei Klassenzimmer sowohl im Grund- wie im Mittelschulbereich werden zudem mit neuen Klassenmöbeln ausgestattet. Hierfür werden 20 000 Euro im Vermögenshaushalt bereitgestellt. tb