weather-image
21°

Gemeinderat stimmte Bauantrag für das Seniorenheim zu

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Die Baustraße, die für den Bau des Seniorenheims notwendig ist, wird gerade hergestellt. Diese wird nach der Fertigstellung aber wieder entfernt. (Foto: T. Eder)

Grassau – Die ersten Arbeiten für das neue Seniorenheim laufen schon: Derzeit wird die Baustraße hergestellt. Nun gab der Gemeinderat auch grünes Licht für den Bauantrag.


Vorab widmete sich der Rat der Flächennutzungsplan- und Bebauungsplanänderung. Er konnte alle Anregungen und Änderungen beantworten und in den Plan einarbeiten.

Anzeige

Eigens behandelt wurde ein mehrseitiges Schreiben eines Anliegers. Stellung bezog Bürgermeister Rudi Jantke unter anderem zur Aussage, dass nur das Optimum für Investoren erreicht werde. Dem widersprach Jantke. Er sei der Meinung, dass hier ein ansprechendes Seniorenheim gebaut werden kann und zudem noch Grundstücke und Eigentumswohnungen für Einheimische sowie zwei Gebäude für den sozialen Wohnungsbau geschaffen werden.
Auch der Bedarf an Grundstücken im Einheimischenmodell wurde angezweifelt. Laut Jantke liegen derzeit 110 Bewerbungen vor. Eine gute Anregung sei der Vorschlag, eine Tempo-30-Zone zu errichten.

Vehement wies Jantke den Vorwurf zurück, das Seniorenheim werde ins Randgebiet ausgelagert. Innerorts gebe es keine Möglichkeit, nun liege der Vorteil in der wunderschönen Landschaft.

Entstehen wird ein Pflege- und Seniorenheim mit 106 Pflegeplätzen, einer Tagespflege mit 20 Plätzen und Betreuten Wohnungen für 21 Senioren. Das U-förmige Hauptgebäude wird mit vier Vollgeschoßen geplant, das Tagespflegeheim soll in einem eingeschoßigen Anbau unterkommen. Wie Jantke informierte, können 40  Stellplätze nachgewiesen werden. Damit fehlen zwei. Zu den Zimmergrößen im Seniorenheim berichtete er, dass mit 14,5 Quadratmetern zuzüglich einem 3,7  Quadratmeter großen Vorraum und einem 4,5  Quadratmeter großen Bad die Vorgaben um einen halben Quadratmeter überschritten werden.

Laut Dr. Winfried Drost (UGL) sei dies die Mindestgröße. Er denke, die Zimmer seien zu klein, vor allem wenn ein Pflegebett beidseitig für das Pflegepersonal zugänglich sein soll. Auch fehle den Bewohnern Platz, um selbst Kaffee oder Tee kochen zu können. Auch Besucher zu empfangen, sei schwierig. Zudem seien 80  Prozent der Räume nicht für Rollstühle geeignet. Des Weiteren könne er keine Besucherzimmer und keine Hauskapelle entdecken. Auch ein Café sei im Plan nicht eingetragen.

Planer Hans Hornberger informierte, dass in jedem Stockwerk Aufenthaltsräume vorhanden seien. Auch Bürgermeister Rudi Jantke konnte das – vom Betreiber versprochene – öffentliche Café nicht finden. Drost irritierte außerdem, dass sich das Betreute Wohnen unter dem Dach befindet. Laut Hornberger seien im Dachgeschoß 21 Plätze für Betreutes Wohnen vorgesehen und die Fenstertüren mit französischen Balkonen reichen bis zum Boden. Somit kann vom Bett direkt nach draußen gesehen werden.

Zudem fehlte Drost ein Demenzgarten. Die Freiflächengestaltung, so Hornberger, sei nicht im Bauplan enthalten. Laut Jantke habe der Betreiber bereits zugesagt, dass ein Bereich für Demenzkranke errichtet wird.

Hans Genghammer (FW) warf ein, dass bislang von 100 Pflegeplätzen, nicht aber von weiteren 21 Plätzen für Betreutes Wohnen ausgegangen wurde. Dem widersprach Jantke. Mehdi Akbari (UGL) zweifelte den Bedarf an so vielen Pflegeplätzen an und versuchte dies anhand der Bevölkerungsentwicklung darzulegen. »Wir bauen etwas, was für uns in der Größe nicht notwendig ist.«

Michael Strehhuber vermutet, dass in das Grassauer Seniorenheim viele Grassauer nicht wollen, was sich wohl ändern werde, wenn ein neues Haus vorhanden ist. Dass die Zahl der Senioren zunehmen wird, sei unbestritten, wie der Zuzug aus dem Norden zeige. Folglich sei das Seniorenheim nicht zu groß. Manfred Huber (AE) meinte, ein öffentliches Café müsse dargestellt werden und auch der Demenzgarten erscheine ihm wichtig.

Zur Größe der Zimmer sagte Jantke, dass diese für die Bewohner auch noch bezahlbar bleiben müssen. Entdeckt wurde zudem, dass im geplanten Seniorenheim ein Andachtsraum mit 32 Quadratmetern, aber keine Kapelle, vorhanden sei. Zur Tiefgarage gefragt, meinte Hornberger, dass es für diese gemeinsam mit den weiteren Häusern für seniorengerechtes Wohnen einen eigenen Bauantrag geben wird. In diesem werden dann auch die Stellplätze nachgewiesen. Tom Hagl (CSU) erkundigte sich nach Aufzügen. Ob zwei ausreichen, werde laut Jantke das Landratsamt prüfen.

Grundsätzlich erteilte der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen sein Einvernehmen. Nachzuweisen seien noch die Stellplätze, Besucherräume und ein Café. Zudem sei zu prüfen, ob die Entfernung zu den Aufzügen für die Bewohner nicht zu groß ist. tb