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Fünfer-Rat in Grassau geht in Rente

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Den Schlüssel für das Rathaus hat der Fünfer-Rat zurückgegeben. Auf unserem Bild sind zu sehen (von links) Bürgermeister Rudi Jantke, Caroline Zeisberger, Susi Speckbacher, Tobias Gasteiger und Willi Ettenberger. In diesem Zusammenhang gab das Faschingskomitee bekannt, künftig nicht mehr für die Organisation von Faschingsfeiern zur Verfügung zu stehen. »Wir hören auf«, so Zeisberger. (Foto: Eder)

Grassau – Der Fünfer-Rat hängt den Hut an den Nagel: Am Aschermittwoch hat das Faschingskomitee den Schlüssel ins Rathaus zurückgebracht – und in diesem Zusammenhang hat der Rat erklärt, dass er den Fasching in Grassau künftig nicht mehr organisiert. »Wir hören auf«, ließ Caroline Zeisberger in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt keinen Zweifel an dem Entschluss, sich nun definitiv nicht mehr zur Verfügung zu stellen.


Der Fünfer-Rat hatte schon bei der Übernahme des Rathausschlüssels im November angekündigt, dass er nun nicht mehr weitermachen werde. Doch manch einer glaubte oder hoffte auch, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Zeisberger betont jetzt aber, dass der Entschluss steht. »Wir hoffen, dass sich ein neuer Rat findet.« Und die alten fünf, die jetzt die Verantwortung abgeben, seien gerne bereit, den neuen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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Den Fünfer-Rat hatten Caroline Zeisberger, Susi Speckbacher, Willi Ettenberger, Tobias Gasteiger und Tom Reiter gebildet. »Auch wenn wir gehen, wird der Fasching weiterleben«, sagte Gasteiger. Er war sich sicher, dass andere die Aufgaben des Fünfer-Rats übernehmen werden. Hierfür bedürfe es aber noch einiger Gespräche. Zur passenden Zeit werde die Nachfolge auch bekanntgegeben, erklärt er.

Zehn Jahre lang war das Faschingstreiben größtenteils in den Händen der fünf Organisatoren gelegen. Das »Fünfer-Rad« führte drei Grassauer Faschingszüge an. Bei Tobias Gasteigers Hochzeit durfte es ebenfalls fahren, dreimal begleitete der Fünfer-Rat mit seinem Gefährt den Reit im Winkler Faschingszug. Auch beim Nostalgie-Skirennen auf der Bergwiesen war das Fünfer-Rad dabei.

Den größten Auftritt hatte das Rad jedoch in Aachen beim Faschingszug. Der Fünfer-Rat hielt dort vor einigen Jahren die bayerische Fahne hoch und reihte sich unter den großen Festwägen ein. An dieses Erlebnis erinnern sich die fünf besonders gerne. Doch auch die eigenen Faschingszüge prägten sich dem Faschingskomitee ein.

Begonnen hatte alles 2009 als das »Aktive Grassau« bei Willi Ettenberger, dem Vorsitzenden des Musik- und Gesangsvereins, nachfragte, ob dieser nicht einen Faschingszug organisieren könne. Dies, so Ettenberger, sei aber keine Veranstaltung für einen Musikverein – und so wurden weitere Mitstreiter gesucht.

Beim Ochsenrennen in Rottau wurde Tobias Gasteiger gefragt und überzeugt mitzuwirken. Und so gesellten sich zu Susi Speckbacher, die als Leiterin des Frauen- und Müttervereins bereits über Faschingserfahrung verfügte, und Caroline Zeisberger, als Organisationsleiterin für den Heftersaal schließlich noch Tobias Gasteiger und Tom Reiter, der sich gleich daran machte, den großen Schlüssel zu schmieden und auch das Fünfer-Rad zusammenzubauen.

Der Fünfer-Rat war organisierte 2011 den ersten Faschingszug. Danach wurde jährlich das Faschingstreiben im Hefter organisiert, 2014 erneut ein Faschingszug. 2017 legte der Rat eine Pause ein und begann 2018 mit der Organisation des dritten Faschingszugs unter seiner Leitung.

Bürgermeister Rudi Jantke fügte an, dass in den 60er Jahren Grassau eine Faschingshochburg gewesen sei, ebenfalls mit Faschingszügen und mit legendären Bällen. In den vergangenen zehn Jahren sei es dem Fünfer-Rat gelungen, dem Fasching neues Leben einzuhauchen. Er lobte das großartige Engagement und hoffte, dass sich rührige Nachfolger finden lassen. tb