Erste Versammlung der Rottauer Gartler nach zwei Jahren

Erste Versammlung der Rottauer Gartler nach zwei Jahren
Bildtext einblenden
Den Bienenweg schöner zu gestalten war eine Anregung bei der Rottauer Gartlerversammlung. (Foto: Adersberger)

Grassau – Endlich mal wieder ein Treffen: Nach zweieinhalb Jahren saß erstmals wieder der Rottauer Gartenbauverein bei einer Versammlung im Gasthaus Messerschmied zusammen. Dabei blickte Vorstand Hans Kern zurück auf die wenigen Aktivitäten, die in dieser Zeit stattgefunden haben. Außerdem sprach er zwei Zukunftsprojekte für das ganze Dorf an. Höhepunkt des Abends war der Lichtbildervortrag von Markus Breier, Kreisfachberater des Landkreises Traunstein, über Stauden im Garten.


Kern ging in seinem Rückblick unter anderem auf die Probleme mit dem Apfelwickler ein. Er berichtete, dass Vereinsmitglieder alle Jahre den Fahrbahnteiler an der Bundesstraße bepflanzen und dort auch ausgrasen. Die Bewässerung übernimmt jetzt der Bauhof. Den Schnitt der Obstbäume auf Gemeindegrund in Rottau erledigt der Verein. 2020 konnten noch das Kräuterbuschenbinden und die Sammelbestellung von Obstbäumen durchgeführt werden, alles andere musste ausfallen.

Nächstes Jahr startet landkreisweit die Aktion »Gelbe Bänder«. Der Verein erhielt eine Anfrage, ob er bereit sei, gemeinsam mit den Ortsvereinen den »Tag der offenen Gartentür« in Rottau zu veranstalten. Dabei sollten fünf bis zehn Gärten für Interessierte aus dem Landkreis zur Besichtigung geöffnet werden.

Kassier Franzi Adersberger hatte in den vergangenen Jahren nicht so viel zu tun und berichtete, dass der Kassenstand sich nicht verändert habe.

Diskutiert wurde über den Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft«. So kam der Vorschlag eines Mitglieds, den Bienenweg schöner zu gestalten und etwas für Insekten und Wildbienen zu tun. Hias Hofmann, verantwortlich für die Rottauer Bewerbung, fand die Idee gut. Nächstes Jahr steht zunächst der Bezirksentscheid an und – falls man den bestehe – auch noch der Landesentscheid. Nachdem jetzt zwei Jahre nichts gewesen sei, müsse man wieder Gas geben. »Wir müssen wieder rauffahren«, verglich er das Vereinsleben mit einem Computer im »Stand-By-Modus«. Er wünschte sich, dass auch neue Leute mitmachen. »Unser Dorf ist schön, aber das bringt uns nicht weiter! Ideen sind gefragt«, betonte Hofmann.

Zum Thema »Stauden im Garten – wertvoll, dauerhaft und vielseitig« gab Markus Breier, Fachberater für Gartenkultur und Landschaftspflege, Empfehlungen für die Auswahl und Pflege der Stauden. Dazu zeigte er wunderschöne Bilder. Zunächst erklärte er, was Stauden sind: mehrjährige Pflanzen, aber keine Gehölze. So sind Blumenwiesen mehrjährige Stauden. Seinen Vortrag begann er mit den Frühlingsblumen und gab Vorschläge für die Sortenwahl bei Krokussen. Als weitere Frühlingsblüher schlug er vor Winterlinge, Christrosen, Schneeglöckchen. Bei den Tulpen sind die alten Sorten problemlos, aber man sollte sie nicht zu dicht pflanzen. Die Akelei empfahl er, nach der Blüte abzuschneiden, dann treibt sie neu aus.

Und Breier räumte auf mit so manchem Gartlerirrtum: Die Kombination Rosen und Lavendel passe überhaupt nicht, denn sie hätten ganz andere Ansprüche an den Boden.

Der Rittersporn ziehe viele Schnecken an und sei deshalb problematisch. Nach Breiers Worten könne man dagegen vorgehen, indem man Laufenten anschaffe oder zweimal im Frühjahr, wenn die Schnecken noch klein sind, Schneckenkorn ausbringe. Er sprach auch über giftige Stauden wie Fingerhut und Eisenhut und empfahl, sie im Garten hinten zu pflanzen. Die Herbstzeitlosen schließen das Gartenjahr ab. Stabile Stängel sollte man über den Winter stehen lassen und im Frühjahr gehäckselt und als Mulch wieder verwenden.

ja