weather-image
19°

Dach der Sporthalle muss wohl nicht abgedeckt werden

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Wann die neue Grassauer Turnhalle wieder nutzbar ist, darüber muss jetzt ein Prüfingenieur entscheiden. Aber nach einem Zwischenbericht aus dem Gutachten muss wohl zumindest das Dach nicht abgerissen werden. (Foto: T. Eder)

Grassau – Die neue Grassauer Sporthalle darf immer noch nicht benützt werden. Doch das kann sich bald ändern. Das Gutachten über den baulichen Zustand der Halle liegt zwar noch nicht vor, dennoch gab Bürgermeister Stefan Kattari einen ersten Zwischenbericht in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung.


Seit April ist die neue Turnhalle gesperrt. Große Risse in den Leinbindern der Deckenkonstruktion stellen ein Gefahrenpotenzial dar, und auf Anweisung der Ingenieure musste damals die 2,5fach Turnhalle, die erst im Oktober 2019 eingeweiht wurde, gesperrt werden. Es wurde sofort ein Schadensgutachten in Auftrag gegeben.

Anzeige

Das Ergebnis der Untersuchung sollte bereits Juli oder August vorliegen. Doch bis dato ist das Gutachten noch nicht fertig. »Das ist sehr ärgerlich«, betonte Kattari, der eigentlich die Zusage hatte, das Gutachten bis Anfang dieser Woche auf dem Schreibtisch zu haben. Das Gutachten sollte nun zum einen klären, ob die Halle nutzbar ist, zum anderen, wie der Schaden entstanden ist.

Eine erste schriftliche Stellungnahme des Rosenheimer Ingenieurbüros konnte der Rathauschef nun bekannt geben. Laut Gutachten sei eine Benützung der Turnhalle trotz der geschwächten Träger möglich. In den Wintermonaten darf die Halle nur bei geräumtem Dach genutzt werden. Die Empfehlung gelte nur übergangsweise für ein Jahr bis Oktober 2021.

Die Aussage des Gutachters muss nun durch einen Prüfingenieur bestätigt werden. Bis dahin, so Kattari, gebe es noch keine Freigabe für die Turnhalle. Bestätigt der Prüfingenieur die Aussage des Gutachters, kann die Halle wieder für ein Jahr geöffnet werden, solange keine Schneelast auf dem Dach ist. Positiv sei die Aussage des Gutachters, dass ein Abreißen oder Abdecken des Daches nicht erforderlich werde. Somit kann die Gebäudehülle stehen bleiben. Die Risse können verpresst werden. »Wir dürfen das Dach aber jetzt noch nicht reparieren, um keine Beweismittel zu vernichten«, erklärte Kattari. Denn im Falle einer gerichtlichen Verhandlung seien die Beweismittel erforderlich.

Aussagen zur Ursache der Risse konnte der Gutachter noch keine geben. Möglich sei, dass das verwendete Holz ungleichmäßig trocken war und es deshalb zur Rissbildung kam. Nicht ausschließen kann der Gutachter Fehler beim Herstellungsprozess oder bei den Verleimungen. Auch könnten die Lasten an der Unterseite der Balken verantwortlich sein. Diese Möglichkeiten müssten noch geprüft werden, um die Haftung zu ermitteln.

»Keine Schneelast bedeutet, dass die Halle bei Schneefall sofort geräumt werden muss?«, fragte Sepp Grießenböck (FW). Um dies zu verhindern, wird, so Kattari, in den Wintermonaten jeden Tag und nach Wetterbericht bestimmt, ob die Halle gesperrt wird. Nun hofft die Gemeinde, dass der Prüfingenieur schnell grünes Licht für die Öffnung der Halle gibt. tb