Bedürftige sind ein Querschnitt der Gesellschaft

Bildtext einblenden
Claudia Kraus (von links) leitet die Achental Tafel. Der Frauen- und Mütterverein, vertreten von Vorsitzender Susi Speckbacher und Marina Pfaffinger, Kassenwartin, spendete 1000 Euro für den Lebensmittelkauf und informierte sich über die Arbeit. Foto: Eder

Grassau – Mit einer Spende von 1000 Euro unterstützt der Grassauer Frauen- und Mütterverein die Achentaler Tafel. Bei der Scheckübergabe konnten sich Vorsitzende Susi Speckbacher und Kassenführerin Marina Pfaffinger von der Arbeit der Tafel überzeugen.

Rund 120 Leute werden jeden Samstag von der Tafel versorgt, informierte Tafelleiterin Claudia Kraus. Träger der Tafel ist die Diakonie und über diese werden auch die Berechtigungsscheine ausgestellt. Das Einzugsgebiet der Tafelkunden erstreckt sich über das gesamte obere Achental, von Reit im Winkl bis nach Übersee. Pro Kunde werden Waren im Gegenwert von circa 50 bis 60 Euro ausgegeben, so Claudia Kraus. Möglich machen dies die 40 ehrenamtlichen Helfer, eingeteilt in vier Gruppen, die sich um das Einsammeln, Sortieren, Arrangieren und Ausgeben der Waren kümmern.

Dankbar zeigte sich die Tafelleiterin, dass so viele Supermärkte und Discounter ihre nicht mehr verkaufbaren Waren abgeben. Damit werde auch der Verschwendung von Lebensmitteln entgegengewirkt, denn die Waren seien noch gut und viel zu schade für den Abfall. »Dinge, die der Handel wegwerfen würde, erhalten eine zweite Chance«, sagt sie. Sie sieht auch den ökologischen Aspekt der Tafel. Zudem sparen die Märkte Entsorgungskosten. Somit profitieren alle von diesem Engagement.

Auf die Frage von Susi Speckbacher, welche Personengruppe hauptsächlich die Tafel aufsucht, berichtete Claudia Kraus, dass sich dies in den Jahren geändert habe. Eine Zeit lang kamen viele Familien, doch mittlerweile seien es sehr viele Singles, junge Familien mit alleinstehendem Elternteil, aber auch zunehmend Senioren.

Samstags werden die Lebensmittel abgeholt und anschließend kontrolliert und sortiert. Dies koste besonders viel Zeit, besonders bei frischer Obst- und Gemüseware, berichtete sie. Die Gemeinde Marquartstein stelle die Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung und selbst die Nebenkosten übernehme die Gemeinde, lobt die engagierte Helferin. Bereits seit 2004 gibt es nunmehr die Tafel und selbst während der pandemiebedingten Schließung sorgten die Ehrenamtlichen für ihre Kunden und gaben Lebensmittelgutscheine aus.

Die Anonymität der Kunden, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, sei wichtig. »Wir freuen uns immer, wenn Kunden aus dem Kreis herausfallen und wieder sicher auf eigenen Beinen stehen«, betont sie und erklärt, dass es auch schon 160 Berechtigte gab. Mit einem durchdachten Hygienekonzept konnte die Tafel wieder öffnen und ihre Kunden versorgen. »Es ist ein gutes Gefühl, Gutes getan zu haben«, sagt Claudia Kraus und berichtet, dass sich durch das gemeinsame, soziale Engagement Freundschaften bildeten. Dem Verein sei es wichtig, dass die Spende auch für Lebensmittel verwendet werde, erklärte Marina Pfaffinger. Bei der Kräuterbuschen-Aktion gelang es dem Verein, 722 Euro einzunehmen. Diese Summe rundete der Frauen- und Mütterverein auf 1000 Euro auf. Nur ganz wenige Lebensmittel, wie zum Beispiel H-Milch werde zugekauft, berichtete Kraus und fügte an, dass die Spende für den Einkauf von Lebensmitteln Verwendung finde.

tb