Bebauungsplanerweiterung für das neue Heizwerk

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Neben dem neuen Baugebiet in Rottau West, derzeit grüne Wiese, wird das neue Biomasseheizwerk geplant. Die Weichen hierfür wurden in der Marktgemeinderatssitzung gestellt. (Foto: Eder)

Grassau – Die planerischen Weichen für das neue Biomasseheizwerk in Rottau wurden in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats gestellt und einer Erweiterung des Bebauungsplans mehrheitlich zugestimmt.


Zum einen soll eine Baulücke verhindert und zum anderen die Voraussetzung zum Bau eines Biomasseheizwerks geschaffen werden, erklärte Bürgermeister Stefan Kattari den Grund für die Erweiterung. Das neue kommunalgeführte Heizwerk ist in Rottau West, Ortsausgang, neben dem neue Baugebiet vorgesehen. Eine Teilfläche des nunmehr auszuweisenden Gebiets kann auf Erbpacht übernommen werden.

Die überörtlichen Behörden sehen die Möglichkeit eines Heizwerks an dieser Stelle positiv, so Kattari. Das Heizwerk solle möglichst weit von der Bundesstraße 305 entfernt geplant werden. Folglich solle dieses an die Hangkante rutschen. Der Eigentümer des Grundstücks möchte zudem ein Gewerbegrundstück für sich und seine Nachkommen erhalten.

Die neue zu überplanende Fläche entspricht rund 14.200 Quadratmeter und soll als Gewerbegebiet ausgewiesen werden. Ein Teilbereich ist als Grünfläche festzulegen. Die Kosten für die Änderung trägt das Kommunalunternehmen, das hier auch als Bauherr auftritt. Ziel ist es, mit dem Biomasseheizwerk eine umweltfreundliche Alternative zu den fossilen Ölheizungen zu schaffen.

»Ich sehe das Projekt deutlich kritischer«, betonte Dr. Winfried Drost (UGL). Sicherlich sei der Anschluss an das geplante Biomasseheizwerk für die Hauseigentümer attraktiv und konkurrenzlos günstig. Das Hauptziel solle ein Beitrag zum Umweltschutz sein und dies sehe er kritisch. Holz sei seiner Ansicht nach nicht der ideale Brennstoff, da CO2 freigesetzt werde. »Die Holzverbrennung ist nicht klimaneutral und das ist die Meinung von fast allen Naturschutzverbänden«, betonte er. Er konkretisierte, dass mit dem Heizwerk in Rottau mehr CO2 freigesetzt werden würde, als dies mit den bestehenden Ölheizungen der Fall ist. Gemäß Drost, müsste zum Kompensieren des CO2 Ausstoßes durch die Verbrennung ein neuer Forst angelegt werden. Der Wald als CO2 Senker werde eine immer größere Bedeutung erhalten, da dies die billigste Methode ist, um CO2 aus der Atmosphäre zu filtern. Auch vermutet Drost, dass die größere Nachfrage die Holzpreise massiv nach oben steigen lässt. Er führte zudem die Schadstoffimmission bei der Holzverbrennung auf und sah ein Stickstoffoxid Problem. Vor allem durch die Hanglage des Heizwerks würden Häuser in Rottau einer höheren Stickoxid Belastung ausgesetzt. Folglich müssten Katalysatoren, die die Stickstoffoxide herausfiltern, eingebaut werden. Seiner Ansicht nach wären Wärmepumpen die bessere Alternative.

Forstbereich gewachsen

Bürgermeister Kattari, schätze sehr, dass sich Drost so einbringe, sei aber anderer Auffassung. Laut Kattari müsse ein Unterschied zwischen Wald und Forst gemacht werden. Während der Wald als CO2-Senker wichtig sei, sei der Zuwachs an Biomasse in den letzten Jahren im Forstbereich um 25 Prozent gewachsen. Was an Holz entnommen werde, wachse wieder nach, so Kattari. Somit bleibe dies im Gleichgewicht. Ziel müsse sein, vom fossilen Brennstoff Öl wegzukommen und in Rottau werden 80 Prozent der Liegenschaften mit Erdöl geheizt. Der Einbau von Wärmepumpen sei mit erheblichen Kosten auch durch die Flächenheizung für die Eigentümer verbunden und hier zähle dann auch die soziale Komponente. Kattari meinte, dass sich dies nicht alle Hauseigentümer leisten können.

Auch betonte der Rathauschef, dass Alternativen ausführlich geprüft wurden und in Abwägung aller Aspekte und wenn man Holz aus der Region nutze, man sich im Gleichgewicht bewege. Zu der von Drost angesprochenen Abhängigkeit vom Heizwerk, meinte Kattari, dass dies Angstmache sei und die Bürger auch von der Wasserversorgung abhängen. Zu den in Grassau gemessenen Stickstoffwerten fügte Kattari an, dass hier an der Filtertechnik gearbeitet werde, da es neue Grenzwerte gebe. Auch in Rottau würden entsprechende Filteranlagen eingebaut.

Nachdem Tom Hagl den Antrag auf Schluss der Debatte stellte und dies mit 13 Stimmen angenommen wurde, beschloss man die Erweiterung des Bebauungsplans. Damit wird nun das Bauleitverfahren eingeleitet. Dagegen stimmten Dr. Winfried Drost und Mehdi Akbari (UGL).

tb