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50 Jahre Stamm Schwarzer Mustang

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Besonders gelungene und schmackhafte Überraschungen waren das Jubiläumsbrot und die Geburtstagstorte, gebacken von Pfadfindern. (Foto: T. Eder)

Grassau – Bereits ein halbes Jahrhundert alt und doch noch immer jung sind die Pfadfinder des Pfadfinderstamms »Schwarzer Mustang«, die zwei Tage lang ihr 50-jähriges Bestehen feierten. Im und am Pfadfinderheim, dem »Foxbau«, gab es viele Aktionen und auch einen Festakt.


Stammesführer Michael Kopschinski betonte, welch großen Rückhalt die Pfadfinder in Grassau genießen. Ihn freute aber auch, dass so viele Vertreter befreundeter Pfadfinderstämme unter anderem aus Waldkraiburg, Landshut, München, Garmisch-Patenkirchen und aus der näheren Umgebung kamen. Nach seiner »klassischen« Laufbahn bei den Pfadis von der Wölflingsstufe mit sieben Jahren über die Sippe mit zwölf bis zur Sippenleitung mit 16, wurde er mit 20 Jahren gefragt, ob er nicht den Vorsitz übernehmen wolle. »Eine riesen Aufgabe, aber man wächst mit den Herausforderungen«, erklärte er und leitete damit über zum Festredner und seinem Vorgänger im Amt, Christian Keller. Er hatte wie kein anderer die Pfadfinderarbeit im Achental in den letzten zwei Jahrzehnten geprägt.

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Lange habe man diskutiert, ob 50 Jahre »Schwarzer Mustang« stimmen, denn der Ursprung der Pfadfinderei im Achental gehe bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, erklärte Keller. Die Heimat der Pfadfinder war immer das Achental, aber in verschiedenen Orten von Übersee, Schleching, Unterwössen, Marquartstein bis Grassau, wo seit über 30 Jahren der Hauptsitz ist.

In den 50 Jahren habe es viele Stammesführer gegeben, die Kraft, Zeit, Engagement investiert haben. Keller erinnerte sich an seine Anfänge mit Gruppenstunden in einem privaten Keller. 1993 habe dann der Marktgemeinderat den Pfadfindern das ehemalige Rot-Kreuz-Gebäude überlassen. 2006 mussten sie in den ehemaligen Jugendtreff umziehen, da das Rot-Kreuz-Gebäude abgerissen wurde. Hier durften die Pfadfinder bleiben, bis auch dieses Haus dem BRK-Gebäude weichen musste. Ein besonderer Glücksfall sei das ehemalige Bergbadgebäude, das seit 2014 Stammesheim ist.

Seitdem, so Keller, sei im »Foxbau« – benannt nach Folker Schindlmayr, der die Geschicke der Pfadfinder viele Jahrzehnte lenkte – viel passiert. Hiervon konnten sich die Gäste selbst bei einem Rundgang durch das modernisierte Gebäude überzeugen. Keller fügte noch witzige Anekdoten an, wie die Fahrt der Pfadfinder in den 60er Jahren mit dem VW-Bus nach Griechenland oder die Fahrt 1983 nach Ägypten. »Die Mischung aus Jung und Alt ist wichtig für den Stamm, der die Dynamik der jungen Leute und die Erfahrung der älteren braucht«, betonte Keller.

Bürgermeister Rudi Jantke betonte, dass »die Pfadfinder nun auch langsam in die Jahre kommen, dabei aber jung, frisch, aktiv und gut drauf sind wie eh und je«. Groß sei die Freude, dass der Marktgemeinderat 2015 die optimale Heimat für die »Schwarzen Mustangs« gefunden habe. Er lobte die Pfadfinder für ihren Einsatz für das ehemalige »Bergbadstüberl«. »Hat das ganze vor fünf Jahren noch wirklich wie ein 'Mustang-Stall' ausgeschaut, ist der 'Fox-Bau' inzwischen ein Pfadi-Heim geworden, um das die 'Schwarzen Mustangs' von vielen anderen Stämmen beneidet werden«, sagte er.

Er erinnerte aber auch an die Investitionen der Gemeinde. So wurde für die Dachsanierung ein Zuschuss von 40 000 Euro geleistet. Im letzten Herbst wurde zudem das Biotop Bergsee ausgebaggert, was weitere 12 300 Euro kostete. Dennoch handle es aus Sicht der Gemeinde um eine Win-Win-Situation, denn die Pfadis hielten Gelände und Gebäude in Ordnung und gäben Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Gemeinschaft und Kameradschaft zu erleben. Zudem seien hier Menschen aus allen Erdteilen der Welt als Gäste willkommen – Jugendaustausch im besten Sinne. Jantke überreichte einen Gutschein über 100 Kugeln Eis.

Etliche Pfadfinderstämme schlossen sich den Glückwünschen an und überreichten Geeschenke. Vom Landesverband gab es eine Cajon (Trommel) für lustige Lagerfeuerabende, vom Bezirk Altbayern gab es ein Freiwochenende im Obermaierhof Grafengars. Auch ehemalige Stammesführer wurden geehrt und erhielten Medaillen. Ein besonderes Geschenk machte zudem ein Vater, der als Spätberufener dem Stamm beitrat und mit einer gigantischen Geburtstagstorte aufwartete. Die Grassauer Musikschule mit verschiedenen Musikgruppen wie die Band »Satus Seeker« umrahmten das Fest und der Pfadfinderförderverein organisierte Kaffee und Kuchen, während die Pfadfinder den Grillstand bedienten.

Bereits am Vortag lockten die Pfadfinder mit einem Tag der offenen Tür, zeigten voll Stolz ihr renoviertes Pfadiheim, das zudem um ein kleines Pfadfimuseum ergänzt wurde und boten verschiedene Aktionen an. So durften die Gäste am Geländespiel teilnehmen, oder an Bastelständen kreativ werden. Am Abend wurde es in der großen Jurte beim Lagerfeuer gemütlich. tb