181 Wunschbaum-Wünsche schön verpackt
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Im Büro von Margret Kastner (rechts) stapeln sich die Weihnachtspakete. Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari ist nicht nur begeistert, sondern gehört auch zu den Spendern. Renate Götze (links) und Magret Kastner leiten seit zehn Jahren die Familienstelle. (Foto: Eder)

181 Wunschbaum-Wünsche schön verpackt

Grassau – Über die vielen, wunderschön verpackten Weihnachtsgeschenke freuen sich jetzt erst einmal die Damen der Grassauer Familienstelle – Renate Götze und Margret Kastner. Denn mittlerweile sind fast alle 181 Päckchen angekommen. Die Geschenke bleiben aber nur kurz im Rathaus. Es handelt sich um erfüllte Wünsche vom Wunschbaum, der heuer in den Rathausfenstern »aushing«.


»Es wurden wieder alle Wünsche erfüllt«, freut sich Renate Götze. In nur wenigen Tagen wurden die goldenen Wunschkärtchen, auf denen kurz die Wünsche bedürftiger Kinder, Familien und Senioren beschrieben wurden, von der Bevölkerung aus den Rathaus-Fenstern »gepflückt« und gegen die Originalwunschbriefe getauscht. Ein Großteil der Geschenke wurde bereits besorgt, liebevoll verpackt und im Rathaus wieder abgegeben.

Im Büro von Margret Kastner werden die Päckchen aufbewahrt, ehe sie von den Wunschboten abgeholt und an die Bedürftigen verteilt werden. Dies zaubere zum einen den ganzen Advent über Weihnachtsstimmung im Büro, zum anderen zeige es die Spendenbereitschaft der Bevölkerung. »Es ist immer wieder faszinierend, wie schnell die goldenen Briefchen abgeholt werden und mit welcher Begeisterung die Spender an die Wunscherfüllung herangehen«, sagt Renate Götze.

Vor allem die Wunschbriefe der Senioren finden immer sehr schnell einen Abnehmer. »Von den Seniorenwunschbriefen könnten wir noch viel mehr haben«, betont Götze und spricht zugleich ein großes Problem an, denn viele bedürftige Senioren beteiligen sich nicht an der Aktion. Manche würden sich schämen, wollen sich nicht selbst melden, andere wiederum wissen nichts von der Aktion. Im Rathaus wird sehr sensibel mit dem Thema umgegangen und so sind die Damen auf Vorschläge aus dem Umfeld und Bekanntenkreis von Bedürftigen angewiesen. »Man möchte auch niemandem zu nahe treten, man möchte schließlich 'nur' eine kleine Freude zum Weihnachtsfest bereiten«, erklärt Renate Götze. Margret Kastner betont, dass alle Wünsche anonymisiert werden und somit der Wunscherfüller lediglich das Geschlecht und Alter des Wünschenden kennt. Nur die Wunschboten kennen den Empfänger der Geschenke. »Es sind keine großen Wünsche, die auf den Briefchen stehen«, erklärt Margret Kastner.

Oftmals handelt es sich um Alltagsgegenstände, um einen Ster Holz zum Heizen, den Weihnachtsbraten, die Strumpfhose für den Nachwuchs oder einfach nur ein Päckchen Windeln. Die Wünsche der Kinder orientieren sich an den Spielsachen der Freunde und Jugendliche sind mit Gutscheinen, um sich selbst einmal ein Beautyprodukt leisten zu können, glücklich.

Bereits seit 2013 wird die Aktion Wunschbaum von der Familienstelle im Grassau Rathaus organisiert. Die Spendenbereitschaft hat in all den Jahren nie nachgelassen. Im Gegenteil, auch von außerhalb der Gemeinde werden die Wunschbriefe nachgefragt. Ein Grund hierfür ist, dass diese Spenden zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankommen. Den Weihnachtsgedanken sieht Bürgermeister Stefan Kattari in der Aktion umgesetzt. »Hier wird bedingungslos geschenkt, denn der Schenkende erwartet kein Gegengeschenk«, sagt er und ist begeistert von dem Berg an Geschenken.

Dennoch mache ihn dieser Geschenkeberg auch traurig. Zeige es doch, wie viele Bedürftige es gebe. Er hob die Bedeutung der Familienstelle hervor, die sich seit 2011 um die sozialen Belange der Familien, Kinder und Senioren sorgt.

tb