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Zu viel Lkw-Verkehr und Lärm in Erlstätt

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Der Radweg an der Kreisstraße TS 3 zwischen Tettenmoos und Erlstätt ist nach wie vor nicht durchgängig. Der vom Landkreis Traunstein und der Gemeinde Grabenstätt seit Jahren zur Verbesserung der Verkehrssicherheit angepeilte Lückenschluss scheiterte bislang an Grundstücksverhandlungen. (Foto: Müller)

Grabenstätt – »Bleibt nur zu hoffen, dass die ausgefallenen Bürgerversammlungen, sobald Corona dies zulässt, nachgeholt werden. Ein Zuwarten und Vertrösten des Bürgers mit seinen berechtigten Sorgen und Problemen auf nächsten November wird sicher nicht zulässig und gewollt sein«, betonte Helmut Vordermayer aus Erlstätt in seiner schriftlichen Eingabe, die im Gemeinderat behandelt wurde.


Die über 90-seitige Rechenschaftsbroschüre 2020, die die Gemeinde alternativ zur Bürgerversammlung herausgebracht hatte, stieß im Gremium zwar auf ebenso positive Resonanz wie die sehr detaillierte Beantwortung der schriftlichen Bürgereingaben durch Bürgermeister Gerhard Wirnshofer, dennoch sprachen sich Josef Kreiler, Martin Brunnhuber (beide Bürgergruppe) und Josephine Brunnhuber (Freie Wähler) für einen breiteren Dialog mit den Bürgern aus.

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Es gebe viele drängende Themen wie den geplanten Mobilfunkmast (wir berichteten) und die Sanierung der Alten Schule. Sobald der Corona-Inzidenzwert dies zulasse, »sollte eine Info-Veranstaltung stattfinden«, so Brunnhuber. Eine optimale Bürgerbeteiligung funktioniere nur mit Präsenzveranstaltungen, meinte auch Marilena Pfeilstetter (CSU). Man müsse »wichtige Themen immer wieder aufgreifen« und Behörden und Firmen auch Fristen setzen, damit nichts im Sande verlaufe, so Christian Fellner (Bürgergruppe). Geschäftsleiter Peter Lex stellte klar, dass es heuer zwei Bürgerversammlungen geben werde und die ausgefallenen grundsätzlich nicht nachgeholt werden müssten. Auf Zuspruch stießen Josef Austermayer (FW) und Robert Muggenhamer (Bürgergruppe) mit ihrem Vorschlag, die Bürgerversammlungen (im November) vorzuziehen. Wie Helmut Vordermayer in seiner schriftlichen Eingabe kritisch anmerkte, sei der Verkehr auf der Kreisstraße TS 54 im Ortsteil Erlstätt bereits jetzt »aus lärmschutzrechtlicher Sicht nicht mehr hinnehmbar«.

Er verwies auf »vielfach fahrende vier-/fünfachsige Betonmisch- und Kiestransportfahrzeuge« und auf den zunehmenden Schwerlastverkehr verschiedener Firmen. Die Frage, ob Lärmschutzmaßnahmen an der TS 54 künftig möglich seien, müsse man mit der Kreisstraßenverwaltung abklären, so Wirnshofer. Zudem sicherte er Vordermayer die Aufstellung einer Geschwindigkeitsanzeige zu und verriet, dass er die einschlägigen Transportfirmen bereits angemahnt habe, sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung (50 km/h) zu halten. Ein Ärgernis sei es laut Vordermayer auch, dass sich eine Recycling-Firma aus Traunstein auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Erlstätter Firma Claas mit einem Containerwechselplatz angesiedelt habe. Die ständig ein- und ausfahrenden Container-Lkws und Lkws mit Anhängern aus einer auf der TS 54 nicht angekündigten Schwerlastverkehrsausfahrt würden die Benutzer des straßenbegleitenden Radwegs ebenso gefährden wie die Verkehrsteilnehmer auf der Kreisstraße. Gerade für Kinder sei es in dem besagten Bereich trotz neuen Radwegs und Querungshilfe sehr gefährlich, so Vordermayer. Er forderte die zuständigen Behörden zu einem »sofortigen Einschreiten« auf.

Als »genauso inakzeptabel« betrachte die Gemeinde den besagten »Umschlagplatz« der Recycling-Firma, so Wirnshofer. Die Verwaltung sei in keinerlei Genehmigungsverfahren eingebunden gewesen. »Wir haben die uns bekannt gewordenen Umstände umgehend an das Landratsamt Traunstein zum bauaufsichtlichen Einschreiten weitergeleitet«, so der Rathauschef. Das Landratsamt habe der Gemeinde seine Entscheidung über das weitere Vorgehen aber noch nicht mitgeteilt. Mit Blick auf die alle fünf Jahre stattfindende Straßenverkehrszählungen meinte der Bürgermeister, dass die im Vorjahr geplante allgemeine Verkehrszählung wegen Corona auf heuer verschoben worden sei. »Bei der letzten bundesweiten Zählung wurde 2015 auf der TS 54 ein durchschnittlicher Tagesverkehr-Mittelwert von 3933 Pkw und 280 Lkw festgestellt«, so Wirnshofer. Der Verkehrszuwachs sei ein stetiger Prozess, der überall zu beobachten sei. Die zuletzt beobachtete Zunahme von Betonmisch- und Kiestransportfahrzeugen sei womöglich mit einer Großbaustelle in Traunstein in Zusammenhang gestanden. In Erlstätt schon lange ansässige Gewerbetreibende wolle man keinesfalls in ihrer Arbeitsweise einschränken, denn diese seien wichtige Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler, stellte Wirnshofer klar. Das von Vordermayer angesprochene Bauleitverfahren Brod­eich (Sondergebiet »Betonmischwerk und Kiesaufbereitung«) sei von überörtlichen Lärm- oder Verkehrsbelastungen isoliert zu betrachten, hieß es.

Auf die abschließende Frage Vordermayers, wie es mit dem seit vielen Jahren auf Eis liegenden Radweglückenschluss zwischen Tettenmoos und Erlstätt aussehe, meinte der Bürgermeister, dass man gemeinsam mit dem Landkreis Traunstein als Vorhaben- und Baulastträger weiterhin versuchen werde, »eine zielführende Lösung zu finden«. Zu den laufenden Grundstücksverhandlungen könne und wolle er sich nicht äußern, weil eine öffentliche Diskussion kontraproduktiv wäre. Einig sei man sich darin, dass ein Enteignungsverfahren keine sinnvolle Option sei. »Ich bin zuversichtlich«, so Wirnshofer, dass es »zu einer einvernehmlichen Lösung zum Wohle der Allgemeinheit kommen wird«.

mmü


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