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Die alten Strickerei-Gebäude an der Chieminger Straße in Grabenstätt, wo in den vergangenen gut fünf Jahren auch die Theater-Strickerei untergebracht war, werden derzeit abgerissen. (Foto: Müller)

Theater-Strickerei-Team hofft auf neue Spielstätte – Der Abriss hat begonnen

Grabenstätt – Lange war der Abriss des Gebäudes, in dem die Grabenstätter Theater-Strickerei untergebracht war, angekündigt – und wurde mehrmals verschoben. Doch jetzt begann der Abriss, um Platz für einen großen Supermarkt zu schaffen.


Der Theater-Strickerei-Verein wünscht sich mittelfristig wieder eine feste Heimat in Grabenstätt. »Wir sind im Gespräch mit dem Bauherrn, der uns Hoffnung machte, dass wir auch im Neubau wieder Flächen für unseren Theater- und Kulturbetrieb anmieten können«, sagt Vorsitzende Doris Biller. Heuer kann das Theater-Strickerei-Team auf die schon im Vorjahr in Betrieb genommene, mobile Showbühne zurückgreifen, die – wie auch die Kultursommer-Künstlergagen und Werbekosten – im Rahmen des Förderprogramms »Neustart Kultur« über den Kulturfonds der Bundesregierung finanziert worden war.

Die nun zumindest vorübergehend entstandene Heimatlosigkeit der Kleinkunstbühne hat auch einige Bürger sensibilisiert und auf den Plan gerufen. So brachte der Grabenstätter Gemeinderat Josef Austermayer das Schul- und Sportplatzgelände als Alternative ins Gespräch und vermittelte die Zusage des TSV Grabenstätt um dessen Vorsitzenden Peter Hermann, die sanitären Anlagen des Sportvereins für ein mögliches Kleinkunst-Festival zur Verfügung zu stellen. Die Theater-Strickerei möchte dort um die Sonnenwende im Juni ein buntes Kulturfestival durchführen. Aktuell wird noch das entsprechende Konzept ausgearbeitet, um es dann der Gemeindeverwaltung vorzulegen.

»Wir würden gerne an sieben Festivaltagen wieder Künstlern aus der Region die Chance geben, abends vor Publikum aufzutreten und planen auch zwei Nachmittagsveranstaltungen«, so Biller. Da man aber in diesem Jahr voraussichtlich keine Programmförderung erhalte, werde alles etwas kleiner angelegt als in den letzten beiden Jahren beim »Somma Dahoam am See«-Festival 2020 und beim »Kultursommer am Chiemsee-Ostufer 2021«, so Vorstandsmitglied Stephan Mikat. Gerade jungen Theaterspielern und Musikern aus dem Chiemgau wolle man in nach wie vor unsicheren Zeiten eine Plattform geben, sich vor Publikum zu beweisen.

Auch wenn man heuer ohne feste Spielstätte dastehe, würden gewisse Kosten weiterlaufen und man müsse Einnahmen generieren, sagt der 2. Vorsitzende des Theater-Strickerei-Vereins, Rudi Rett, und fügt an: »Das siebentägige Sommerfestival wäre da ein ganz wichtiger Baustein«.

mmü