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Die nach Osten, Süden und Westen ausgerichteten Dachflächen der Grundschule Grabenstätt will die Gemeinde im kommenden Jahr mit auf Energieeigenverbrauch abzielenden Photovoltaikanlagen bestücken. (Foto: Müller)

Photovoltaikanlagen auf dem Dach der Grundschule

Grabenstätt – Nachdem die CSU-Räte im Herbst 2020 die Prüfung der Nutzungsmöglichkeiten von Photovoltaik(PV)-Anlagen auf den Dächern gemeindlicher Gebäude angeregt hatten, wurde im Frühjahr letzten Jahres seitens der Gemeinde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.


Wie Hans Haslreiter, Energiemanager im Ökomodell Achental, nun im Gemeinderat betonte, seien aufgrund der verfügbaren Dachflächen vorerst nur Berechnungen für die Grabenstätter Grundschule, den gemeindlichen Kindergarten in Erlstätt und die Freiwillige Feuerwehr in Erlstätt angestellt worden. Zudem stellte der mit der Studienausarbeitung beauftragte Energieexperte klar, dass es angesichts der sehr niedrigen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)-Einspeisevergütung von gerade einmal sechs bis sieben Cent aus wirtschaftlicher Sicht derzeit nur sinnvoll sei, auf Anlagen zu setzen, die auf Energieeigenverbrauch abzielten.

Haslreiter zufolge seien die potenziellen PV-Anlagen in der Studie so ausgelegt worden, dass damit ein möglichst hoher Anteil des Tagesverbrauchs des jeweiligen Gebäudes abgedeckt werde. Dieser liege zwischen 30 und 40 Prozent des Gesamtstrombedarfs. Bei der Grundschule, wo die nach Osten, Süden und Westen ausgerichteten Dachflächen bestückt werden könnten, könne der höchste Eigenverbrauch angenommen werden, so Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (BG/FW). Durch die dort geplante Lüftungsanlage – sie soll in der zweiten Jahreshälfte im Schulgebäude installiert werden – werde sich der eh schon hohe Verbrauch weiter steigern. Die Verwendung eines Stromspeichers zur Erhöhung des Eigenverbrauchs würde laut Haslreiter nur Sinn machen, wenn auch Nachtverbräuche vorlägen, was bei der Schule der Fall sei.

Da im gemeindlichen Haushalt 2022 durch zahlreiche Maßnahmen (Alte Schule Erlstätt, barrierefreies Rathaus und Lüftungsanlage) kein Platz mehr für die Beschaffung von PV-Anlagen sei, bat der Bürgermeister um etwas Geduld. Ihm zufolge könnte die Realisierung schrittweise ab dem kommenden Jahr erfolgen. Robert Muggenhamer (BG) mahnte eine schnellere Umsetzung der Energiewende hin zur Klimaneutralität an und appellierte: »Unser Ziel sollte es schon sein, dass wir das mit den Photovoltaikanlagen heuer noch verwirklichen«. Man werde den »eingeschlagenen Weg weitergehen, aber besonnen«, erwiderte Wirnshofer und plädierte dafür, die Photovoltaik-Maßnahme in den Haushalt 2023 einzuplanen. Die Weichen für die Umsetzung könnten allerdings schon heuer gestellt werden.

Die Anschaffungskosten für eine Photovoltaikanlage ohne Stromspeicher auf dem Dach der Grundschule belaufen sich laut Prognose auf rund 41.000 Euro und mit Speicher auf rund 61.000 Euro. »Das geht günstiger«, zog Dritter Bürgermeister Alois Binder (CSU) diese hohen Kosten in Zweifel. »Da schaut es momentan schlecht aus«, beantwortete Haslreiter eine Frage von Franz Kreiler (BG) zu möglichen Förderungen für den Bau von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Wie sich das weiter entwickle, hänge auch von der neuen Bundesregierung ab. Angesichts der heuer in der Schule noch bevorstehenden Baustelle (Lüftungsanlage) wolle man »das Schulsystem auch nicht überstrapazieren«, so Wirnshofer.

Bei der gemeindlichen Kindertageseinrichtung in Erlstätt würde sich ein Zusammenschluss des Altbestands mit den neueren Anbauten anbieten, da sich dadurch der Eigenverbrauch auf 23 000 Kilowattstunden (kWh) erhöhen würde, hieß es. Hinsichtlich der Installierung einer PV-Anlage auf dem gemeindlichen Heizwerk, das, unweit von Schule und Turnhalle gelegen, den mit Abstand höchsten Stromverbrauch der gemeindlichen Einrichtungen aufweist, gibt es bereits schon länger Überlegungen, auf der Nordseite der Turnhalle eine Anlage zu errichten. Da die Montage von PV-Anlagen flurstücksbezogen sei, müsste im Falle einer gleichzeitigen Installation auf den Dächern der Grundschule und der Turnhalle der gesamte Verbrauch der beiden Liegenschaften über einen gemeinsamen Zähler abgerechnet werden, so Haslreiter.

Der Gemeinderat nahm Kenntnis von der vorgestellten Machbarkeitsstudie. Die Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Grundschule, der Erlstätter Feuerwehr und des Gemeindekindergartens erachteten alle Räte als sinnvoll. Neben Muggenhamer stimmten aber auch die CSU-Räte Waltraud Hübner, Christl Stefanutti und Marilena Pfeilstetter dagegen, weil sie sich bei der Umsetzung mehr Tempo erhoffen. Die Schule soll nun zuerst in Angriff genommen werden und die Verwaltung wurde beauftragt, hierzu weitere Schritte einzuleiten.

Der mögliche Umsetzungszeitraum wird sich anhand der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel ergeben, über die der Gemeinderat erst noch zu entscheiden hat. Um niemanden zu gefährden, sei es ganz wichtig, dass man speziell bei der Schule und dem Kindergarten alle Sicherheitsvorkehrungen gegen vom Dach rutschenden Schnee treffe, war man sich einig.

mmü