Neuer Mannschaftswagen der Feuerwehr wurde gesegnet

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Den neuen Mannschaftstransportwagen segnete Pater Vasile Dior vor der Erlstätter Fahrzeughalle. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Eigentlich wollte die Freiwillige Feuerwehr Erlstätt heuer von 2. bis 6. Juni ihr 150. Gründungsfest feiern. Die Corona-Pandemie zwang die Feuerwehrler aber bekanntlich schon vor gut einem Jahr zur frühzeitigen Absage. »Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, hat sich aber schnell als richtig erwiesen«, so der Vorsitzende Josef Hölzle. Man werde nun stattdessen 2026 das 155-jährige Bestehen groß feiern.


Einen kleinen Vorgeschmack auf diese Feierlichkeiten gab es nun auf der Jubiläums-Jahreshauptversammlung, die ganz im Zeichen einer Fahrzeugsegnung und zahlreicher Ehrungen stand. Für beste Stimmung sorgte in der leer geräumten Fahrzeughalle die Musikkapelle Grabenstätt unter der Leitung von Angelika Dusch. Pater Vasile Dior segnete den neu beschafften, modernen Mannschaftstransportwagens MTW Florian Erlstätt 14/1.

Bei dem neuen MTW handelt es sich um einen Peugeot Boxer Kombi mit neun Sitzplätzen. Da sich das 2006 beschaffte Mehrzweckfahrzeug (MZF) im Laufe der Jahre zu einem reinen Einsatzleitfahrzeug entwickelt habe, »schafft der neue Transportwagen nun Abhilfe und macht die ganzen Privatfahrten von jährlich circa 5000 Kilometer überflüssig«, freute sich Kommandant Michael Wimmer. Die Kosten für das Fahrzeug belaufen sich auf rund 32.500 Euro. Abzüglich der 12 500-Euro-Förderung der Regierung von Oberbayern verbleiben 20 000 Euro, die der Verein aufbringen muss. Hinzu kommen 17.000 Euro für die neue Garage, bei deren Bau die Feuerwehr von diversen Firmen und Personen unterstützt worden ist. Die Gemeinde steuerte als Sachaufwandsträger für den Feuerwehrbedarf 8500 Euro für die feuerwehrtechnische Ausstattung des MTW bei. Bei der symbolischen Schlüsselübergabe strahlten Kommandant Wimmer und Vorsitzender Hölzle mit Bürgermeister Gerhard Wirnshofer um die Wette.

»2020 wurde die Feuerwehr Erlstätt zu 42 Einsätzen gerufen, davon sieben Brandeinsätze, 32 Technische Hilfeleistungen (THL), zwei sonstige Tätigkeiten und eine Sicherheitswache«, berichtete Kommandant Michael Wimmer. Besondere Erwähnung fanden 16 Hochwasser-Einsätze am 4. August letzten Jahres in Grabenstätt, Erlstätt und Übersee sowie zwei THL-Einsätze bei zwei Bombenentschärfungen im vergangenen September in Traunstein. Man habe die Einsätze mit 692 Aktiven in 1202 Stunden abgearbeitet, so Wimmer. Es gab fünf verpflichtende Monatsübungen. Der Kommandant lobte auch die 18 Aktiven, die in zwei Gruppen die Leistungsprüfung »Die Gruppe im THL-Einsatz« erfolgreich abgelegt hatten. Mit Bernhard Hennes, Johann Neuhauser und Bernhard Poller junior haben nun drei Kameraden die sechste und letzte Stufe (Gold-Rot) geschafft. Zudem wurden sieben Lehrgänge auf Landkreisebene besucht.

»Die aktive Mannschaft leistete insgesamt 2180 Stunden im Dienst für den Nächsten«, lobte Wimmer. Der Personalstand der aktiven Wehr betrug Ende letzten Jahres 62 Personen – 58 Feuerwehrmänner und vier Feuerwehrfrauen. Aus der Jugendgruppe übernommen wurden Andreas Pertl und Stefan Schuhbeck. Neuzugänge gab es keine.

»Wir hatten Ende 2020 205 Mitglieder, davon 141 passiv-fördernde Mitglieder, zwei Ehrenmitglieder und 62 Aktive«, berichtete Vorsitzender Josef Hölzle und ließ das von Corona geprägte vergangene Vereinsjahr Revue passieren. Da die Einnahmen im Corona-Jahr 2020 nach Angaben des Kassiers Thomas Kaltner »sehr überschaubar« gewesen seien und man viel für den neuen Mannschaftstransportwagen investiert habe, gebe es »ein fettes Minus«. Aufgrund der Rücklagen könne man dies aber gut verkraften, so Kaltner.

»Wir haben weiterhin 31 Atemschutzgeräteträger«, freute sich Vorsitzender Hölzle in seiner Funktion als Leiter Atemschutz. Im Vorjahr habe es sechs Einsätze gegeben. Im Frühjahr 2020 hat man die neuen Atemschutzmasken von Dräger in Empfang genommen. »Wegen Corona konnten keine Übungen abgehalten werden und auch der Jugendanwerbetag musste ausfallen«, bedauerte Jugendwart Andreas Hölzle. Immerhin habe man aber das Friedenslicht in Siegsdorf abholen und an die Kirche in Erlstätt übergeben können.

Für ihre langjährige Treue zum Feuerwehrverein geehrt wurden Franz Kreiler senior und Franz Strohmayer senior, die seit 63 Jahren Mitglied sind. Noch länger dabei sind Alois Krutzenbichler senior (65 Jahre) und Rudolf Hennes (70 Jahre), die beide nicht anwesend waren. Vorsitzender Hölzle ehrte auch die langjährigen Mitglieder Alois Schützinger senior (61 Jahre), Peter Schützinger (56 Jahre), Franz Purzeller senior (55 Jahre), Simon Haslreiter senior (53 Jahre) und Josef Hölzle senior (53 Jahre). Geehrt in Abwesenheit wurden Georg Strohmayer (55 Jahre), Sebastian Rächl senior (52 Jahre) und Franz Hofmann senior (50 Jahre). »Eigentlich wollten wir die Ehrungen heuer bei unserem 150. Gründungsfest vornehmen, aber das war heute auch ein würdiger Rahmen«, betonte Vorstand Hölzle und dankte den Geehrten.

Für 25 Jahre aktive Dienstzeit (davon fünf bei der Feuerwehr Erlstätt) ausgezeichnet wurde Stefan Daxenberger von Kommandant Wimmer. Für 20 Jahre aktiven Dienst und Mitgliedschaft ehrte er Josef Gruber, Thomas Kaltner und Marion Klauser. Josef Mittermeier und Franz Neuhauser junior konnten diese Ehrung nicht persönlich entgegennehmen. Seit zehn Jahren Mitglied und im aktiven Dienst sind die Jugendwarte Andreas Hölzle, Franz-Josef Kreiler und Stefan Kreiler sowie Maximilian Neuhauser. Zu Feuerwehrmännern befördert wurden Johannes Gerwald, Stefan Papp, Andreas Pertl und Stefan Schuhbeck.

Bürgermeister Gerhard Wirnshofer würdigte den großen ehrenamtlichen Einsatz und die Leistungen der Feuerwehr Erlstätt und wünschte ihr »alles Gute und immer ein gesundes Heimkommen von den Einsätzen«. »Danke, dass ihr immer da seid, danke für eure Kameradschaft«, lobte Kreisbrandrat Christof Grundner die Erlstätter Wehr und bedankte sich auch dafür, dass diese die Leitung der im Feuerwehrhaus Erlstätt eingerichteten »Führungsstelle Chiemsee« übernommen hatte. Mit der Bayernhymne klang die Versammlung aus.

mmü