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»Nepomuk-Huber-Haus« in Marwang eingeweiht

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Grabenstätt: Gruppenübernachtungshaus »Nepomuk-Huber-Haus« in Marwang eingeweiht
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Das malerisch gelegene Gruppenübernachtungshaus »Nepomuk Huber Haus« in Marwang von Norden aus gesehen. Viele Gäste hatten sich zum Tag der offenen Tür und zur anschließenden Segnung und offiziellen Eröffnung eingefunden. (Foto: Müller)

Grabenstätt – In Marwang ist das Gruppenübernachtungshaus »Nepomuk- Huber-Haus« mit 30 Schlafplätzen eröffnet worden. Benannt ist der auf einer Anhöhe oberhalb der Loretokirche gelegene Neubau nach dem ehemaligen Grabenstätter Pfarrer Johann Nepomuk Huber, der hier vor knapp 50 Jahren aus dem Vorgängergebäude eine Begegnungsstätte für die KIM-Jugend (»Kreis junger Missionare«) machte.


Möglich gemacht haben das »Nepomuk-Huber-Haus« die frühere Gemeindereferentin Uschi Erl aus Grabenstätt und deren Schwester Barbara Hurnaus aus München, die das Grundstück 2016 in Erbpacht von der Erzdiözese München-Freising übernommen haben. Die Bau- und Einrichtungskosten haben sie aus ihrem Erbe bestritten.

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Stiftung soll noch heuer gegründet werden

Zur Förderung der Jugendhilfe und Zurverfügungstellung von günstigen Aufenthalts- und Übernachtungsmöglichkeiten für Familien, Kinder und Jugendliche wollen sie heuer noch die »Lorenz-Totnan-Seehuber-Stiftung« gründen. Sie soll sich durch die Vermietung tragen. Der Stiftungsvorstand wird aus Erl, Hurnaus und Altbürgermeister Georg Schützinger bestehen.

Pater Alois Haslbauer aus Wien zelebrierte den von Barbara Hurnaus (Querflöte) und Elisabeth Sammer (Gitarre) musikalisch gestalteten Freiluft-Gottesdienst. Auch ein Alphorn erklang. »Dieses Gebäude ist ein Geschenk von Gott, des Heiligen Geistes«, dankte Haslbauer, der in den 1970/80er Jahren als KIM-Seelsorger häufig in Grabenstätt war.

Die Gemeindereferentinnen Irmi Huber und Sabine Fett segneten die Gäste und das Haus: »Lass alle, die hier ein- und ausgehen durch Deine Liebe gesegnet sein. Lass alle Menschen, die hier Zeit verbringen, Gemeinschaft erfahren und fröhliche und bereichernde Stunden erleben«, hieß es. Es spielte Harfenistin Maria Wastlhuber.

Glückwünsche überbrachte auch Bürgermeister Gerhard Wirnshofer. Das Haus stehe »an einem Ort, der nicht schöner sein könnte«, betonte er und würdigte Uschi Erl und Barbara Hurnaus, »die immer für andere Menschen da waren und sind«.

Ein Austragsbankerl von den Nachbarn

»Was lange währt, wird endlich gut«, meinte Architekt Henry Scholtysik und unterstrich, dass es Uschi Erl mit ihrem Traum gelungen sei, »viele Herzen mitzunehmen«. Ob es auch wirklich gut geworden sei, werde sich erst zeigen, wenn die Gäste das Jugendfreizeitheim nutzen. Riesig freute sich Erl über das Überraschungsgeschenk der Nachbarn, die ihr ein »Austragsbankerl« mit Kastanienbaum schenkten.

Das »Nepomuk-Huber- Haus« ist ein reines Selbstversorgerhaus. Im Erdgeschoß sind der Speiseraum und der lichtdurchflutete Saal mit Terrasse und Blick auf die Loretokirche und in die Berge. Eine Besonderheit im Saal ist ein Labyrinth auf dem Fußboden, das in der Mitte zum »KIM-Kreuz«, dem Erkennungszeichen der KIM-Bewegung, führt. Im Obergeschoß sind die 30 Schlafplätze. Über einen Treffpunkt in der Mitte erreicht man den Balkon.

Architekt Henry Scholtysik zeigte Gästen beim »Tag der offenen Tür« auch den Keller mit Lager, Spielraum mit Fußbodenschach und Tischkicker sowie Werk- und Technikraum. Im Spielraum kann man durch eine Glasscheibe auf einen alten Brunnen schauen, auf den man bei den Tiefbauarbeiten gestoßen war. Erl erinnerte an die Planungs- und Bauphase. Auch auf die Geschichte des ehemaligen KIM-Hauses blickte sie mit Fotos zurück.

Erwähnung fand auch der Namensgeber der geplanten Stiftung, Lorenz Totnan Seehuber. 1828 in Grabenstätt geboren, trat er bei den Franziskaner Minoriten in Würzburg in den Orden ein und kam nach Aufenthalten in Würzburg, Linz am Rhein und Rosenheim schließlich zurück nach Grabenstätt. Mit Graf Clemens von Törring schuf er das »Loreto-Beneficium« als Alterssitz für Geistliche. Auch die Loretokirche von 1648 wurde renoviert und der Pfarrhof errichtet. Später gründete Seehuber das Kloster Maria Eck. 1901 starb er und wurde in Grabenstätt beerdigt.

Leben verantwortungsvoll gestalten

»Jetzt wünschen wir uns alle, dass viele Jugendliche und junge Erwachsene sich im neuen Nepomuk-Huber- Haus wohlfühlen, dass sie viele positive und prägende Erfahrungen machen dürfen, im Glauben, im gemeinschaftlichen Miteinander und dass sie dadurch letztendlich befähigt werden, ihr Leben verantwortungsvoll und zugewandt zu gestalten«, betonte Erl, die sich im Ruhestand um das »Tagesgeschäft« kümmern wird.

Der 82-jährige, frühere Grabenstätter Pfarrer Johann Nepomuk Huber, der dem Haus seinen Namen gab, konnte der Feier aus gesundheitlichen Gründen nicht beiwohnen. Er habe sich aber selbst ein Bild gemacht und sei begeistert gewesen, verriet Erl. mmü