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Kieswerk will bis 2050 in Betrieb bleiben

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Grabenstätt: Kieswerk will bis 2050 in Betrieb bleiben
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Seit Jahrzehnten wird bei Brodeich an der Kreisstraße zwischen Grabenstätt und Erlstätt Kies abgebaut. Hinter der neuen Abbaufläche (Vordergrund) sind die Betriebsanlagen, die straßenseitig kaum einsehbar sind. Auf Grundlage der Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung eines Bebauungsplans Sondergebiet »Betonmischwerk und Kiesaufbereitung« soll der Betrieb bis 2050 gesichert werden. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Im Januar 2019 hatte der Gemeinderat die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans Sondergebiet »Betonmischwerk und Kiesaufbereitung« für das Kieswerk Brodeich (an der Kreisstraße zwischen Grabenstätt und Erlstätt südlich des Weilers Brodeich) beschlossen.


Dort sind die Firmen Rohrdorfer Sand und Kies GmbH und Rohrdorfer Transportbeton GmbH seit Jahrzehnten tätig. Die vom Planungsbüro Hohmann Steinert aus Übersee erarbeiteten Pläne in der Fassung vom 6. April dieses Jahres – hierzu fanden bereits Besprechungen mit diversen Fachstellen im Landratsamt statt – wurden nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung mit 12:3 Stimmen abgesegnet.

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Bei drei Gegenstimmen von zweitem Bürgermeister Andreas Danzer, Josef Austermayer und Josephine Brunnhuber (alle Freie Wähler) billigten die Räte zunächst den Änderungsplan für den Flächennutzungsplan (bislang war der Änderungsbereich im Wesentlichen als Fläche für Abgrabungen und für die Landwirtschaft dargestellt) und im Anschluss den Änderungsplan zur Aufstellung eines Bebauungsplans Sondergebiet »Betonmischwerk und Kiesaufbereitung«.

Diplom-Ingenieur Wolf Steinert hatte die Planung zuvor ausführlich erläutert. Durch die Bauleitverfahren sollten die bestehenden betrieblichen und baulichen Anlagen der Firmen Rohrdorfer Sand und Kies GmbH und Rohrdorfer Transportbeton GmbH planungsrechtlich gesichert und eine bedarfsgerechte bauliche Entwicklung ermöglicht werden. »Geplant ist ein Weiterbetrieb am Standort Brodeich für 30 Jahre bis 2050«, so Steinert. Vor allem zum Fortbestand des befristet genehmigten Betonmischwerks müssten die bislang nicht gegebenen planungsrechtlichen Voraussetzungen durch einen Bebauungsplan geschaffen werden, hieß es.

So sollen die Fortentwicklung des Kieswerks gewährleistet und die Technik der dortigen Anlagen an die veränderten gesetzlichen Anforderungen angepasst werden. Die Genehmigungen von 1971 würden nicht mehr den heutigen Standards entsprechen, so Steinert. Im Geltungsbereich des künftigen Bebauungsplans sollen die Bereiche Kieswerk, Betonwerk am aktuellen Standort und Betonwerk am geplanten Standort, Betonrecycling und Zufahrt/Büro definiert werden.

»Mich stört, dass wir uns bis 2050 den ganzen Verkehr durch den Ortsteil Erlstätt ziehen, da nur ein geringfügiger Teil des Kiesabbaus vor Ort passiert. Erlstätt ist genügend belastet«, mahnte Andreas Danzer an und verwies auf die Bedenken in der Bevölkerung. Seine Ratskollegen Josef Austermayer und Josephine Brunnhuber machten sich Sorgen wegen zu erwartendem Lärm und die Belastungen für die Bewohner in den umliegenden Weilern. Brunnhuber erinnerte sich dabei an störende »Dauergeräusche«, die sie schon vor 30 Jahren in Langenspach vernommen habe.

Bauamtsleiter Walter Geutner stellte klar, dass man noch gar nicht wisse, welche Maschinen künftig zum Einsatz kämen und welche Emissionen zu erwarten seien.

Zur Fortführung des Aufstellungsverfahrens werde man als Gemeindeverwaltung nun die notwendigen weiteren Verfahrensschritte wie die frühzeitige Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange veranlassen.

Auf die Frage von Austermayer, wer die vereinbarte Rekultivierung des Geländes vornehme, wenn die Firmen vor 2050 pleitegingen, meinte Bürgermeister Gerhard Wirnshofer, dass es für so einen Fall eine »Sicherheitsleistung« gebe. Das entstehende Wasserschutzgebiet der Marwanger Trinkwasserversorgung »geht nicht so weit«, sagte er weiter. mmü