Bildtext einblenden
Franz Strohmayer (links) wurde zum neuen Jagdvorstand der Jagdgenossenschaft Erlstätt gewählt. Bisher fungierte er als Beisitzer. Bernhard Poller junior beerbt ihn in dieser Funktion. (Foto: Müller)

Jagdgenossenschaft: Abschusszahlen werden um 20 Prozent erhöht

Grabenstätt –  Franz Strohmayer ist der neue Jagdvorstand der Jagdgenossenschaft Erlstätt. Dies entschieden 35 der 39 anwesenden Jagdgenossen bei ihrer Versammlung im Gasthof Fliegl in Erlstätt. Da Strohmayer zuvor Beisitzer war, musste dieser Posten neu besetzt werden. Dabei stimmten 36 Mitglieder für Bernhard Poller junior. Beide wurden für drei Jahre gewählt. Die restlichen Vorstandsmitglieder bleiben bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2025 in ihren Ämtern.


Zweiter Vorsitzender Sebastian Rächl hatte die Versammlungsleitung übernommen, weil Bernhard Poller senior sein Amt als Jagdvorstand seit der Übergabe seines Hofes nicht mehr ausüben durfte. Deswegen auch die vorgezogene Neuwahl. Rächl berichtete von drei Vorstandssitzungen. Dabei sei es insbesondere um den Jagdpachtvertrag und den Abschuss gegangen. Der bestehende Jagdpachtvertrag ist zur Jahreswende mit den derzeitigen Pächtern Siegfried Kleinert und  Wolfgang Schwögler verlängert worden. »Laut Verbissgutachten ist der Verbiss derzeit zu hoch«, mahnte Rächl an. Das Gutachten stelle die Lage aber noch deutlich besser dar, als sie bei der Waldbegehung im März tatsächlich gewesen sei. Da das geforderte Soll von 360 Stück Rehwild mit 309 deutlich unterschritten wurde, sehe sich der Vorstand nun gezwungen, »die Abschusszahlen um 20 Prozent auf 370 Stück zu erhöhen«, so Rächl.  Dabei sollten je 80 Kitze und Böcke sowie 210 Geißen innerhalb von drei Jahren geschossen werden. Das Verbissgutachten und die Abschussliste lägen offen und könnten jederzeit eingesehen werden. Erfreuliche Zahlen vermeldete Kassier Stefan Mitterer. Im Berichtszeitraum ist ihm zufolge ein Überschuss von rund 1253 Euro entstanden.

Laut Jagdpächter Wolfgang Schwögler seien im vergangenen Jahr 109 Rehe geschossen worden, darunter 28 Böcke, 50 Geißen und 31 Kitze. Hinzu kämen fünf Hasen sowie 47 Füchse, Marder, Dachse, Stockenten und Krähen. Für das Rehwild gebe es einen Abschussnachweis mit Foto und Liste. Schwögler zeigte sich mit der Erhöhung des Abschussplans einverstanden und versicherte: »Wir versuchen, in den nächsten Jahren 100 Prozent zu erzielen«. Zudem appellierte er an die Jagdgenossen, vor dem Mähen die Jäger zu informieren, die dann mit einer Drohne und Wärmebildkamera Kitze im Gras aufspüren könnten. Abschließend dankte der Jagdpächter dem bisherigen Jagdvorstand Bernhard Poller senior für seine Tätigkeiten im Vorstand. Für dessen unkomplizierte Vertretung erhielt Sebastian Rächl ein Sonderlob.  

Lisa Dorfhuber wollte noch wissen, wie hoch die Abschusszahlen in den Vorjahren waren. Schwögler sprach von 99 Rehen 2019 und 101 Stück 2022. Franz Neuhauser bemängelte, dass die alten, kaputten Jägerstände von den Jägern nicht weggeräumt werden. Schwögler versprach, diese aufzuräumen, wenn man neue vor Ort zusammengebaut habe. Der Jagdpächter machte den Vorschlag, bestimmte Waldstraßen mitei-nander zu erneuern. Von der Firma Swietelsky könnte man wohl den Kies bekommen, so Klaus Mitterer. Bürgermeister Gerhard Wirnshofer stellte eine Beteiligung der Gemeinde in Aussicht, auch wenn für diese Straßen in erster Linie die An- und Hinterlieger zuständig seien. Sebastian Rächl kritisierte, dass Autofahrer im Wald vermehrt ihren Müll entsorgten.

mmü