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Biologe Stefan Kattari informierte bei der Jahreshauptversammlung über Orchideen. Vorsitzende Renate Lohr bedankte sich mit einem Geschenkkorb. (Foto: Müller)

Gartenbauverein braucht neue Vorstandschaft

Grabenstätt – Der Gartenbauverein Grabenstätt braucht im kommenden Jahr eine neue Vorstandschaft. Darüber informierte die Vorsitzende Renate Lohr bei der gut besuchten Frühjahrsversammlung im Gasthof Grabenstätter Hof.


Lohr stellte klar, dass sie bei den Neuwahlen im Frühjahr 2023 nicht mehr für eine weitere Amtszeit als Vorsitzende zur Verfügung stehe. Auch der stellvertretende Vorsitzende Josef Klauser, Schriftführerin Ursula Lynka und die Jugendbeauftragten Annelies Stefanutti-Bscheidl und Christine Kopatschek-Ollenik würden nicht mehr kandidieren. »Wir benötigen jüngere, engagierte Personen mit neuen Ideen«, appellierte Lohr. Der Gartenbauverein bestehe nicht nur aus der jetzigen Vorstandschaft. »Wir alle müssen ein großes Interesse daran haben, dass es den Verein gibt, ansonsten müssen wir ihn auflösen und das wäre bei 320 Mitgliedern sehr schade«, so Lohr. Ein neu gewählter Vorstand bekomme vom Kreisverband und Landesverband jede Unterstützung.

Zuvor hatte Lohr mit vielen Bildern das vergangene Vereinsjahr Revue passieren lassen. Sie erwähnte dabei unter anderem die Pflanzentausche, die Bepflanzung des Marktplatzes, den vereinseigenen Stand beim Bauernmarkt zum Erntedank mit Kinderprogramm, Arbeiten am Hochbeet, das Erntedank-Wagerl und die Herbstversammlung. Erinnert wurde auch an die Aktion »Gelbes Band« des Kreisverbands Traunstein für Gartenkultur und Landespflege. Gartler, deren Obstbäume im Herbst so reich tragen, dass sie die Früchte gar nicht alle ernten und selbst verwerten könnten, sollten sich beim Kreisverband melden und das gelbe Band anfordern, so Lohr. Mit diesem Band markierte Bäume könnten dann von jedem abgeerntet werden. »Der Kreisverband will damit verhindern, dass zu viel Obst auf dem Kompost landet«, erklärte die Vorsitzende. Zudem verwies sie auf die alle drei Jahre stattfindende Kreisprämierung im Landkreis Traunstein. Wer sich für das diesjährige Thema »Der bunte und gesunde Gemüsegarten« interessiere und glaube, mit seinen vielfältigen Gemüsearten, einer großen Sortenvielfalt oder außergewöhnlichen Nutzpflanzen punkten zu können, der solle sich bis Mitte Juli bei ihr melden.

2021 sind bei der Aktion »Naturgarten – Bayern blüht« deutschlandweit 550 Gärten zertifiziert worden. Auch im Landkreis Traunstein gibt es schon 40 solcher Gärten. »Grabenstätt ist auf der Karte von Kreisfachberater Markus Breier leider noch ein weißer Fleck, aber das soll sich bald ändern«, betonte Lohr. Wer biologisch gärtnert, sprich auf Kunstdünger und Torf verzichtet, und seinen Garten zertifizieren lassen möchte, könne sich bei ihr melden. Details zu den Kriterien gebe es auf der Internetseite des Kreisverbands.

Am 18. Juni steht endlich wieder eine Lehrfahrt an. Sie führt ins Salzkammergut, wo unter anderem der 4000 Quadratmeter große, private »Schaugarten der Vielfalt« besichtigt werden soll. Am 29. Juni ist eine Kräuterexkursion mit Andrea Illguth geplant. Sie referiert zudem bei der Herbstversammlung zum Thema »Räuchern mit Kräutern«. Auch beim Bauernmarkt zur Irisblüte am 28. Mai wird der Verein wieder vertreten sein.

»Euer Grabenstätter Moos ist gut mit Orchideen gesegnet, auch unsere Bergwälder sind an vielen Stellen noch sehr orchideenreich«, so der Grassauer Biologe, Orchideen-Experte und Bürgermeister Stefan Kattari. Orchideen finde man aber nicht nur auf Streuwiesen rund um den Chiemsee, sondern auch auf Almwiesen und in Filzen. Die hiesige Kulturlandschaft sei für die Artenvielfalt von großer Bedeutung. Ein sich ausbreitender Wald würde viele lichtintensive Orchideen verdrängen. Die Beweidung der Almwiesen sei deshalb ganz wichtig. Auch auf nicht mehr gemähten Streuwiesen würden die Orchideen verschwinden. In Feuchtgebieten könnten neue Entwässerungsgräben die Orchideen bedrohen.

mmü