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Die nahe Autobahn und der Verkehrslärm bedeuten für die Bewohner im Ortsteil Winkl eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Eine Bürgerin brachte dies in der Bürgerversammlung in Grabenstätt in ihrer schriftlichen Eingabe zum Ausdruck und fragte an, ob man Maßnahmen ergreifen könnte, um den Lärm zu reduzieren. (Foto: Müller)

Bürgerversammlung in Grabenstätt: Vom Autobahn-Lärm bis zur fehlenden Spielwiese

Grabenstätt – Bei der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle in Grabenstätt wurden nach dem eineinhalbstündigen Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Gerhard Wirnshofer noch schriftliche Eingaben von Bürgern behandelt, die im Vorfeld in der Gemeinde eingegangen waren.


Daniela Hettwer aus Winkl verwies auf die erhebliche Lärmbelästigung, die von der nahen Autobahn ausgehe. Ihr zufolge könne man oft nicht auf der Terrasse sitzen und nachts bei geöffnetem Fenster nicht schlafen. »Auf Dauer ist das eine sehr starke Einschränkung der Lebensqualität«, schrieb sie und verband dies mit der Bitte, einen Antrag beim Bund zu stellen und prüfen zu lassen, ob etwaige Maßnahmen wie Flüsterbelag, Schallschutzwall/wand oder ein Tempolimit umsetzbar wären. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass aus rechtlicher Sicht nur im Falle eines sechsspurigen Autobahn-Ausbaus Lärmschutzmaßnahmen seitens des Bundes möglich seien. »Wir werden uns bei der Autobahn-Gesellschaft über den Stand der Planung informieren«, versicherte er.

Hettwer mahnte auch den schlechten Zustand des Gehwegs entlang der Ringstraße in Winkl an, den man nicht gefahrlos benutzen könne. »Wir werden die Schadstellen begutachten und gefährliche Umstände bereinigen«, so Wirnshofer. Ein weiteres Ärgernis ist für Hettwer die starke Geruchsbelästigung, die öfters von der Hundetoilette an der Ecke Ringstraße/Lutzstraße in Winkl ausgehe. So schlägt sie vor, diese dorthin zu verlegen, wo früher an der Eichbergrunde ein von privater Seite aufgestellter Hundetoiletten-Eimer gestanden ist. Eine weitere Hundetoilette wäre ihr zufolge bei den öffentlichen Parkplätzen im Zufahrtsbereich nach Winkl wünschenswert. »Das Problem ist, dass immer mehr Hundetoiletten gewünscht werden, sie aber niemand in seiner Nähe haben möchte«, so Wirnshofer. Der aktuelle Standort in Winkl sei sinnvoll, trotzdem werde man schauen, ob es am Eichberg eine Alternative gebe. Privat aufgestellte Hunde-Eimer werde man nicht leeren.

Auf die Frage von Barbara Gutleben-Regensburger, ob bzw. wie die Gemeinde im kommenden Winter Energie einsparen wolle, meinte Wirnshofer, dass man erst einmal die weitere Entwicklung abwarten müsse. In puncto Straßenbeleuchtung habe die Gemeinde aber bereits vor fünf Jahren ihre Hausaufgaben gemacht und auf LED umgestellt. Insgesamt seien 400 Leuchten ausgetauscht worden, was zu einer Energieeinsparung von bis zu 70 Prozent geführt habe. Was die geringe Weihnachtsbeleuchtung im Ort anbelange, dürfte die Energieeinsparung im Falle eines Verzichts überschaubar sein. Gutleben-Regensburger regte auch noch die Nachpflanzung von Bäumen an der Überseestraße an. Baumpflanzungen wären auch an der Höringer Straße, an der Tüttenseestraße und der Max-Buchfellner-Straße bis zum Tüttensee sinnvoll. Wirnshofer meinte, dass dabei auch immer die Belange der Grundstückseigentümer mit berücksichtigt werden müssten. Inwieweit eine Nachpflanzung an der Überseestraße (Kreisstraße TS 3) möglich sei, werde man mit dem Landkreis klären. Auch hier grenze neben der Fahrbahn Privatgrund an. Bei den anderen Abschnitten müsse beachtet werden, dass es sich um landwirtschaftliche Flächen handle. »Dort, wo es uns möglich erscheint, werden wir einen Vorstoß versuchen«, sagte Wirnshofer.

Lena Stampfl kritisierte, dass die Ladesäule mit den beiden Ladepunkten in Grabenstätt für Elektrofahrzeuge »seit längerer Zeit aus technischen Gründen nicht verfügbar sind«. Derzeit sei man auf die Standorte Übersee und Chieming angewiesen. Dass Altkunden in der Regel noch laden könnten, Neuankömmlinge aber nicht, erklärte Wirnshofer damit, dass die Datenkommunikation der Ladesäule am Rathaus über einen alten Mobilfunkstandard erfolge, der in Grabenstätt mittlerweile abgeschaltet sei. Man sei auf den technischen Support der Herstellerfirma angewiesen, derzeit fehle es aber an deren Servicebereitschaft. »Wir hoffen, dass die Ladesäule bald wieder allgemein zugänglich sein wird«, so Wirnshofer. Inwieweit das Angebot von Ladepunkten in der Gemeinde verbessert oder ausgebaut werden könne, müsse im Gemeinderat diskutiert werden. Im Rahmen der Außenanlagenplanung für die Alte Schule in Erlstätt sei eine Elektroladestelle mitvorgesehen.

»Wir werden die Beschilderung nochmals überdenken und notfalls eine Veränderung vornehmen. Bis auf Weiteres bitten wir Frau Wunderwald-Jensen, von der Ortsmitte aus den Umweg über die Entermühlstraße-Hochstraße-Hochfellnstraße in Kauf zu nehmen«, reagierte Wirnshofer auf die schriftliche Eingabe von Peggy Wunderwald-Jensen, die sich darüber beklagt hatte, dass ihr die Benutzung des Fußweges zum Tüttensee von einem dortigen Grundstücksbesitzer untersagt werde. Es handle sich zwar um einen öffentlichen Feld- und Waldweg, aber mit Widmungsbeschränkung für Anlieger, erinnerte der Bürgermeister.

Simone Heid fragte nach, in wieweit die Planungen für einen von ihr bereits im Vorjahr angeregten Skateplatz gediehen seien. Ihrer Meinung nach würden auch schon ein paar Rampen genügen. Bei der Planung lasse man sich vom Mountainbike-Downhill-Weltmeister Guido Tschugg beraten, verriet Wirnshofer. Ein passender Standort müsse noch gefunden werden. Möglicherweise komme für einen Pumptrack-Parcours eine Leader-Förderung infrage.

Erneut wünschte sich Annette Maaßen auf der freien Grünfläche in der Wohnsiedlung an der Meckenheimer Straße eine Spielwiese. Es gebe dort aktuell 21 Kinder, die noch nicht alleine den Weg zum Sportgelände des TSV Grabenstätt machen könnten, so Maaßen. Wirnshofer sicherte seine Unterstützung zu. Eine Verbesserung erhoffte sich Maßen auch bei der Ferienbetreuung der Kinder. Eine zusätzliche Woche würde arbeitende Eltern erheblich entlasten. mmü