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Baugebiet mit vier Parzellen geplant – möglicher Kiesabbau bei Kraimoos

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Foto: Jens Büttner/dpa-Symbolbild

Grabenstätt – Am südöstlichen Ortsrand des Grabenstätter Ortsteils Bergen, nördlich von Erlstätt, soll ein Baugebiet mit vier Bauparzellen entstehen. Anlässlich der Aufstellung des Bebauungsplans »Am Alpenblick« sind die Planunterlagen nach Abschluss der Verfahrensschritte »Öffentlichkeitsbeteiligung« und »Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange« ergänzt und geändert worden.


Die fortgeschriebene Planung wurde nun vom Gemeinderat einstimmig gebilligt. Auf dieser Grundlage soll das Verfahren mit einer eingeschränkten Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung fortgeführt werden. Auf Anregung der Unteren Naturschutzbehörde erfolgte beispielsweise eine planerische Ergänzung hinsichtlich der Ortsrandeingrünung.

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Wie es aus der Gemeindeverwaltung hieß, habe Wolfgang Selbertinger von der Unteren Naturschutzbehörde in einer gemeinsamen Besprechung unmissverständlich klar gemacht, dass aus naturschutzrechtlicher Sicht die Grenze der baulichen Entwicklung in Bergen absolut erreicht sei und weitere etwaige Erweiterungen strikt abgelehnt würden. Auf Betreiben der Unteren Immissionsschutzbehörde wurde zudem das Erstellen eines Schallschutznachweises im Rahmen von Bauvorhaben in die Planungen mit aufgenommen. Auf die Frage von Franz Kreiler (Bürgergruppe) wie es mit der Ableitung des Oberflächenwassers aussehe, meinte Bürgermeister Georg Schützinger, dass dies nicht der Bebauungsplan regle.

Auf Anfrage von Anita Kohlbeck (SPD), ob sich die Gemeindeverwaltung schon mit einer möglichen Umsetzung des von den bayerischen Bürgern positiv beschiedenen Volksbegehrens »Artenvielfalt: Rettet die Bienen!« beschäftigt habe, meinte Bürgermeister Georg Schützinger, dass der Gemeinde von oben noch keine Aufgaben übertragen worden seien. Im Laufe des nächsten Jahres werde sich da aber sicher etwas ergeben.

Grünflächen nur noch zweimal pro Jahr mähen

Schon heuer werde der Bauhof die Grünflächen zwischen Straße und Gehweg nur noch zweimal mähen. Kohlbeck regte an, die Fichten an den Erlstätter Tennisplätzen durch eine Hecke zu ersetzen. Dies sei nur mit dem SV Erlstätt möglich, da dieser das Nutzungsrecht besitze, so Schützinger. Hinsichtlich der Blühstreifen, meinte Andreas Danzer (Freie Wähler), dass die Sichtdreiecke der Verkehrsteilnehmer unbedingt frei bleiben müssten.

Mit Blick auf die Anfang April begonnene Rad- und Fußweg-Maßnahme an der Kreisstraße TS 54 in Erlstätt und der deswegen angelegten Umfahrung von der Innerlohener Straße zur Turnhalle, wollte Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe) wissen, ob das mit dem Lkw-Verkehr funktioniere. »Die Umfahrung ist nicht für schwere Lastwagen gedacht«, erwiderte Schützinger.

Angesichts des voranschreitenden Kiesabbaus beim Weiler Brodeich (südlich von Erlstätt) gebe es bei den Bürgern Befürchtungen, dass auch bei Kraimoos in Zukunft im großen Stil Kies abgebaut werden könnte, mit den bekannten negativen Begleiterscheinungen, meinte Gemeinderat Franz Kreiler (Bürgergruppe) und verwies darauf, dass es sich offenbar um ein »Vorranggebiet« handle. Die Firma habe dort bereits konkrete Abbaupläne und sei auch schon mit Anliegern in Kontakt getreten.

»Von offizieller Seite sind wir noch überhaupt nicht gefragt worden wie wir dazu stehen, stattdessen wird man vor vollendete Tatsachen gestellt«, ärgerte sich Kreiler. Dritter Bürgermeister Maximilian Wimmer (CSU) appellierte, die besagte Firma anzuweisen, ihre Gespräche »in dem jetzigen Stadium einzustellen und nicht mehr mit diesem Thema hausieren zu gehen«.

Ein möglicher Kiesabbau sei ohne das Einverständnis der Gemeinde nicht möglich, betonte Schützinger mit Verweis auf den Flächennutzungsplan und Bebauungsplan. Man werde mit der zuständigen Genehmigungsbehörde im Landratsamt Traunstein sprechen und die Sache klären, so Schützinger. mmü