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Altneihauser Feierwehrkapell'n begeistert bei 150-Jahr-Jubiläum

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Altneihauser Feierwehrkapell'n begeistert bei 150-Jahr-Jubiläum der FFW Grabenstätt
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Die bekannte Altneihauser Feierwehrkapell'n um den Kabarettisten und Schauspieler Norbert Neugirg sorgte im Festzelt der Feuerwehr Grabenstätt mit einem wahren Feuerwerk an Pointen und viel Witz und Satire für beste Stimmung und Unterhaltung. Rund 1400 Besucher wohnten dem großartigen Musik-Kabarettabend bei. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Für stehende Ovationen sorgte die Altneihauser Feierwehrkapell'n aus dem Oberpfälzer Wald bei ihrem Kabarettabend im Festzelt der Feuerwehr Grabenstätt, die zuletzt vier Tage lang ihr 150. Gründungsfest gefeiert hatte. Rund 1400 Besucher erlebten die neun Ausnahmemusiker und Vorzeige-Komiker um den bekannten Kabarettisten und Schauspieler Norbert Neugirg.


Auch in Grabenstätt zeigten sie sich erstaunlich gut informiert. Denn Festleiter Reinhard Meisinger und Trachtenvereinschef Sepp Fleischmann hatten für Neugirg ganze Vorarbeit geleistet. Viel Gelächter gab es schon zu Beginn, als der resolute »Kommandant Norbert Neugirg« sich zunächst im Ortsteil Erlstätt wähnte, den er als »des Chiemgaus Diamant« bezeichnete. »Auf Erlstätt ruht Gottes Segen, Grabenstätt ist nichts dagegen!«, posaunte er im Bewusstsein des sicheren Sieges ins Publikum.

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Nachdem ihn ein Kollege schüchtern auf den Irrtum hingewiesen hatte, nicht in Erlstätt, sondern im nahen Grabenstätt zu weilen, schickte er zur Wiedergutmachung folgende Liebeserklärung hinterher: »Du Grabenstätt, du ganz allein, bist des Chiemgaus Edelstein«. Die Grabenstätter waren versöhnt, die Erlstätter mussten sich mit dem süffigen Bier trösten.

Auch die meisten anderen Ortsteile und Weiler bekamen ihr Fett weg, auch die benachbarten Feuerwehren aus Erlstätt und Holzhausen. Die Erlstätter Feuerwehrler hätten mit einem Facebook-Post den Diebstahl ihres neuen Rettungsspreizers quasi selbst eingefädelt, und die Holzhausener Wehr werde nur alarmiert, »wenn's wo brennt, wo es nicht pressiert«.

Auch wenn sie ihm die brotbringenden Steilvorlagen bieten, sei er nicht unbedingt ein Freund von Ehrengästen, denn diese seien Personen, »die stets die ersten Reihen belagern, ohne dafür zu bezahlen«. Auf die vereinbarte Gage werde man in Grabenstätt aber nicht verzichten, meinte Neugirg: »Sollte Festleiter Meisinger nicht bezahlen wollen, ist er ab morgen verschollen«.

»Nächstes Jahr kommt, wie man weiß, der Georg Schützinger aufs Abstellgleis«, wandte er sich an den seit gut 35 Jahren amtierenden Rathauschef. Mit Currywurst und Pommes Frites halte dieser sich fit und weil er bei seinen Leibspeisen so viel nachsalze, fehle im Winter das Salz auf den Straßen.

Aufs Korn genommen wurde auch die unendliche Radweggeschichte zwischen Grabenstätt und Erlstätt und das Mückenproblem am Chiemsee, das in Erlstätt als nicht so schlimm angesehen werde, meinte Neugirg mit Verweis auf den zweiten Bürgermeister Robert »Muggen-hamer« (im Sinne von Muggen ham ma). Auch die Parteien kamen nicht ungeschoren davon: »Die CSU regiert in manchem Nest in Oberbayern schon seit der Pest, und oft ist nicht klar, ob die Pest nicht besser war«, meinte Neugirg, um dann auch über die Endzeitstimmung in der SPD zu frotzeln.

Je nach Pointe, Thema und Stimmung ließen die neun Bühnenkünstler immer wieder die passenden Musikstücke erklingen. Auch mit ihren Improvisationen zogen sie die Besucher in ihren Bann. Kein Wunder also, dass diese auch nach knapp drei Stunden noch vehement eine Zugabe forderten. mmü

150 Jahre Feuerwehr Grabenstätt – Fotos vom Kirchenzug am Festsonntag:

Fotos vom Gottesdienst, Festmesse und Festzug: