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Von Sengls Zettelwirtschaft bis zum Schminken am Steuer

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Nahm es humorvoll hin, dass sie beim Starkbierfest in Hart derbleckt wurde: Grünen-Landtagsabgeordnete Gisela Sengl, flankiert von Fastenprediger Bernhardus, Bernd Schweiger (links), und dem Vorsitzenden der veranstaltenden KSK Hart, Holger Knuth. (Foto: Humm)

Chieming – »Mir ist bei einer deiner Reden deine Zettelwirtschaft aufgefallen«, sagte Bruder Bernhardus (Bernd Schweiger) vom Orden der bleckenden Brüder beim Harter Starkbierfest zur Landtagsabgeordneten der Grünen, Gisela Sengl.


»Du hast die drei Zettel vorne und hinten beschriftet und dann war beim Vortragen das Chaos perfekt. Du musst wissen, dies macht keinen guten Eindruck, also beschrifte bei deiner nächsten Rede die Zettel nur auf der Vorderseite, nummeriere sie durch, kannst auch die Buchstaben und Wörter größer schreiben, dann tust dich wesentlich leichter und kommst gut an.«

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Zur SPD mit Messias Martin Schulz fragte er: »Ist es eigentlich noch eine geheime Wahl, wenn der Gewählte 100 Prozent der Stimmen erhält? Da weiß man doch, wie jeder Stimmberechtigte gewählt hat. Sogar die Jusos haben ihn geschlossen gewählt.«

Wenn zum Sex die Energie fehlt

Zur Forderung der Grünen nach Sex auf Krankenschein bemerkte er: »Ich im Zölibat lebender Bruder möchte nur sagen, wenn zum Beispiel der Postbote aus Hart von seiner anstrengenden Arbeit endlich heimkommt, dann ist er so fertig, dass keine übrig gebliebene Energie für den Ehepartner mehr vorhanden ist und so dürfte es vielen gehen.« Da kann dann bloß Masseur Rainer Weist helfen – der müsste dann mehr Personal, vielleicht auch weibliches, einstellen. Und seine Liegen müssten noch gemütlicher gestaltet sein, hieß es.

Auch in Hart wirkt die ursprünglich geplante Landesgartenschau in Traunstein bis heute nach: So habe Reinhard Niederbuchner mit der Aussicht, als Stadtgärtner keine Zeit mehr zu haben, das Amt des Schriftführers der Krieger- und Soldatenkameradschaft Hart niedergelegt. So sei Jakob Lauber neuer Schriftführer geworden. »Der Reinhard hadert noch immer damit, dass wegen dem Dagegen-Effekt es in Traunstein keine Landesgartenschau geben wird«, sagte der Fastenprediger.

Das sei der Lauf der gegenwärtigen Zeit – »viele Menschen sind nahezu gegen alles«. Bernhardus erinnerte an das Rauchverbot in Gaststätten, oder die Ablehnung von weiteren olympischen Spielen in Deutschland.

Den Schulz-Effekt mit 100 Prozent würde sich sicherlich auch Bürgermeister Benno Graf wünschen, der mit 51 zu 49 Prozent für eine Ortsumfahrung nicht glücklich sein könne. »Ich habe schon seit 17 Jahren von Starkbierfest zu Starkbierfest mögliche Varianten wie einen Brückenschlag über das Ostufer des Sees bis hin zur Untertunnelung vorgeschlagen, doch angenommen oder darüber diskutiert wurde bisher nicht«.

Nur Tempo 30 statt 50 km/h auf der Staatsstraße hielt Schweiger für nicht gut. Auch stehe er dem neuen Versuch der Ortsumfahrungsgegner durch Anwendung der Salami-Taktik kritisch gegenüber. So soll nach seinen Informationen stellenweise auf der Hauptstraße an Verkehrsschwerpunkten der Verkehr wunschweise auf 30 km/h gebremst werden. Vorgesehen sei dafür der Bereich vor der Ortseinfahrt aus Richtung Kreisverkehr, dann die Stelle vor der Pfarrkirche, beim Rathaus wie auch bei der Unterwirtskurve. Ergebnis wäre, dass sich die Verkehrsberuhigung von selbst erledigen würde: »Da wird der Berliner Flughafen noch früher fertig sein«.

Tablets gegen die Langeweile im Gemeinderat?

Aufgefallen ist dem Prediger, dass zu den Gemeinderatssitzungen vor allem die »Schwarzen« alle mit Tablet erscheinen – sicher zum Zeitvertrieb, wenn das eine oder andere Ratsmitglied bereits zum x-ten Male bestimmte Ansinnen wiederholt.

Einen Vorschlag hatte Bernhardus zum Zustand der Ortsstraßen: Er schlug vor, sie doch alle dem bayerischen Forst zu widmen, dessen Wege zum größten Teil in einem besseren Zustand als die Gemeindestraßen seien. Als Beispiel nannte er die Straße in Manholding mit ihren Schlaglöchern, die zum Teil bereits zusammenhängende Wasserflächen geworden sein sollen. »Hier haben wenigsten die Enten große Freude«.

Auch in Manholding habe der Mädler-Franz in seiner Garage ein tolles Auto stehen und fürchte, dass dieses Mal gestohlen werden könnte. Drum habe er die Garage mit Umfeld ähnlich wie Fort Knox mit Elektronik und vergittertem Fenster ausgestattet. Doch eines Tages ließ sich das elektrische Garagentor nicht mehr öffnen. Letztlich musste er das Gitter am Tor mit der Flex entfernen und das stabile Fensterglas schweren Herzens zerbrechen.

Auch Helmut Doll aus Hart hatte eine negative Erfahrung mit der Technik: Er spendete beim Manholdinger Dorffest zwei Fässer Bier und glaubte, die erforderlichen Gerätschaften zum Öffnen derselben dabeizuhaben. Beim ersten Fass klappte alles bestens, doch beim zweiten passte die mitgebrachte Vorrichtung nicht, da es einen anderen Verschluss hatte. »Ob das zweite Fass irgendwann geöffnet werden konnte, ist mir nicht bekannt. Sicher ist er nur, dass beim dortigen Dorffest keiner Durst hat leiden müssen.«

Haftcreme statt Zahncreme erwischt

Beim Kramer in Hart kann man auch so manches erleben. Ein Familienmitglied der Kramer stellte fest, dass keine Zahnpasta mehr da war. Die Hausherrin machte sich sofort auf den Weg und kaufte gleich mehrere Tuben ein. Der Hausherr entnahm am Abend eine Tube, putzte drauf los, doch plötzlich hatte er das Gefühl, dass der Mund immer mehr klebriger wurde – die Tube enthielt keine Zahnpasta, sondern Haftcreme.

Über Simon Daxenberger aus Hart berichtete Bernhardus: »Der Simmerl spazierte mit Ehefrau auf dem zugefrorenen Tüttensee und unterhielt sich über den Biber. In Ufernähe lag auf dem Eis ein umgefallener Baum. 'Hat ihn ein Biber gefällt?' wollte der Simmerl wissen, eilte zu dem Baum, brach jedoch im Eis ein und steckte bis zur Brust im Wasser. Er konnte sich zwar schnell befreien, doch dieser Tag war für ihn gelaufen.«

Auch seine Tochter Heidi stehe ihm in nichts nach, meinte Bernhardus. Sie sei mit zwei besonders fesch zurecht gemachten Freundinnen nach Kufstein gefahren und habe festgestellt, auch sie könnte noch etwas Make up vertragen. Weil sie aber die Fahrerin war, sei sie prompt von der Polizei angehalten worden. »Wie sie dann straffrei aus der Sache herauskam, das bleibt nach wie vor das Geheimnis der drei Frauen.« OH