Verkehrsverein Chieming hilft Gastronomiebetrieben

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Verkehrsverein Chieming hilft Gastronomiebetrieben
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Der Vorsitzende des Verkehrsvereins Chieming, Heinz Wallner (rechts), überreichte im Biergarten des Chiemseer Wirtshauses Bürgermeister Stefan Reichelt die zu verteilenden »Chieminger Wirtegutscheine« im Wert von insgesamt 10 000 Euro. Auch auf dem Bild: Die 2. Vorsitzende Simone Mayer (hinten rechts), die gemeindliche Tourismusbeauftragte Julia Siglreitmeier (links) und Alexander Wolff, einer der beiden Geschäftsführer des Chiemseer Wirtshauses. (Foto: Müller)

Chieming – Die Corona-Krise trifft das Gastronomie- und Hotelgewerbe besonders hart. Auch wenn die Biergärten und Restaurants inzwischen wieder öffnen dürfen, steht vielen Wirten und Hoteliers nach dem rund zweimonatigen »Lockdown« finanziell das Wasser bis zum Hals. Für einige geht es in der nun angelaufenen Sommersaison, die normalerweise die größten Gewinne verspricht, ums nackte Überleben.


In der Gemeinde Chieming ist das nicht anders und deswegen hat die Vorstandschaft des Verkehrsvereins Chieming beschlossen, den 17 örtlichen Gastronomiebetrieben, darunter drei Kioske, 10 000 Euro vereinseigene Rücklagen zur Verfügung zu stellen. »Wir haben uns für den Kauf von 400 Gutscheinen zu je 25 Euro bei den hiesigen Wirten entschieden. Die Hälfe unserer Wirte hat das Geld schon und der Rest wird auch schnell ausgezahlt«, sagte Vorsitzender Heinz Wallner im Chiemseer Wirtshaus im Beisein seiner Stellvertreterin Simone Mayer, Bürgermeister Stefan Reichelt, der gemeindlichen Tourismusbeauftragten Julia Siglreitmeier und den Geschäftsführern des Chiemseer Wirtshauses Alexander Wolff und Helmut Würtz.

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Einen kleinen Teil der Gutscheine verteile man an die rund 80 Mitglieder des Verkehrsvereins und die anderen über 300 Gutscheine seien für die Gemeinde bestimmt, die viele Möglichkeiten habe, diese zu verteilen, so Wallner. Die Gastronomie sei »systemrelevant«, breche sie weg, würden auch die Urlauber und Tagesausflügler ausbleiben, gab der Vorsitzende zu bedenken.

»Die Corona-Krise ist eine große Herausforderung für unsere Gaststätten und den ganzen Tourismusbereich, aber auch für viele andere Unternehmen in unserer Gemeinde«, betonte Bürgermeister Reichelt. Als schnelle Soforthilfe habe man unlängst im Gemeinderat beschlossen, die Gewerbesteuern zu stunden und der örtlichen Gastro-Branche zugebilligt, die Ausschankflächen im Freien unbürokratisch auf dem kurzen Dienstweg über die Gemeindeverwaltung erweitern zu lassen, betonte der neue Rathauschef und lobte die Gutschein-Aktion des Verkehrsvereins. Nur gemeinsam könne man so eine Krise bewältigen.

»Es freut uns wahnsinnig, dass die Bürger in diesen schwierigen Zeiten hinter den örtlichen Wirten stehen und auch uns, obwohl wir noch nicht so lange hier sind, nicht vergessen«, so die Geschäftsführer des Chiemseer Wirtshauses (früherer Unterwirt), Alexander Wolff und Helmut Würtz. Viele Gäste aus nah und fern hatten sie in den ersten Monaten begrüßen dürfen und auch tolle Veranstaltungen wie die drei sehr gut besuchten »Wirtshausgaudi«-Ausgaben im Saal hatten zum erfolgreichen Start beigetragen, doch dann kam Corona dazwischen und das nach den großen Investitionen fest eingeplante sehr gute Geschäftsjahr 2020 löste sich in Luft auf. »Wir haben zwar auch Corona-Soforthilfe vom Staat bekommen, doch die ist nur für betriebliche Zwecke zu verwenden«, betonten Wolff und Würtz, deren Einnahmen auch durch die Absage ihrer heurigen Großveranstaltungen PULS Open Air-Festival auf Schloss Kaltenberg (Landkreis Landsberg am Lech) und Brass Wiesn Festival in Eching bei München weggebrochen sind. Zudem sind ihre beiden Traunsteiner Musik-Lokale Kafka und Underground seit Mitte März geschlossen. Jedes dritte oder vierte Wirtshaus in Deutschland könnte bald Geschichte sein, befürchtet Würtz. Besonders schwarz sieht er für die Clubs: »Ich denke, dass sogar zwei Drittel von ihnen dauerhaft zusperren müssen«.

Was das Chiemseer Wirtshaus anbelange, versuche man, auch ohne Veranstaltungen das Beste aus der Situation zu machen, so Wolff und Würtz. Ein Glücksfall sei die Lage am Chiemsee, doch nun brauche man auch viele schöne Sommertage für den wichtigen Biergartenbetrieb. Im Restaurant seien durch die geltenden Abstandsregeln 50 bis 60 Sitzplätze weggefallen. Vom Staat wünschen sie sich klarere Ansagen, um besser planen zu können.

Auch die anderen Chieminger Gastronomiebetriebe freuen sich riesig über die kleine Finanzspritze und von Seiten der Bürger gibt es bisher ebenfalls nur positive Reaktionen. »Wir hoffen, dass unsere Aktion für die hiesigen Wirte noch viele Nachahmer in der Region finden wird«, so Heinz Wallner und dessen Stellvertreterin Simone Mayer. mmü