weather-image

»Schmutzki«, »Granada« und Co. heizten Musikfans ein

4.8
4.8
Bildtext einblenden
Der Sänger der österreichischen Indie-Pop-Band »Farewell Dear Ghost«, Philipp Szalay (rechts), nahm singend und tanzend ein Bad in der Menge. (Foto: Müller)

Chieming – 2000 feierwütige Besucher bei der Beachparty mit Jahrhundert-Mondfinsternis und rund 1400 musikbegeisterte Gäste am Samstag beim stimmungsvollen »Seewärts-Festival« – besser hätte die zweitägige Traditionsveranstaltung der Chieminger Wasserwacht bei traumhaftem Sommerwetter und perfekter Urlaubsstimmung nicht verlaufen können.


»Bei der Beachparty war der Ansturm sogar so groß, dass wir gegen 22.30 Uhr einen Einlass-Stopp verhängen mussten«, betonte Organisator Dominik Sorre vom ausrichtenden Wasserwacht-Förderverein.

Anzeige

Beim »Seewärts-Festival« wurde vor allem die siebte und letzte Band, »Schmutzki«, mit Spannung erwartet. Sie rockten mit grandiosem Punkrock die Bühne. »Wir bringen das Wasser zum Kochen«, hatten Beat Schmutz (Gesang/Gitarre) und seine Bandkollegen nach einem Bad im Chiemsee angekündigt und nicht zu viel versprochen.

Die 2011 gegründete Stuttgarter Punkrock-/Indierock-Band »Schmutzki« hat sich längst deutschlandweit einen Namen gemacht. Dabei sind die Zutaten denkbar einfach: Ein paar scharfkantige Riffs, dreckig getackerte Rhythmen und ein Satz rostige Stimmbänder. Mit großer Klappe, zwinkerndem Auge und viel Herz mischen die drei Freunde den Punkrock auf. Und dann haben sie noch etwas im Köcher, das man sich nicht heranzüchten und auch nicht kaufen kann: Sie sind authentisch. So etwas liebt das »Seewärts Festival«-Publikum.

Dass heuer auch auffallend viele Musikfans aus Österreich da waren, lag nicht zuletzt am Line-up, das mit fünf Bands aus der Alpenrepublik aufwartete: »Granada«, »Lea Santee«, »Farewell Dear Ghost«, »Viech« und »Rev. Stomp«. Die fünfköpfige Grazer Mundart-Band »Granada« um den Sänger Thomas Petritsch heizte vor »Schmutzki« ein und zog die Besucher mit feiner Popmusik, herzergreifenden Balladen sowie Ziach- und Bassklängen in ihren Bann. Auch die Bühnenshow war Extraklasse.

»Ich bin für mein Leben gern Stuttgarter, doch als ich vorhin am Strand war, wusste ich nicht mehr warum. Wisst ihr eigentlich, dass ihr hier im Paradies lebt?«, fragte »Antiheld«-Sänger und -Gitarrist Luca Opifanti und hatte bei den heimischen Fans gleich mal einen Stein im Brett. Was dann folgte, war deutschsprachige Popmusik der Extraklasse, rau, ehrlich und mit schwäbischer Quetschkommode. »Chieming – ich brauche euch alle«, schallte es von der bebenden Bühne und die sympathischen Mannen von »Antiheld« fingen sie alle ein mit ihrer Show.

Der österreichischen Indie-Pop-Band »Farewell Dear Ghost« war es zuvor gelungen, die Stimmung erstmals zum Kochen zu bringen – und das lange bevor Sänger und E-Gitarrist Philipp Szalay singend und tanzend ein Bad in der Menge nahm.

Zuvor hatte die befreundete Band »Viech« ihren ausgeprägten Hang zur Eigenheit zelebriert und mit textstarker Popmusik aufgetrumpft – allerdings etwas später als geplant, denn da man bei der Anreise mehrmals im Stau steckte, durfte »Lea Santee« aus Wien vor ihnen auf die Bühne. Das ursprünglich vom Indierock kommende, elektronische Duo aus Songschreiberin und Sängerin Lea Stöger und Produzent Manuel Hops brillierte mit alten und ganz neuen Liedern und bewies eindrucksvoll, dass die Nominierung als »Best Pop Newcomer« bei den »UK Music Video Awards« kein Zufall war. Zum Festival-Auftakt hatte die Band »Rev. Stomp« um Christoph Mooser für die passende Einstimmung gesorgt.

Die Erlöse des »Seewärts- Festivals« und der Beachparty kommen der Chieminger Wasserwacht zugute, um Wache, Boote und Ausrüstung instandzuhalten und aufzustocken. Alleine beim Musikfestival waren 50 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Zwischen den Bandauftritten lohnte ein Bummel durch die Basar- und Infostände. Hoch im Kurs stand unter anderem die »Graffiti-Meile«. Wer es sich bequem machen wollte, der suchte sich ein lauschiges Plätzchen in der »Chillout-Area« unter dem einladenden Sternsegel mit romantisch leuchtenden »Eiskristallen«. mmü


Einstellungen