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Neue Zukunftsstrategie für die Landwirtschaft

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Stellvertretend für Ministerin Michaela Kaniber erläuterte die Eichstätter Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel beim Kreisbauerntag die Zukunftsstrategie des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. (Foto: Effner)

Chieming – Wie lässt sich die Kraft bewährter Tradi-tionen nutzen, um mit ihnen aktuellen Herausforderungen begegnen zu können? Es passte gut zum Thema, dass der Traunsteiner Kreisbauerntag mit rund 700 Besuchern im Festzelt des Trachtenvereins »D' Chiemseer« in Chieming stattfand, der gerade sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hat.


Der passende Weg zwischen Tradition und neuen Zukunftsstrategien für die bayerische Landwirtschaft war auch das Leitthema für die Festrede der Landtagsabgeordneten Tanja Schorer-Dremel aus Eichstätt. Als Mitglied des Agrarausschusses war sie für Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber eingesprungen, die wegen »dringlicher Terminüberschneidungen« kurzfristig absagen musste. Für ihre bestandene Prüfung erhielten außerdem 17 neue Landwirtschaftsmeister eine Auszeichnung.

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Walch: »Kooperation statt Konfrontation«

Sebastian Siglreithmayer, Kreisobmann des Bayeri-schen Bauernverbands, empfing zahlreiche Ehrengäste, bevor Chiemings Bürgermeister Benno Graf die Gemeinde vorstellte. Landrat Siegfried Walch forderte »Kooperation statt Konfrontation« im Umgang mit den Landwirten ein. Schließlich leisteten drei Viertel aller Bauern im Landkreis mit 4600 Agrarumweltmaßnahmen einen »aktiven Beitrag in unserem Kulturlandschaftsprogramm«. Als Wirtschaftsfaktor, Landschaftspfleger, Rohstofflieferanten und Energiedienstleister sowie Erzeuger hochwertiger Lebensmittel seien leistungsfähige bäuerliche Betriebe unverzichtbar.

Die aktuelle Kluft zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung, die im Volksbegehren »Rettet die Bienen« deutlich geworden sei, griff Tanja Schorer-Dremel in ihrem Festvortrag auf. Angesichts heftiger Diskussionen und Kritik an langjährig bewährten Produktionsverfahren erwarte die Landwirtschaft »zu Recht Orientierung von der Politik«. Durch Schwerpunkte bei Themen wie Ernährungssicherheit, einer stärkeren Wettbewerbsfähigkeit und dem technologischen Fortschritt habe man es verpasst, den Menschen die Hintergründe der moder-nen Landwirtschaft mit Blick auf Fragen zu Artenvielfalt, Klima- und Umweltschutz zu erläutern.

Bereits jetzt sei Bayern in Deutschland Spitzenreiter bei Agrarumweltmaßnahmen, in Sachen Öko-Landwirtschaft und bei der Förderung von Blühflächen oder alten Kulturarten. Ebenso sei der Freistaat »Vorreiter in der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln« durch Förderung entsprechender Alternativen. Nur wüssten dies die wenigsten.

Ansatzpunkte für mehr Aufklärung sah Schorer-Dremel im Ausbau von Formaten wie »Erlebnis Bau-ernhof« und »Landfrauen machen Schule«, die 50.000 Schüler pro Jahr erreichen, sowie in Lehrerfortbildungen und dem neuen Schulfach »Alltagskompetenz und Lebensökonomie«. Begleitend dazu sollen auch digitale Kommunikations- und Marketingstrategien ausgebaut werden mit einer neu eingerichteten Junglandwirte-Kommission.

Im Rahmen der heißen Phase zur Reformdiskussion der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 in der EU wolle Bayern die 2. Säule mit starken Direktzahlungen zur Stabilisierung bäuerlicher Familien »mit aller Macht verteidigen«. Angesichts der Tatsache, dass China bereits die Hälfte der globalen Weizenvorräte und zwei Drittel der weltweiten Maisbestände horte, sei Ernährungssicherheit ein zentrales Gut. Mehr Transparenz bei den Gemeinwohlleistungen der Bauern, passende Kriseninstrumente sowie die verbesserte Förderung von Junglandwirten und Nebenerwerbsbetrieben samt Besserstellung in der Förderpraxis der ersten Hektare seien weitere Ziele, so Schorer-Dremel.

Im Rahmen neuer Konzepte für die Nutztierhaltung seien auch die »Ställe der Zukunft« immer wieder Thema der Diskussion. Die neue Strategie müsse Planungssicherheit für die Bauern mit dem gesellschaftlichen Konsens über Nutztierhaltung verbinden. Sie soll sich aber auch im Preis an der Ladentheke widerspiegeln, betonte die Abgeordnete. Der Staat müsse dazu stärker auf eine Führungsrolle bei Herkunfts-Etiketten, drängen und einen wissenschaftlich untermauerten, praktikablen Rechtsrahmen mit Bestandsschutz und langen Übergangsfristen im Auge behalten.

Ausführlich ging die Abgeordnete auch auf den Aktionsplan Wolf und kritische Punkte der neuen Düngeverordnung, neue Strategien der Hofnachfolge, Prämien zur Mitfinanzierung von Mehrgefahrenversicherungen sowie die aktuelle Waldumbau-Offensive der Staatsregierung ein.

Auszeichnung als neue Landwirtschaftsmeister

Eine Auszeichnung als neue Landwirtschaftsmeister erhielten Michael Wolferstetter (Palling), Markus Breu (Tacherting), Johann Glück, Rupert Brandmayer und Martin Gramsamer (alle Tittmoning), Konrad Fröschl (Chieming), Thomas Götzinger und Johann Heigermoser (beide Trostberg), Johannes Kroiß (Taching am See), Georg Maier (Truchtlaching), Matthias Nachbar (Schnaitsee), Christoph Paulmaier (Engelsberg), Tobias Schönhuber (Pittenhart), Florian Eidenhammer (Kirchanschöring), Sebstian Gehmacher (Staudach-Egerndach), Andreas Huber (Wonneberg) und Lisa Blank (Waging am See). eff