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Mögliche Trassen für Ortsumfahrung vorgestellt

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Durch Chieming fahren nicht nur viele Autos, sondern auch zahlreiche Lastwagen. (Foto: Humm)

Chieming – Wichtiger Tagesordnungspunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung war die Vorstellung der Ergebnisse zur Untersuchung von Trassenvarianten für eine Ortsumfahrung von Chieming. Thomas Gmeindl und Angela Ellmer, beide vom Ing.-Büro ING aus Traunreut stellen diese vor.


Zuerst gab Bürgermeister Benno Graf bekannt, dass die Ortsumfahrung Chieming (Staatsstraße 2096) sich in der 1. Dringlichkeitsstufe – Reserve befinde. Das heißt, mit einer planerischen und baulichen Umsetzung könne nicht vor 2021 bis 2025 gerechnet werden. Nach Aussage des Bürgermeisters besteht jedoch für die Gemeinde die Möglichkeit, durch die Übernahme einer Sonderbaulast die Sache voranzutreiben.

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Graf erinnerte auch an die schriftliche Bürgerbefragung. Nach Auswertung der Fragebögen konnte jedoch keine eindeutige Aussage getroffen werden, da die Zustimmung bei 49,1 Prozent und die Ablehnung einer Ortsumfahrung bei 48,1 Prozent lag.

Um ein Vorwärtskommen zu erreichen, erfolgte nun eine von der Gemeinde beauftragte Variantenstudie weiterer Trassen. Ausgangspunkt dabei war der Bereich südlich von Oberhochstätt. Thomas Gmeindl sagte, die vorgestellten Varianten sehen grundsätzlich den Bau von einer Brücke über das Krebsbachtal mit einer Länge um die 118 Meter vor.

Variante eins würde dann in Richtung Kleeham zur Staatsstraße 2095 (Traunstein–Seebruck) verlaufen und weiter bis etwa Laimgrub führen. Variante zwei, die die Vortragenden besonders sinnvoll ansehen, würde in Richtung Pfaffing–Eglsee verlaufen und weiter entlang auf der Staatsstraße 2095 bleiben. Gmeindl sagte, die Variante zwei habe die geringsten Umweltauswirkungen, eine schonende Durch- und Überquerung des Krebsbachtales und Entwicklungsmöglichkeiten für Chieming. Die Variante eins dagegen, würde zu nah an Wohngebieten vorbeigehen, hieß es.

Gmeindl ging auch auf die Varianten drei bis fünf ein, die nach seiner Meinung zu nah an das Gemeindegebiet von Grabenstätt führen würden. Außerdem befinden sich in diesem Bereich ein Wasserschutzgebiet und Gebieteflächen des Naturschutzes.

Zur Variante zwei ergänzte Gmeindl noch, eine mögliche Ortsumfahrung würde eine Länge von gut vier Kilometer betragen. Die Gesamtkosten würden nach derzeitigem Stand 13,87 Millionen Euro betragen. Auch die anderen Trassenvarianten dürften zwischen 12,5 Millionen und 13,2 Millionen Euro kosten. Auch würde bei den anderen Trassenvarianten die Ortsumfahrung um die vier Kilometer lang sein.

Anton Maier (BBW) kritisierte den nach seiner Meinung für eine Ortsumgehung notwendigen Flächenverbrauch als zu hoch. Einige Gemeinderäte wollten wissen, wie das Staatliche Bauamt in Traunstein diese Sache sieht. Thomas Gmeindl wie auch der Bürgermeister betonten, die Behörde sei mit eingebunden und spreche sich für die Trassenvariante zwei aus.

Einige Bürger, der Gemeinderat hatte ihnen das Wort erteilt, befürchten durch eine Ortsumfahrung ein stärkeres Verkehrsaufkommen, einige stellten klar, sie wollten statt einer Ortsumfahrung eine bessere Sicherheit des Durchgangsverkehrs durch Chieming durch Verminderung der Geschwindigkeit auf 30 km/h, andere wünschten sich nur eine Sperrung des Schwerlastverkehrs durch den Ort Chieming. Gefragt wurde auch, was eine derartige Baumaßnahme in einigen Jahren dann tatsächlich kosten werde, auch wurde der Verlust von Natur angesprochen.

Bürgermeister Graf kündigte an, man werden sich ausführlich mit den Ergebnissen der Untersuchungen der Trassenvarianten befassen. Einen Zeitpunkt für eine Entscheidungen konnte er noch nicht nennen. OH