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Laura Thies: Jungregisseurin dreht im Chiemgau

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Dieses alte Bauernhaus in Ising wird ein Hauptdrehort für den Spielfilm »Wald der Worte« werden. Jungregisseurin Laura Thies hat die Erlaubnis von ihrem Patenonkel bereits bekommen.
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Laura Thies, die in Stöttham bei Chieming aufgewachsen ist, rührt zurzeit im Internet für ihr Projekt die Werbetrommel und sucht Unterstützer. (Foto: Brenninger)

Ihr erster Spielfilm war gleich ein großer Erfolg: Mit »Surviving Family« räumte Jungregisseurin Laura Thies in Amerika einige Preise ab (wir berichteten). Nun möchte die 28-Jährige, die auch schon einige Kurzfilme gedreht hat, auch in Deutschland Fuß fassen und wagt sich an ihren zweiten Spielfilm heran. Der Drehtermin steht schon fest: Im Oktober diesen Jahres soll es los gehen – und der Chiemgau, Thies' frühere Heimat, wird für den 90-minütigen Spielfilm »Wald der Worte« als Kulisse dienen.


»Es ist ein bayerischer Mystery-Thriller«

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Zusammen mit Schauspielerin Josephine Ehlert arbeitete Thies, die lange Jahre in Amerika lebte und dort eine Schauspielausbildung und ein Regiestudium absolvierte, am Buch. »Die erste Fassung ist auch schon fertig«, erzählt Thies, die mittlerweile wieder in ihrem Geburtsort München lebt. »Nun sind wir an der zweiten Fassung dran und auch das Casting läuft schon«, erzählt sie.

In dem Film geht es um eine junge Frau, eine Liederschreiberin, die gerade eine Schreibblockade hat. Julika verlässt deshalb Hals über Kopf die Stadt und fährt aufs Land in ein altes Haus, das ihr Vater ersteigert hat. Hier entdeckt sie ein Geheimnis. Dies kann sie aber nur lösen, wenn sie den alltäglichen Blick öffnet. »Es geht um das alternative Heilen, um die Welt, die wir nicht sehen«, sagt Thies. »Es ist ein bayerischer Mystery-Thriller.« Und natürlich darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen. Ein junger Mann aus dem Dorf freundet sich nämlich mit Julika, deren Lebensgefährte in der Stadt bleibt, an...

Neben Ehlert, die die Hauptrolle spielen wird, hat das Duo schon zwei weitere prominente Schauspieler für das neunköpfige Ensemble gewinnen können: Jule Ronstedt, die erst im Herbst vergangenen Jahres in Traunstein für den ARD-Spielfilm »Die Himmelsstürmer« drehte, und Tim Bergmann waren vom Drehbuch so angetan, dass sie ihre Zusagen gaben.

Um das Projekt verwirklichen zu können, geht Thies einen für Deutschland doch noch recht ungewöhnlichen Weg. Sie hat im Internet eine Art Spendenaufruf, eine sogenannte Crowdfunding Kampagne, gestartet, schließlich kostet der Film auch viel Geld. Auf einer Internetseite der Plattform startnext.de unter dem Stichwort »waldderworte« stellt Thies ihren Film vor – mit dem Ziel, dass sie Unterstützer für das Projekt gewinnt und somit 30 000 Euro sammelt. Zwölf verschiedene Spendenvarianten können die Unterstützer wählen – und sozusagen etwa eine Treppenstufe, einen Schornsteinziegel, eine Holzdiele oder einen Lichtschalter für das Projekt beisteuern. »Wir brauchen das Geld für die Umsetzung«, sagt Thies. »Für die 30 000 Euro können wir den Film gerade so drehen.« Mit jedem weiteren Euro wäre es möglich, auch das Team und die Schauspieler bezahlen zu können, sagt die Jungregisseurin.

Die Kampagne startete vor wenigen Tagen, das Geld muss bis zum 28. Februar zusammen sein. »Schaffen wir das nicht, dann bekommen die Spender ihr Geld wieder zurück«, sagt Thies. Wird die Hürde genommen, dann hat die 28-Jährige das Geld für ihren Film zur Verfügung. Die Unterstützer haben auch etwas davon. »Als Dankeschön gibt es Geschenke«, sagt sie. Die Spender können etwa eine DVD des Films, eine namentliche Erwähnung im Abspann oder einen Tag am Set bekommen. »Wir probieren das jetzt einfach mal aus, wir haben ja nichts zu verlieren«, sagt Thies. Und wenn es nicht klappt, »werde ich den Film trotzdem auf jeden Fall drehen«. Sie würde die Kampagne dann einfach zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal starten. Laura Thies ist fest davon überzeugt, dass der Film ein Erfolg wird. Schon allein wegen der Kulisse. Gleich, als die Idee zum Film geboren wurde, musste sie an das Haus ihres Patenonkels in Ising denken. »Das ist wie gemacht für den Film.« Die Geschichte passe einfach hierher, ist sie überzeugt. Seitens ihres Patenonkels Eberhard Siglreitmeier kam auch gleich das Okay. »Und ausziehen müssen sie deshalb ja auch nicht«, lacht sie.

20 Drehtage sind für den Spielfilm geplant

Die vergangenen Tage war Laura Thies jetzt auch nochmals im Chiemgau unterwegs, um weitere Drehorte zu suchen. Es werde neben Ising auf jeden Fall auch in Chieming, Grabenstätt und Stöttham gedreht. »Wir haben jetzt mal 20 Drehtage geplant«, sagt die Regisseurin. »Wir wollen auch alles an echten Drehorten machen.« Schließlich sei das authentischer als im Studio.

Für Laura Thies, die in Ising das Gymnasium besuchte, ist es auch eine Rückkehr zu ihren Wurzeln. Auch deshalb hofft sie, dass viele Spender in den nächsten Wochen ihr Projekt unterstützen werden. Schließlich soll auch ihr zweiter Spielfilm ähnliche Erfolge einfahren wie »Surviving Family«. SB

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