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Landkreis will Chiemsee-Kessel nicht

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»Unwahrscheinlich« groß ist der Kessel aus reinem Gold, fand Landrat Hermann Steinmaßl (links) und ließ deshalb extra ein Modell bauen. Er präsentierte es gestern zusammen mit Kreisheimatpfleger Christian Soika. (Foto: Brenninger)

10,5 Kilogramm wiegt der Kessel aus purem Gold, der 2001 im Chiemsee gefunden worden ist (wir berichteten mehrfach). Nun sorgt er erneut für Schlagzeilen: Denn das Konkursamt St. Gallen in der Schweiz wird ihn demnächst wohl veräußern. »Wann und in welcher Form er versteigert wird, steht aber noch in den Sternen«, sagte Landrat Hermann Steinmaßl gestern.


Sollte es zu einer Versteigerung kommen, wird sich der Landkreis daran aber nicht beteiligen. Der reine Goldpreis für den Kessel liegt laut Steinmaßl momentan bei rund 400 000 Euro – und dieses Geld möchte der Landkreis nicht lockermachen. »Wir stecken mitten in einer Finanzdebatte und haben wesentlich wichtigere Themen zu bearbeiten«, stellte Steinmaßl klar. Zumal der Goldkessel auch keinerlei historischen Wert zu haben scheint. Zwei Gutachten, die das Finanzministerium in Auftrag gegeben hat, bestätigen, dass der Kessel weder aus der Kelten- noch aus der Nazi-Zeit sei, sagte Steinmaßl. »Damit hat der Kessel für uns nur bedingten Wert«, betonte er.

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Nur ein Punkt stößt Steinmaßl bei der Debatte um den Kessel sauer auf: »Unsere örtlichen Heimatpfleger fühlen sich übergangen.« Kreisheimatpfleger Christian Soika pflichtete ihm bei. »Das ist ein Stück Heimatgeschichte. Das interessiert mich einfach«, betonte er. Er finde es vor allem bedauerlich, dass das Gutachten teils nur schwer oder gar nicht zugänglich sei. »Es ist einfach eine außergewöhnliche Geschichte, wie der Kessel in den Chiemsee kam.« Das Ganze müsse seiner Meinung nach einfach wissenschaftlich dokumentiert werden, so Soika weiter. »Und das ist in diesem Falle nicht geschehen.« Dadurch werden auch Spekulationen angeheizt. »Diese Geheimniskrämerei ist für mich unverständlich.« Sollte der Kessel wirklich versteigert werden, dann hofft Soika, »dass er nicht auf alle Zeit verschwinden wird, denn er ist der spektakulärste Fund der letzten Jahrzehnte«. SB

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