Informationen in Hülle und Fülle

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Auch die Informationstafel »Inselblick«, die Einheimischen und Gästen bebilderte, geschichtliche Informationen zum Gesehenen vermittelt, zeigte Ortsheimatpfleger Hubert Steiner. (Foto: Zandl)

Chieming – Der engagierte Ortsheimatpfleger Hubert Steiner (78) hat einen weiteren Meilenstein hinsichtlich der Veranschaulichung der Ortsgeschichte gesetzt. Steiner war federführend für das nun abgeschlossene Projekt »Ortsgeschichte Chieming« verantwortlich. 20 Tafeln stehen jetzt an historisch bedeutenden Orten. Auch dieses Projekt erhielt wieder eine Förderung von der Europäischen Union über das Programm »Leader«. Einmal mehr saß die Lokale Arbeitsgruppe (LAG) Chiemgauer-Seenplatte mit im Boot. Damit bekamen bereits sieben Aktionen im Gemeindebereich Chieming eine Förderung.


Im neuen Projekt erstellte man 20 Geschichtstafeln an Kirchen, Kapellen und geschichtlich bedeutsamen Standorten, die dem Betrachter grundlegende Informationen zu den besuchten Örtlichkeiten geben. Die Schilder sind im Ortskern von Chieming im Rathaus, dem Heimathaus und dem Haus des Gastes beziehungsweise der Tourist-Info angebracht. Informationstafeln stehen vor den vier Kirchen im Gemeindegebiet: vor der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Chieming, der Filialkirche St. Johann in Stöttham, der Kirche Sankt Laurentius in Hart und der Kirche Mariä Himmelfahrt in Ising. Und beschildert sind die neun Kapellen, die innerhalb der Gemeindegrenze liegen: innerorts die Lourdeskapelle an der Theresienstraße und die Kapelle am Venusberg, außerorts die Kapellen in Oberhochstätt, Aufham, Kleeham, Fehling, Hart, Knesing und Storfling. Auch das ortsprägende Gebäude Hofmarkschloss in Chieming, die gegenüberliegende Triebwerksanlage – das »Schlosserhäusl« –, das Landschulheim Schloss Ising sowie der »Inselblick« neben dem Fernrohr am Haus am See wurden von Mitarbeitern des örtlichen Bauhofs mit informierenden Tafeln versehen.

Anzeige

»Um den modernen Mediennutzern gerecht zu werden, haben wir bei den Informationen über Kirchen und Denkmäler noch QR-Codes angefügt, mit denen weitere Infos und Verlinkungen möglich sind«, sagte Steiner bei der Präsentation der ortsgeschichtlichen Infotafeln. Flyer, welche die 20 geschichtsträchtigen Stätten im Chieminger Gemeindegebiet auf einer Übersichtskarte zeigen, liegen in der Tourist-Info aus.

In ihnen sind auch die zurückliegenden Aktionen enthalten: In allen 34 Ortsteilen der Gemeinde wurden wieder die historischen Ortstafeln und an 150 Bauernhäusern die blauen Geschichtstafeln angebracht. Über die Entwicklung der Sommerfrische wurde eine Bildergalerie im Haus des Gastes gestaltet und für die »Historische Dorf- und Heimatmuseumsführung« wurden zwei Videofilme erstellt, die einen virtuellen Spaziergang durch die Geschichte mit Smartphone oder Tablet ermöglichen.

Auf der Internetseite des Vereins »Freundeskreis Heimathaus Chieming e.V.« kann man Geschichten aus der Geschichte von Chieming nachlesen. Von Mitte Juni bis Ende September bietet Steiner jeden Donnerstag um 10 Uhr eine kostenlose, historische Dorfwanderung an, bei der er »die Geschichte zum Anfassen« erklärt. Treffpunkt ist immer das Haus des Gastes.

Finanziert wurden die Projekte je zur Hälfte durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) sowie durch die Gemeinde Chieming.

Steiner blickt bereits auf das Nachfolgeprojekt »Römerregion Chiemsee« voraus, bei dem sich elf Gemeinden rund um den Chiemsee zusammengefunden haben, um die römische Vergangenheit als Schwerpunkte an jedem Ort darzustellen. »In Chieming werden die wichtigsten steinernen Zeugnisse aus der römischen Vergangenheit präsentiert, da bei uns in Chieming die meisten römischen Inschriftensteine gefunden wurden«, freut sich der Chieminger Ortsheimatpfleger schon auf die nächste Aktion der LAG Chiemgauer-Seenplatte – voraussichtlich im Spätherbst –, bei der in Chieming und in den Gemeinden der Chiemgauer Seenplatte erneut das historische Interesse von Einheimischen und Gästen geweckt werden soll. az