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Gemeinsam die Ärmel hochkrempeln gegen Leukämie – Typisierungsaktion in Hart

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Mit selbst gebundenen Herbstkränzen hat der Harter Ortsverein bereits rund 3500 Euro sammeln können, die der Stiftung AKB für Monikas Typisierungsaktion gespendet werden. (Foto: Stiftung AKB)

Chieming – Die Schockdiagnose Leukämie kann jeden treffen. Wie Monika aus Hart müssen täglich durchschnittlich 30 neu erkrankte Patienten in Deutschland mit dieser schrecklichen Nachricht umzugehen lernen. Doch Monika wird mit ihrer Sorge nicht allein gelassen: Das ganze Dorf steht hinter ihr. Denn Monika kennt hier jeder im Ort.


Schon immer war sie für die anderen da. Sie hat ausgeholfen, hat unterstützt und hat sich als Mitglied der Frauengemeinschaft engagiert. Nun wollen die Dorfbewohner Monika etwas zurückgeben: Sie machen sich gemeinsam im Namen aller Leukämiepatienten stark und krempeln die Ärmel hoch gegen Blutkrebs. Denn Leukämie kann mit der richtigen Therapie überwunden werden. Das wäre in Monikas Krankheitsfall eine Stammzelltransplantation, bei der gesunde Stammzellen eines genetischen Zwillings an einen kranken Patienten übertragen werden – eine Transplantation, die Monika dringend braucht. 

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Zwar gibt es eine Menge Freiwilliger weltweit, die sich bereits als Stammzellspender haben typisieren lassen, doch leider wartet noch immer jeder fünfte Leukämiepatient vergeblich auf einen passenden Spender, der ihm die Chance auf ein Überleben geben kann – weil es doch noch immer zu wenig Registrierte in der weltweiten Datenbank gibt. Diesen traurigen Umstand will die Dorfgemeinschaft gemeinsam mit der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) ändern. Für all jene Leukämiepatienten möchten sich die Harter nun einsetzen.

Eine Typisierungsaktion, um Leukämie zu überwinden

Deshalb findet kommenden Sonntag, den 10. November, von 10 bis 15.30 Uhr im Feuerwehrhaus Hart (Hillecker Straße 1, 83339 Chieming) eine Typisierungsaktion für Leukämiepatienten wie Monika statt. Die Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern wird Freiwillige, die gesund und zwischen 17 und 45 Jahre alt sind, in die weltweite Datenbank der Stammzellspender aufnehmen. Das dauert nur ein paar Minuten und erfolgt über eine kleine Blutentnahme.

Anschließend erwarten die frischgebackenen potenziellen Lebensretter selbst gebackene Kuchen oder belegte Semmeln. Einmal registriert, bleibt der Typisierte im Übrigen bis zu seinem vollendeten 60. Lebensjahr in der Datei und kann als Lebensretter für einen kranken Patienten weltweit angefragt werden.

Die Harter halten weiter zusammen

Die Dorfbewohner setzen allerdings noch mehr in Bewegung. Sie helfen nicht nur tatkräftig bei der Organisation der Typisierungsaktion für neue Stammzellspender, sondern halten wahrhaftig zusammen. Spontan hatten die Harter Herbstkränze gebunden und diese auf dem Flohmarkt verkauft, um für die Typisierung Geld zu sammeln. Dabei kamen fast 3500 Euro zusammen. Ein Betrag, mit dem die Stiftung AKB 100 neue Freiwillige typisieren lassen kann – kostet doch jede Registrierung 35 Euro, die weder von den Krankenkassen noch von staatlicher Seite übernommen werden.

Wenn durch die Aktion neue Stammzellspender gefunden werden, gibt dies für Monika und viele andere Patienten Hoffnung: Hoffnung auf Heilung und ein Weiterleben in einer Heimat wie Hart.

Wer sich nicht als Stammzellspender typisieren lassen kann oder will, der kann Patienten wie Monika und der Stiftung AKB auch auf anderem Wege helfen: Die Stiftung AKB benötigt Spenden, um die neuen Typisierungen zu finanzieren. Jeder gespendete Euro unterstützt die Stiftung AKB bei ihrer lebensrettenden Arbeit:

Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern
IBAN: DE67 7025 0150 0022 3946 88
Verwendungszweck: Monika

Stammzellen retten Leben: Leukämie ist heilbar, wenn rechtzeitig ein passender Stammzellspender gefunden wird. Für Leukämiepatienten weltweit erhöht jeder neu Registrierte die Chance, wieder ganz gesund zu werden. Typisieren lassen kann sich jeder zwischen 17 und 45 Jahren, der gesund und in körperlich guter Verfassung ist. Dabei sind nur wenige Tropfen Blut oder ein Wangenabstrich und ein paar Minuten Zeit notwendig.

Eine Stammzell- oder Knochenmarkspende hat nichts mit dem Rückenmark zu tun: Stammzellspenden finden heute meist ambulant über die Armvene statt. Nur in 20 Prozent der Fälle wählen die Transplanteure eine Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm. Eine Stammzellspende findet immer mit persönlicher Betreuung und einer umfassenden Aufklärung und Beratung durch die Ärzte und das Ambulanzteam der Stiftung AKB in Gauting oder in München beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes statt.